Ralf Fährmann: Wir bleiben cool!

Das Revierderby steht vor der Tür, Schalke reist als Tabellenzweiter zum BVB. Doch die aktuelle Form spielt in dieser Begegnung eine nebensächliche Rolle, wie Ralf Fährmann erklärt. Auf schalke04.de spricht der Torhüter über das Duell mit den Schwarz-Gelben und die aktuelle Verfassung der Königsblauen.

Ralf Fährmann

Ralf Fährmann, es ist Derby-Zeit! Bock?
Auf jeden Fall. Man hat die ganze Woche gespürt, dass das Derby bevorsteht. Wir sind heiß und können es kaum abwarten. Deswegen waren die vergangenen Tage gefühlt sehr, sehr lang.

Verschwindet die Aufregung irgendwann nach zahlreichen gespielten Derbys?
Nein, auf keinen Fall. Dafür ist mein Herz zu sehr in Schalke gehüllt. Es wird wie immer sehr emotional. Ich habe schon oft gesagt, dass es Spiele gibt, für die man sich ein stückweit motivieren muss. Beim Derby muss man sich im Vorfeld eher etwas beruhigen.

Kann man sagen, dass die Chance, in Dortmund zu gewinnen, lange nicht mehr so groß war wie jetzt?
Das wird eher von außen gepusht. Wir können die Situation und unseren Tabellenplatz gut einschätzen. Wir wissen, dass wir zurzeit gut auftreten. Wir wissen aber auch, welche Klasse Dortmund hat und wie erfolgreich der BVB in den vergangen Jahren war. Deswegen sind wir absolut vorgewarnt. Ein Derby ist kein normales Bundesligaspiel. Deswegen sind die Formkurven der Teams im Derby nebensächlich. Es hat den Charakter eines K.o.-Spiels. Es zählt nur das, was Samstag auf dem Platz gezeigt wird.

Ein Derby ist kein normales Bundesligaspiel.

Ralf Fährmann

Trotzdem habt ihr in den vergangenen fünf Spielen zwölf Punkte mehr geholt als die Schwarz-Gelben …
Uns ist dennoch bewusst, welche Stärke Dortmund hat. Sie haben eine unglaubliche individuelle Klasse und werden unbedingt Wiedergutmachung betreiben wollen. Sie haben sehr schnelle Spieler in den eigenen Reihen und sind dementsprechend gefährlich im Spiel nach vorne. Entsprechend konzentriert müssen und werden wir das Spiel angehen. Wir werden versuchen, uns einen guten Matchplan zu erarbeiten und hoffen, dass der dann am Samstag greifen wird. Wir gehen nicht als klarer Favorit ins Spiel. Es wird ein Duell auf Augenhöhe.

Hättest du damit gerechnet, dass ihr zu diesem Zeitpunkt der Saison auf dem zweiten Tabellenplatz steht?
Wir können das alles gut einzuschätzen. Wir sind in den nicht erfolgreichen Phasen ruhig geblieben und bleiben auch jetzt ruhig und selbstkritisch. Deswegen bleiben wir cool – weil wir auch wissen, dass wir noch jede Menge Arbeit vor uns haben und der Weg noch nicht zu Ende ist. Es wird immer wieder gute und schlechte Phasen geben. Deswegen gibt es noch keinen Grund abzuschalten. Zumal wir erst etwas mehr als ein Drittel der Saison hinter uns haben. Eine Bundesligasaison ist nicht mit einem Marathon, sondern eher mit einem Iron Man zu vergleichen. Wir haben noch sehr viel vor uns.

Spielt die fehlende Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb eine Rolle bei der Bewertung der aktuellen Situation?
Wir haben bereits zu Beginn der Saison gesagt, dass es ein Vorteil sein kann. Man hat unter der Woche einfach mehr Zeit, sich gemeinsam auf die Spiele vorzubereiten. Wenn man keine Englischen Wochen hat, hat man immer sechs bis sieben Tage Zeit, die Vorstellungen des Trainers zu verinnerlichen und Automatismen einzustudieren. Das tut uns in dieser Saison sicherlich gut.

Ein Grund für die positiven Ergebnisse in den vergangenen Spielen liegt darin, dass ihr sehr wenige Gegentore kassiert …
Wenn man sagt, dass wir defensiv stabil sind, darf man die offensiven Spieler nicht außen vor lassen. Sie ackern genauso viel wie wir hinten, laufen die Gegner enorm gut an und halten das Spielfeld sehr kompakt. Deswegen ist das ein Verdienst der gesamten Mannschaft – inklusive des Trainerteams, das mit uns Abläufe einstudiert hat, die uns Sicherheit geben. Zu-Null-Spiele sind nicht nur gut für die Torhüter, sondern für die gesamte Mannschaft. Man bekommt so eine gewissen Sicherheit und bekommt eine Routine ins Spiel. Selbst wenn man dann kleinere Rückschläge in den Begegnungen einstecken muss, bleibt man stabiler und ruhiger. Das ist wichtig für das gesamte Team.

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Ralf Fährmann

Position Torhüter
Geburtsdatum 27.09.1988
Größe 1.97 m
Gewicht 98 kg
Auf Schalke seit 01.07.2020

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