Steven Skrzybski: Wie ein Sechser im Lotto!

Wenn Steven Skrzybski vor einigen Wochen über den FC Schalke 04 gesprochen hat, tat er dies als Fan. Seit wenigen Tagen ist der Offensivmann selbst ein Teil des geilsten Clubs der Welt. Und darauf ist er mächtig stolz. Auf schalke04.de spricht der 25-Jährige über einen erfüllten Kindheitstraum, seine bisherige Karriere beim 1. FC Union Berlin sowie Gespräche mit einem Ex-Trainer und seinem neuen Coach.

Steven, deine erste Woche als Schalker mit dem Leistungstest, dem ersten Training vor über 2000 Fans und deinem Premierentor in China liegt hinter dir. Wie fühlst du dich?
Ich bin total begeistert und genieße einfach jede Minute. Die Mannschaft, das Team hinter dem Team und auch die Fans sind einfach großartig. Die China-Reise finde ich bislang sehr spannend. Dass ich im ersten Spiel direkt getroffen habe, ist natürlich eine tolle Geschichte.

Warst du zuvor schon einmal im Reich der Mitte?
Nein, noch nicht. Im Urlaub war ich zwar schon einmal in Thailand, aber mit Union Berlin sind wir in der Regel nicht so weit gereist (lacht). Ich genieße es, die ganzen Eindrücke zu sammeln. Es macht immer Spaß, neue Kulturen kennenzulernen.

Die Fans freuen sich auf jeden Fall darauf, dich näher kennenzulernen. Zumal du einer von ihnen bist! Du bist immer offen damit umgegangen, dass du von Kindesbeinen an Schalke die Daumen gedrückt hast. Wie hast du reagiert, als die Anfrage bezüglich eines Wechsels aus Gelsenkirchen kam?
Die Entscheidung war sofort klar. Schalke ist mein Herzensverein. Ich habe insgesamt 17 Jahre lang für Union Berlin gespielt. Jetzt wird es Zeit für mich, den Schritt aus der Komfortzone zu gehen. Es war immer mein Ziel, eines Tages in der Bundesliga zu spielen. Dass es dazu auch noch Schalke wurde, ist für mich wie ein Sechser im Lotto.

Schalke ist mein Herzensverein.

Steven Skrzybski

Es hieß, dass auch andere Vereine Interesse an dir hatten.
Das stimmt. auch wenn ich nicht alle Angebote ernsthaft in Betracht gezogen habe. Dafür hatte ich mir in Berlin zuvor einfach zu viel aufgebaut. Aber als Schalke im Raum stand, war meine Entscheidung nicht schwer. Natürlich haben wir den Wechsel vorher auch in der Familie besprochen. Dort hat jeder den Daumen gehoben und sich für mich gefreut.

Bist du auf der Suche nach einer neuen Bleibe im Revier bereits fündig geworden?
Ja, ich hatte bereits vor dem Trainingsauftakt alles organisiert. Wir haben eine schöne Wohnung gefunden. Meine Freundin Anja kommt später nach. Ich schätze es sehr, dass sie mich begleitet. Ihre Familie kommt aus Berlin, sie hat auch ihren Arbeitsplatz dort. Es ist nicht selbstverständlich, ihr bisheriges Leben einfach so für mich aufzugeben. Aber sie freut sich auch auf den neuen Lebensabschnitt auf Schalke.

Warst du früher als Fan in der VELTINS-Arena?
Leider nur ein einziges Mal, da die Spieltage in der Bundesliga und der Zweiten Liga nahezu parallel verlaufen. Es ist terminlich nicht ganz so einfach, wenn man für einen anderen Verein Fußball spielt (lacht). Gegner war damals der 1. FC Köln.

Sitzplatz oder Nordkurve?
Sitzplatz. Damals hatte ich noch nicht so gute Kontakte nach Schalke. Ich war froh, überhaupt Karten bekommen zu haben. In der vergangenen Saison habe ich mir dafür das DFB-Pokal-Spiel beim BFC Dynamo angeschaut.

Was erhoffst du dir von deiner ersten Saison auf Schalke?
Es ist immer ein schmaler Grat zwischen dem, was man erwartet, und dem, was man bekommt. Ich freue mich auf die ganzen Erfahrungen, die ich hier sammeln kann. Ich will meine Mitspieler und die anderen Menschen in und um den Verein kennenlernen. Einfach so viele Momente wie möglich aufsaugen. Aber es ist auch ganz klar: Ich bin nicht nur hier, um Sightseeing zu betreiben. Ich will so viele Minuten wie möglich auf dem Platz stehen.

Dein Weg zum Stammspieler in Berlin war holprig. Dein Profidebüt hast du bereits 2010 gegeben, danach bist du mehrere Spielzeiten zwischen Zweitliga-Team und U23 gependelt.
Ja, das hat sich ziemlich gezogen. Meine Karriere ist sehr früh gestartet, dann aber auch relativ lange ins Wanken geraten. Erst in den letzten zwei, drei Jahren bin ich im Profi-Fußball richtig angekommen.

Also in dem Zeitraum, als Schalkes ehemaliger Coach Jens Keller Trainer bei den Eisernen war. Würdest du ihn als deinen bislang größten Förderer bezeichnen?
Superlative sind immer schwierig. Damit wird man auch den anderen Leuten nicht gerecht, die ebenfalls viel für meine Karriere getan haben. Aber Jens Keller hat mir auf jeden Fall den letzten Push gegeben. Unter ihm habe ich mich zu einem noch reiferen Spieler entwickelt.

Die Art und Weise, wie Domenico Tedesco auf unser erstes Gespräch vorbereitet war, hat mich tief beeindruckt.

Steven Skzrybski

Hast du mit Jens Keller gesprochen, als die Anfrage aus Gelsenkirchen kam?
Jens Keller wusste von Amtsantritt an von meiner Begeisterung für Königsblau. Und ich wusste natürlich auch über seine Vergangenheit mit Schalke Bescheid. Deswegen haben wir uns davor schon sehr oft ausgetauscht: Darüber, wie der Verein tickt, wie er aufgebaut ist und wie groß er auch im Vergleich zur Union ist. Allein die Tatsache, dass hier in die Arena dreimal so viele Menschen wie ins Stadion an der Alten Försterei reinpassen. Nach dem Angebot haben wir dann nicht mehr extra gesprochen. Für mich war die Entscheidung sofort klar, als die Anfrage kam. Da musste ich nicht lange überlegen. Erst danach hatten wir wieder Kontakt und Jens Keller hat mir zum Wechsel gratuliert.

Dafür hast du dich im Vorfeld mit deinem neuen Coach Domenico Tedesco unterhalten. Wie lief das Gespräch?
Das war schon etwas sehr Besonderes. Die Art und Weise, wie er auf das Gespräch vorbereitet war, hat mich tief beeindruckt. Er wusste sehr viel über mich. Sowohl aus der Zeit, als er bei Aue selbst noch Trainer in der zweiten Liga war. Als auch seine Beurteilung meiner Leistung aus der letzten Saison, wo wir in dem Sinne keine Berührungspunkte mehr als direkte Gegner hatten. All das und die Vorstellungen, die er mit mir für die Zukunft hatte, haben mich dazu gebracht, zu sagen: Darauf habe ich richtig Bock!

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