Sascha Riether: Ich habe keine Sekunde nachdenken müssen

Kurz vor dem Trainingsauftakt Anfang Juli haben die Königsblauen den auslaufenden Vertrag mit Sascha Riether noch einmal um ein weiteres Jahr verlängert. Im Interview mit schalke04.de spricht der 35-Jährige über die Fortsetzung seiner Spielerlaufbahn, den Zusammenhalt in der Mannschaft, den Saisonstart bei seinem Ex-Club und den neuen Sportdirektor des VfL Wolfsburg.

Sascha, wo hast du dir den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals angeschaut?
Ich habe zu Hause mitgefiebert und mich gefreut, dass unsere Motivationsbotschaft gewirkt hat (schmunzelt). Mittags hatten wir mit einigen Jungs, die wegen Verletzungen nicht mit nach Schweinfurt gefahren sind, und ein paar Personen aus dem Trainer- und Funktionsteam nach dem Aufbautraining ein Foto in der Kabine geschossen und der Mannschaft geschickt. Das Daumendrücken hat sich gelohnt.

Wie lautet dein Fazit nach dem 2:0-Sieg?
Ich finde, wir haben es souverän gemacht. Denn man darf nie vergessen, dass die anderen Mannschaften auch Fußball spielen können. Die Schweinfurter hatten zuvor schon sechs Partien in der Regionalliga absolviert, für uns war es das erste Pflichtspiel. Mit dem Einzug in die zweite Runde haben wir unser Ziel erreicht. Wenn man auf die anderen Ergebnisse schaut, ist dies nicht allen Favoriten gelungen.

Du warst aufgrund einer Sehnenreizung kein Thema für den Kader für das Spiel in Schweinfurt. Wann wirst du wieder mit der Mannschaft trainieren können?
Leider hat mich die Verletzung etwas zurückgeworfen. Ich hoffe, dass es nicht mehr lange dauert, bis ich wieder voll trainieren kann. Teilweise bin ich schon wieder dabei. Bei einer Sehnenreizung muss man von Tag zu Tag schauen.

Domenico Tedesco sieht mich als wichtigen Teil der Mannschaft.

Sascha Riether

Bereits am Ende der vergangenen Saison hat Christian Heidel durchblicken lassen, dass Domenico Tedesco und er daran interessiert seien, deinen Vertrag noch einmal zu verlängern. Wie lange hat die Einigung mit dir am Ende gedauert?
Das ging schnell (lacht). Domenico Tedesco hat mich gefragt, was ich nach dem 30. Juni mache und direkt danach gesagt, dass er möchte, dass ich dabeibleibe. Er sieht mich als wichtigen Teil der Mannschaft. Und ich fühle mich in der Mannschaft pudelwohl. Deshalb habe ich keine Sekunde über das Angebot nachdenken müssen.

In deiner Vita stehen bislang 248 Bundesligaspiele. Ein rundes Jubiläum ist greifbar nah.
Das wäre schön. Ich gebe in jedem Training mein Bestes, um der Mannschaft zu helfen. Am liebsten natürlich auf dem Platz.

Wie siehst du deine Rolle in der Mannschaft?
Ich versuche, die Erfahrungen aus meiner bisherigen Karriere weiterzugeben. Zudem ist mir das Zusammenleben im Team sehr wichtig. Nicht nur auf dem Platz muss die Chemie passen, auch die Stimmung in der Kabine muss gut sein. Nur wenn du als Mannschaft auch neben dem Platz eine Einheit bildest, kannst du erfolgreich sein. Ich denke, das war im Vorjahr unser ganz großes Plus.

Das sieht auch Domenico Tedesco so. Der Trainer hat vor einigen Wochen gesagt, dass ihr Spieler wie Brüder seid, die zusammenhalten und einander helfen.
Das ist ein passendes Bild. Jeder versucht dem Anderen zu helfen, auch wenn er einmal nicht spielt. Andere Vereine haben vielleicht viele Topspieler, aber sie sind keine Mannschaft. Der Zusammenhalt hilft, dass wir nur schwer zu besiegen sind.

Manchmal herrscht aber auch Uneinigkeit. Zum Beispiel beim Kartenspielen. Wenn ihr ‚UNO‘ spielt, kann es schon einmal hoch hergehen?
Das stimmt (schmunzelt). Aber es nicht so, dass wir sonst eine Wohlfühloase haben, in der wir uns immer in den Armen liegen. Auch Kritik gehört dazu, wir sprechen Negatives deutlich an. So muss es aber auch sein.

Eine sehr erfolgreiche Station in deiner Karriere war der VfL Wolfsburg, mit dem du 2009 Deutscher Meister geworden bist. Welche Erinnerungsstücke an die Meisterschaft hast du zu Hause?
Ich habe tatsächlich eine Kopie der Meisterschale. Die konnten wir damals bestellen. Wenn ich an der Trophäe vorbeilaufe, kommen immer wieder schöne Erinnerungen hoch.

Der Zusammenhalt hilft, dass wir nur schwer zu besiegen sind.

Sascha Riether

Die Wölfe sind erster Gegner in der Bundesliga. Wie schätzt du den VfL nach zwei schwierigen Jahren in der Bundesliga ein?
Gerade vor dem Auftaktspiel weiß man nie so genau, wo man selbst und wo der Gegner steht. Das ist immer eine kleine Wundertüte. Wolfsburg hat definitiv andere Ansprüche als Platz 16. Dementsprechend hat sich der VfL auch verstärkt. In der Volkswagen-Arena war es nie einfach für den Gegner. Nichtsdestotrotz fahren wir dorthin, um zu gewinnen.

Gibt es noch Kontakte nach Wolfsburg?
Mein ehemaliger Mitspieler Marcel Schäfer ist seit wenigen Wochen Sportdirektor beim VfL. Mit ihm habe ich mich damals sehr gut verstanden, Marcel und ich schreiben uns häufiger noch Nachrichten. Ich freue mich, dass er nun diese spannende Position im Verein bekleidet und wünsche ihm bei der Aufgabe viel Glück. Allerdings nicht gegen uns (lacht).

Hast du bereits Pläne für die Zeit ab dem 1. Juli 2019?
Es gibt die eine oder andere Idee, aber noch nichts Konkretes. Ich konzentriere mich momentan voll und ganz auf meine Aufgabe auf Schalke. Und danach schauen wir mal, was passiert.

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