Sead Kolasinac: Allein kann man keine Bäume ausreißen

Er hatte beim Derby mit der besten Chance der Königsblauen vorne die auffälligste Szene und glänzte hinten mit einer überragenden Rettungstat. Auf schalke04.de spricht Sead Kolasinac über das Duell mit dem Revierrivalen.

Sead Kolasinac, wie bewerten Sie das 0:0 beim BVB?

Jeder von uns weiß, wie wichtig dieses Spiel ist – für die Region, für den Verein, für die Fans und für die Mannschaft. Das hat man über 90 Minuten gesehen. Wir haben uns in jeden Zweikampf gehauen. Wir wissen, wie stark die Dortmunder sind und was für eine Qualität sie haben. Wir hatten zwar einige Kontermöglichkeiten, hätten diese jedoch besser ausspielen müssen. Diese Möglichkeiten haben wir nicht genutzt. Aber der BVB hatte natürlich auch einige Chancen. Deswegen können wir mit dem Punkt gut leben.

 

Sie wirkten von Beginn an motiviert bis in die Haarspitzen. Haben Sie sich im Vorfeld besonders gepusht?

Nein, überhaupt nicht. Niemand muss für diese Begegnung groß motiviert werden. Das war bei mir natürlich ganz genauso. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft mit meiner Aggressivität weiterhelfen konnte. So kommt man ins Spiel, und das ist es auch, was die Fans sehen wollen. Jetzt konzentrieren wir uns voll auf die nächsten Aufgaben, die wir genauso angehen müssen.

Sie haben mit der Rettungsaktion auf der Linie das 0:0 gerettet. Was ging Ihnen beim anschließenden Jubelschrei durch den Kopf?

Ich bin Abwehrspieler. Ich bin unter anderem dafür verantwortlich, dass wir unseren Kasten sauber halten. Deswegen habe ich mich in dieser Situation gefreut, dass die Null weiterhin stand. Es war eine wichtige Grätsche. Es war ein bisschen Instinkt. Ich habe darauf spekuliert, dass der Ball durchkommt und dann war ich zur Stelle. Wenn ich den Gegenspieler getroffen hätte, hätte es Elfmeter gegeben. Dann hätte ich mich rechtfertigen müssen und wäre für diese Szene nicht gefeiert worden. So ist zum Glück alles gut gegangen. Deswegen sind viele Emotionen hochgekommen.

Die Formkurve der Mannschaft zeigt aktuell klar nach oben …

Das stimmt. Aber das muss sie auch. Wir sind jetzt seit sieben Pflichtspielen ungeschlagen, haben dabei fünf Mal gewonnen. Wir wissen natürlich, dass wir unseren Saisonstart vermasselt haben und das wieder gut machen müssen. Das geht nur mit einer hundertprozentigen Einstellung. Wir arbeiten von Spiel zu Spiel daran, das wieder zu korrigieren. Der Punkt in Dortmund war ein weiterer Schritt.

Wie bewerten Sie selbst Ihre momentane Form?

Es läuft ganz ordentlich bei mir im Moment. Aber die Mannschaft hilft mir auch sehr dabei. Allein kann man keine Bäume ausreißen, das kann man nur im Team. Momentan funktioniert das bei uns sehr gut. Wir helfen uns alle gegenseitig. Das sieht man auch auf dem Platz.

Wie fühlen Sie sich im aktuellen 3-5-2-System?

Wir stehen im Moment sehr stabil. Ich weiß, dass ich immer einen Spieler im Rücken habe, wenn ich mit nach vorne gehe. Das System liegt uns, das haben wir in den vergangenen Spielen auch erfolgreich unter Beweis gestellt.

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