Ozan Kabak: Fans auf Schalke geben mir ein gutes Gefühl

Nach auskurierter Fußverletzung feierte Neuzugang Ozan Kabak beim 5:1-Sieg in Paderborn seine Pflichtspiel-Premiere im blau-weißen Trikot. Im Interview mit schalke04.de spricht der Verteidiger über sein Debüt, den Austausch mit David Wagner, Freunde in der Mannschaft, Deutsch-Unterricht und die anstehenden Wochen.

Ozan, die wichtigsten beiden Fragen zuerst: Wie geht es dir? Hast du noch Schmerzen im Fuß?
Danke der Nachfrage. Mir geht es zum Glück wieder sehr gut, ich bin komplett beschwerdefrei und habe keinerlei Probleme mehr. Nun hoffe ich, dass ich in Zukunft keine Zwangspausen mehr einlegen muss. Denn für einen Fußballer gibt es kaum etwas Schlimmeres als verletzt zuschauen zu müssen.

Beim 5:1-Sieg in Paderborn bist du eingewechselt worden und hast damit dein Pflichtspieldebüt im S04-Trikot gefeiert. Was ging dir durch den Kopf, als du den Platz betreten hast?
Es war ein ganz besonderer Moment für mich. Obwohl ich zuvor lange gefehlt habe, hat David Wagner mir das Vertrauen geschenkt und mich für mein Engagement im Training belohnt. Das macht mich sehr glücklich. Ich bin dem Trainer sehr dankbar.

Was hat David Wagner dir zuletzt mit auf den Weg gegeben?
Der Trainer hat mir gesagt, dass er mit meiner Leistung nach der Verletzungspause zufrieden ist. Wir pflegen seit dem ersten Trainingstag einen sehr guten und regelmäßigen Austausch. Vor meinem Wechsel aus Stuttgart zum FC Schalke 04 waren die Gespräche mit David Wagner sehr wichtig für mich, sie spielten eine große Rolle bei meiner Entscheidung. Er gibt mir immer wieder gute Ratschläge und hilft mir, mich stetig zu verbessern. Ich probiere Tag für Tag, diese Ratschläge auf und neben dem Platz umzusetzen.

David Wagner gibt mir immer wieder gute Ratschläge und hilft mir, mich stetig zu verbessern.

Ozan Kabak

Du hast bei deiner Vorstellung gesagt, dass du unbedingt in Gelsenkirchen leben möchtest. Hast du bereits eine Wohnung gefunden?
Ja, das ging zum Glück recht schnell. Ich wohne nicht allzu weit vom Vereinsgelände entfernt und fühle mich pudelwohl.

Welche Erfahrungen hast du bislang mit den Schalke-Fans gemacht?
Ausschließlich positive. Die Anhänger waren vom ersten Tag an sehr nett und geben mir das Gefühl, dass ich ein Teil des FC Schalke 04 bin. Ich spüre bei jedem Training, dass die Fans in unserem Club etwas ganz Besonderes sind. Und auch sonst bin ich absolut begeistert. Die Unterstützung im Trainingslager oder bei den Auswärtsspielen ist überragend.

Hast du schon etwas von Gelsenkirchen gesehen?
Einige spannende Orte habe ich bereits kennengelernt. Und ich weiß bereits, welche Cafés und Restaurants gut sind. Aufgrund meiner Verletzung und den Reha-Maßnahmen hatte ich aber noch nicht so viel Zeit, mir ganz Gelsenkirchen anzuschauen. Aber das wird Stück für Stück passieren.

Mit Ahmed Kutucu, Suat Serdar und Levent Mercan haben gleich drei deiner Mitspieler türkische Wurzeln. Unternimmst du häufiger etwas mit ihnen?
Na klar. Wir treffen uns nicht nur auf Schalke, sondern verbringen auch außerhalb des Platzes Zeit miteinander. Mal gehen wir gemeinsam essen, mal treffen wir uns einfach zum Quatschen. Die Jungs helfen mir auch, mein Deutsch Stück für Stück zu verbessern.

Wie gut beherrschst du die deutsche Sprache bereits?
Mein Deutsch wird von Tag zu Tag besser. Mittlerweile kann ich mich in der Kabine gut ausdrücken und verstehe schon sehr viel. Das liegt nicht zuletzt am Deutsch-Unterricht: Wir treffen uns dreimal pro Woche. Neben mir nehmen auch Juan Miranda, Jonjoe Kenny und Rabbi Matondo an den Lektionen teil.

Hat dich deine Familie schon in Gelsenkirchen besucht?
Meine Mutter wohnt dauerhaft bei mir. Zuletzt waren mein Vater und meine Brüder mehrfach zu Besuch. Sie alle sind glücklich, dass es mir gut geht. Und ihnen gefallen Gelsenkirchen und das Ruhrgebiet.

Mein Deutsch wird von Tag zu Tag besser.

Ozan Kabak

Der türkische Nationaltrainer hat dich zuletzt für die beiden Länderspiele im September im Auge gehabt. Du bist aber auf Schalke geblieben.
Es war nicht allein meine Entscheidung. Ich war allerdings gerade erst wieder fit, hatte erst ein paar Tage trainiert. Deshalb waren sich der türkische Nationaltrainer Senol Günes und David Wagner einig, dass es besser wäre, nicht zur Nationalelf zu reisen und stattdessen weiter auf Schalke zu arbeiten. Diesen Ratschlag habe ich befolgt und auch als richtig angesehen.

Gab es schon Signale, ob du für die beiden anstehenden Länderspiele gegen Albanien und Frankreich im Oktober nominiert wirst?
Noch wurde der Kader nicht festgelegt. Ich stehe aber im Kontakt mit Senol Günes. Er meldet sich regelmäßig bei mir und fragt, wie es mir geht. In den Gesprächen spüre ich, dass er meinen Weg ganz genau verfolgt. Sollte ich erneut zur Nationalelf eingeladen werden, wäre es mir eine große Ehre, das Trikot meines Heimatlandes zu tragen.

Der nächste Gegner in der Bundesliga heißt RB Leipzig. Wie schätzt du die Sachsen ein?
Sie sind ebenso wie wir mit einem neuen Trainer in die Saison gestartet – und das sehr gut. In meinen Augen stellen die Leipziger eine der stärksten Mannschaften in der Bundesliga. Dementsprechend schwer wird die Aufgabe für uns. Ich weiß aber, dass unser Trainerstab den Gegner genauestens unter die Lupe genommen hat und uns darauf hinweisen wird, wo in diesem Spiel unsere Chancen liegen. Ich habe mir zuletzt das Spiel von RB gegen Bayern München komplett angeschaut, da hat mich Leipzig beeindruckt. Sie sind schnell, technisch stark und spielen effektiv. Das kenne ich bereits aus der Vorsaison, als ich mit dem VfB Stuttgart gegen RB gespielt habe.

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