Matija Nastasic: Unsere Aufgabe ist es, in Form zu bleiben

Seit nunmehr einer Woche trainiert Matija Nastasic nicht mehr mit seinen Mitspielern, sondern individuell in den eigenen vier Wänden. Im Interview mit schalke04.de berichtet der serbische Nationalspieler von seinen Erfahrungen aus dem „Home Office“.

Matija Nastasic

Matija, das Wichtigste zuerst: Wie geht es dir und deiner Familie?
Vielen Dank der Nachfrage. Uns geht es glücklicherweise in dieser nicht ganz einfachen Zeit gut. In der aktuellen Situation ist mir mehr als sonst noch einmal bewusst geworden, dass Gesundheit das Allerwichtigste im Leben ist. Wir sehen Gesundheit häufig als selbstverständlich an, müssen sie aber viel mehr schätzen.

Hinter deinen Mitspielern und dir liegt mittlerweile eine Woche im „Home-Office“. Wie fühlt sich das an?
Für einen Fußballer ist das eine ganz neue und ungewohnte Phase. Normalerweise fahre ich Tag für Tag zum Vereinsgelände, um gemeinsam mit meinen Mitspielern zu trainieren. Das geht aktuell nicht. Stattdessen spulen wir zu Hause unsere individuellen Programme ab, um bestmöglich vorbereitet zu sein, wenn wieder Fußballspiele stattfinden können. Wann genau das sein wird, weiß aktuell niemand. Unsere Aufgabe ist es, in Form zu bleiben, damit wir bereit sind, wenn es weitergeht.

Wie sieht dein Alltag momentan aus?
Der Tagesablauf ist seit Dienstag vergangener Woche nahezu immer der gleiche: Nach dem Aufstehen absolviere ich eine Fitnesseinheit, danach frühstücke ich mit der Familie und spiele ein bisschen mit meinen beiden Kindern. Wenn die Kids ihren Mittagsschlaf halten, sehe ich meistens mit meiner Frau etwas fern. Danach steht erneut eine Trainingseinheit an. Nach dem Abendessen geht es dann ins Bett.

Kannst du auch ein wenig mit dem Ball trainieren?
In unserer Wohnung ist das nicht ganz einfach, aber ich versuche es gemeinsam mit meinem älteren Sohn immer wieder. Manchmal gehen wir auch in den Gemeinschaftsgarten unserer Wohnanlage. Das Ganze ist aber nicht annähernd vergleichbar mit einem Mannschaftstraining. Wichtig ist einfach, Tag für Tag ein bisschen Ballgefühl zu haben.

Wir sehen Gesundheit häufig als selbstverständlich an, müssen sie aber viel mehr schätzen.

Matija Nastasic

Sind deine beiden Kinder manchmal auch Teil deines Fitnessprogramms?
Wir absolvieren tatsächlich den einen oder anderen sportlichen Wettbewerb in unserer Wohnung, bei dem man ganz schön ins Schwitzen kommt (lacht). So sind die Kids auch beschäftigt, da sich unser Leben momentan nahezu ausschließlich zu Hause abspielt. Es ist in der aktuell schwierigen Zeit ein schönes Gefühl, eine Familie zu haben, mit der man Zeit verbringen kann.

Gibt es etwas, für das du dir jetzt Zeit nehmen kannst, die sonst fehlt?
Da gibt es einiges. Am wichtigsten ist mir natürlich die Zeit für meine Familie. Als Fußballer ist man normalerweise viel unterwegs, deshalb genieße ich es sehr, mit meinen Kindern zu spielen. Zudem nehme ich mir auch mal Zeit für ein Buch.

Du bist nicht nur Spieler des FC Schalke 04, sondern ein Teil der serbischen Nationalelf. Hast du Kontakt zu einigen serbischen Spielern, die bei Clubs in ganz Europa spielen?
Ich habe mich an den vergangenen Tagen mit einigen Mannschaftskameraden ausgetauscht. Vor allem mit den Jungs, die in Italien spielen. Ihnen habe ich Mut zugesprochen. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Corona-Pandemie in allen Teilen der Erde bald vorbei ist. Jeden Tag aufs Neue die Nachrichten zu schauen und zu erfahren, dass wieder Menschen gestorben sind, macht mich sehr, sehr traurig.

Normalerweise hättet ihr am kommenden Wochenende gegen Norwegen um eines der letzten Tickets für die Europameisterschaft gespielt. Aber derzeit gibt es einfach Wichtigeres als Fußball. Hast du daher zum Abschluss noch eine Botschaft an unsere Fans?
Passt auf euch auf und haltet euch an die Regeln und Richtlinien, die die Bundeskanzlerin am Sonntag in ihrer TV-Ansprache vorgegeben hat. Bleibt zu Hause und schützt damit euch und eure Mitmenschen, damit so schnell wie möglich wieder Normalität in unser Leben zurückkehren kann. Wir alle sind nun gefordert!

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