Sascha Riether: Basis unseres Erfolgs ist der Teamgeist

Im zweiten Teil des großen Jahresabschluss-Interviews mit schalke04.de blickt Sascha Riether auf die Hinrunde zurück. Zudem spricht der Koordinator der Lizenzspielerabteilung über das anstehende Trainingslager und eine Anfrage von Olaf Thon, die er allerdings ablehnen musste.

Sascha, ihr beendet die Hinrunde auf einem der vorderen Plätze. Gab es für dich ein Schlüsselspiel, das wegweisend war?
Es gab mehrere Begegnungen. Der Kantersieg am 4. Spieltag in Paderborn war ein wichtiges Spiel, dazu natürlich kurz danach der 3:1-Auswärtserfolg in Leipzig. Das war wirklich ein Wahnsinnsauftritt von uns. Auch das Derby war eine Partie, die wir stark gestaltet haben – auch wenn es am Ende leider nur ein Punkt geworden ist.

Du warst selbst viele Jahre Profi. Spielt der Kopf wirklich so eine große Rolle?
Das ist tatsächlich so. Gerade aus dem Spiel in Leipzig haben wir unheimlich viel Selbstbewusstsein gezogen. Die Jungs haben gespürt, dass der langfristige Plan und die Ideen des Trainerteams fruchten. Die Basis unseres Erfolgs ist der Teamgeist. Jeder Einzelne haut Woche für Woche alles raus für die Mannschaft. Damit meine ich auch nicht nur die jeweils elf Spieler auf dem Platz, sondern wirklich alle. Das zeichnet uns in diesem Jahr aus.

Neben deiner Position wurde unter anderem auch Massimo Mariotti, der gerade den Neuzugängen bei der Integration behilflich ist, neu installiert. Welchen Anteil hat er am Erfolg?
Massimo kümmert sich hervorragend um die Jungs. Und vor allem um deren Familien. Wenn es Fragen oder Probleme gibt, hilft er rund um die Uhr. Denn wir alle wissen: Wenn sich die Familie wohlfühlt, fühlt sich der Spieler auch besser. Ihren Anteil am Gesamterfolg und dem funktionierenden Team haben aber auch alle weiteren Mitglieder des Trainer- und Funktionsstabes. Hier wird gut und professionell gearbeitet.

Ein einzelner Spieler kann keine Spiele gewinnen.

Sascha Riether

Welcher Spieler hat dich in der Hinrunde am meisten überrascht?
Ich könnte sicherlich den einen oder anderen Namen nennen. Aber das fände ich unfair, da die gute Hinrunde eine Teamleistung war. Ein einzelner Spieler kann keine Spiele gewinnen.

Das neue Jahr beginnt mit dem Winter-Trainingslager. Nach zuletzt drei Aufenthalten in Benidorm wird sich die Mannschaft dieses Mal in Fuente Alamo bei Murcia auf die Rückserie vorbereiten. Was hat den Ausschlag für dieses Ziel gegeben?
Wir hatten mehrere Orte im Auge. Aber so viele Möglichkeiten gab es gar nicht, da die meisten Vereine bereits seit Jahren traditionell das gleiche Ziel ansteuern und die Hotels sowie die Anlagen damit ausgebucht sind. Mit Fuente Alamo haben René Grotus (Sportkoordinator des FC Schalke 04, Anm. der Redaktion) und ich etwas Schönes gefunden. Das Hotel hat auf uns einen sehr guten Eindruck gemacht, die Plätze sind in einem hervorragenden Zustand, zudem sind Möglichkeiten für die Regeneration nach den Einheiten geboten. Und was auch wichtig ist: die Wege sind kurz. Ich bin gespannt, wie es wird. Denn wir sind tatsächlich die erste Fußballmannschaft, die dort ein Trainingslager absolviert.

War dir zuvor bewusst, wieviel Aufwand hinter der Planung und Organisation eines Trainingslagers steckt?
Nein, absolut nicht. Das trifft aber nicht nur auf das Trainingslager zu, sondern auch auf ganz viele andere Bereiche. Als Spieler bin ich früher zum Training gekommen – und alles war organisiert. Jetzt merke ich erst, wieviel Aufwand dahintersteckt. Du musst so viele Kleinigkeiten beachten, damit alles am Ende funktioniert.

Als Spieler bin ich früher zum Training gekommen – und alles war organisiert. Jetzt merke ich erst, wieviel Aufwand dahintersteckt.

Sascha Riether

Was war bislang die größte Herausforderung in deinem neuen Job?
Die Umstellung. Früher war ich abends müde, weil ich mich körperlich betätigt habe. Jetzt ist vor allem der Kopf gefragt. Gerade in den ersten Wochen musste ich mich erst einmal daran gewöhnen. Vor dem Einschlafen hat der Kopf teilweise wie verrückt gerattert.

Findest du bei deinen vielen neuen Aufgaben noch Zeit, um selbst Sport zu treiben?
Ja, die Zeit nehme ich mir. Vor unseren Spielen gehe ich stets laufen. Zudem spiele ich mit unseren Physios regelmäßig Fußballtennis. Dabei wird immer auch viel gelacht.

Den individuellen Trainingsplan, den du als Profi stets in der Winterpause abarbeiten musstest, vermisst du aber nicht …
Nein. Es war ganz schön, nach fast 20 Jahren als Profi einmal ohne Vorgaben in die Winterpause zu gehen (lacht).

Hat Olaf Thon schon einmal bei dir angeklopft und gefragt, ob du Lust hast, hin und wieder in der Traditionself zu spielen?
Er hat mich tatsächlich einmal gefragt. Aber aktuell fehlt mir einfach die Zeit. Deshalb musste ich Olaf vertrösten.

Wie wirst du Silvester feiern?
Ganz gemütlich mit der Familie. Rund um die Feiertage nehmen meine Frau und ich uns immer viel Zeit für meine Eltern und Schwiegereltern. Es ist schön, dass man sich mal ein paar Tage am Stück sehen kann und nicht im Alltagsstress ist. Der kommt schließlich schnell genug zurück.

Hast du dir einen guten Vorsatz für das neue Jahr gesetzt?
Nein, ich lasse 2020 einfach auf mich zukommen und hoffe, dass wir alle gesund bleiben.

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