Ralf Fährmann: Noch eine weite Strecke vor uns

Das Spiel gegen Mainz 05 war für Ralf Fährmann nicht nur das dritte Spiel in Serie, in dem er seinen Kasten sauber halten konnte, sondern auch sein insgesamt 200. Pflichtspiel für die Königsblauen. Auf schalke04.de spricht der Kapitän über sein Jubiläum, die Defensivstärke der Mannschaft und die aktuelle Tabellensituation.

Ralf, 200 Pflichtspiele für den FC Schalke 04. Das kann sich sehen lassen!
Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut und es macht mich unheimlich stolz. Ich möchte das aber trotzdem nicht überbewerten, weil ich ja noch jede Menge vorhabe.

Die letzten drei Spiele wurden alle zu Null gewonnen. Freut das einen Torwart besonders?
Ich glaube jeder Defensivspieler und insbesondere jeder Torhüter freut sich über jedes Spiel, das man zu Null gewinnt. Es ist auch ein stückweit der Lohn für die harte Arbeit, die wir in den letzten Wochen geleistet haben. Wir sind mittlerweile aber so ein tolles Kollektiv geworden, dass sich nicht nur die Defensivspieler darüber freuen, sondern alle. Burgi ist zum Beispiel jemand, der sich immer sehr über ein Zu-Null freut, solange es auf der richtigen Seite steht, natürlich (lacht).

Was ist denn das Geheimnis der aktuellen Defensivstärke?
Wir sind taktisch immer sehr gut auf den jeweiligen Gegner vorbereitet. Aber uns zeichnet  momentan vor allem die Leidenschaft aus. Wir kämpfen zusammen, sind für den Anderen da und pushen uns gegenseitig. Das ist denke ich auch das, was die Fans auf der Tribüne spüren und was allen gerade so viel Freude bereitet.

Auch der Trainer ist während der 90 Minuten sehr leidenschaftlich. Ist das auch in den Trainingseinheiten so?
Ja natürlich, er ist der Chef auf dem Platz und vermittelt uns genau diese Dinge, die unser Spiel auszeichnen. Die Zuschauer sehen ja oft, wie emotional er an der Seitenlinie ist. Aber das ist nicht nur während der Spiele so, das lebt er uns jeden Tag vor. Wenn der Chef mit so viel Leidenschaft und Emotionen vorangeht, so akribisch arbeitet, dann färbt das zwangsläufig auch auf die Mannschaft ab.

Die Fragen nach dem Tabellenplatz und dem Saisonziel häufen sich, seitdem ihr auf Platz zwei steht. Wie geht die Mannschaft damit um?
Also zunächst einmal sind wir einfach glücklich, dass wir aktuell so gut dastehen. Aber wir können das schon sehr gut einschätzen. Es ist sehr eng in der Tabelle und es sind noch einige Spiele zu absolvieren. Wir haben noch eine weite Strecke vor uns. Man muss das Große und Ganze sehen, wir haben im letzten Dreivierteljahr eine enorme Entwicklung genommen. Wir wollen diesen Weg weitergehen und lassen uns nicht von dem Tabellenplatz blenden. Wir stehen gerne dort oben und genießen das, aber unser primäres Ziel muss die kontinuierliche Weiterentwicklung von Schalke 04 sein. Wenn wir dauerhaft oben mitspielen wollen, müssen wir uns noch in allen Bereichen verbessern und variabler werden. Aber es war selbstverständlich ein super Gefühl, Freitagabend zu gewinnen und dann ganz in Ruhe zu schauen, was die Konkurrenz macht. Und das mit dem Wissen, dass uns niemand überholen kann. Das motiviert einen für die kommenden Spiele.

Die letzten beiden Siege wurden in erster Linie über den Kampf und die Leidenschaft gewonnen. Ist das die große Stärke unserer Mannschaft?
Wir holen momentan wirklich alles aus uns heraus. Jetzt geht es in den Saisonendspurt, in dem viele Mannschaften mit dem Rücken zur Wand stehen und alles für die Punkte geben. Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir sagen können, dass wir jeden Gegner mit 80 Prozent Ballbesitz an die Wand spielen wollen. Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und alles aus unseren Möglichkeiten herausholen. Und ich denke, das machen wir aktuell sehr gut.

Erwartest du in Wolfsburg ein ähnlich kampfbetontes Spiel?
Ja, klar! Wolfsburg hat zwar einen Kader mit unheimlich viel individueller Qualität, aber sie stehen unter Druck und müssen dringend punkten. Dafür werden sie alles geben und hart in die Zweikämpfe gehen. Ich glaube dennoch, dass sie aufgrund ihrer individuellen Klasse, versuchen werden, mit viel Ballbesitz zu spielen. Ich bin aber sicher, dass wir in dieser Woche ein gutes Rezept gegen den Gegner erarbeiten werden.

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