Ralf Fährmann: Jeder hat unseren Team-Spirit gesehen

Ralf Fährmann hat in der Länderspielpause zwischendurch mit dem Team-Training ausgesetzt, ist für das Spiel gegen Werder Bremen aber voll einsatzbereit. Auf schalke04.de spricht der S04-Kapitän über Mark Uths DFB-Debüt, die Stärken des kommenden Gegners und den Reifeprozess der Mannschaft nach dem missglückten Saisonstart.

Ralf, du hast in der Vorwoche zeitweise mit dem Training ausgesetzt. Was waren die Gründe?
Ich hatte in den vergangenen Wochen ein paar Problemchen mit dem Knie, eine kleine Kapselreizung, aber das war nichts Wildes. Ich hatte auch deshalb eine kleine Pause eingelegt, um den Kopf nach den vielen Spielen und Reisen mit dem Team wieder etwas freizubekommen. Ich war dafür dann vermehrt im Kraftraum. In dieser Woche habe ich wieder mit der Mannschaft trainiert.

Wie sehr freust du dich für Mark Uth, dass er gegen die Niederlande zu seinem ersten Länderspiel-Einsatz gekommen ist?
Sehr! Er hat hart dafür trainiert. Er reißt sich auf Schalke jeden Tag den Hintern auf, gibt im Spiel immer alles und wird sich bald dafür belohnen und wieder treffen. Sebastian Rudy hat leider nicht gespielt, aber so ein Tapetenwechsel bringt auch ihm eine gewisse Frische für den Kopf. Wir werden beide in den kommenden Wochen brauchen.

Alex ist ein überragender Torwart.

Ralf Fährmann

Alexander Nübel hat im U21-Match gegen Norwegen überzeugt, ist im Club hinter dir die Nummer zwei. Welchen Rat kannst du ihm für die Zukunft geben?
Als Torwart ist es wichtig, geduldig zu sein. Wenn du zum Einsatz kommst, musst du präsent sein und auch mit Rückschlägen gut umgehen können. Alex ist ein überragender Torwart, wie er schon mehrfach in der U21 gezeigt hat. Jede Trainingseinheit mit den zahlreichen Nationalspielern bei uns im Team tut seiner Entwicklung gut. Schalke kann froh sein, solch einen talentierten Torwart zu haben, der eine tolle Bundesliga-Karriere vor sich hat.

Am Samstagabend kommt Werder Bremen in die VELTINS-Arena. Wie schätzt du den nächsten Gegner ein?
Die Bremer sind ein variables Team, das in dieser Saison schon sehr viele unterschiedliche Systeme gespielt hat. Sie agieren clever und sind sehr effizient. Klar ist, dass wir 90 Minuten lang höllisch aufpassen müssen. Aber wir spielen zu Hause und wollen natürlich die drei Punkte hierbehalten.

Nach dem Auftakt mit fünf Niederlagen in Serie habt ihr die vergangenen drei Pflichtspiele gewonnen. Wie gestärkt kommt ihr aus dieser heiklen Phase?
Aus schwierigen Situationen kann man immer am meisten lernen. Das haben wir mit den drei Pflichtspielsiegen in Folge zuletzt gezeigt. Wir sind mit einer gewissen Reife aus dieser Situation hervorgegangen, auch viele unserer jungen Spieler sind daran gewachsen und können in Zukunft bei einer ähnlich schwierigen Phase davon profitieren.

Wie ist es euch gelungen, den Negativlauf zu stoppen?
In den vergangenen Wochen hat jeder unseren Team-Spirit gesehen. Nach fünf Niederlagen in Folge hätte die Stimmung in der Mannschaft ganz anders sein können, genauso bei den Fans im Stadion oder im Umfeld. Die Fans haben gesehen, dass wir mit Herz spielen und wir alles geben. Wir haben uns das Glück dann wieder ein Stück weit erarbeitet. Wir wissen, dass wir, wenn wir den Spielplan des Trainers umsetzen, in vielen Fällen als Sieger vom Platz gehen. Das gibt uns viel Kraft und Halt – es ist ein gewisser Anker, an dem wir uns festhalten können, auch wenn es mal nicht so läuft.

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