Suat Serdar: Zusätzliche Läufe bringen mich nach vorne

Gemeinsam mit Alexander Nübel errang Suat Serdar mit der deutschen U21-Nationalmannschaft die Silbermedaille bei der Junioren-Europameisterschaft. Anschließend lud er im Urlaub die Akkus auf und stieg absprachegemäß später ins Training ein. Im Interview mit schalke04.de spricht der Mittelfeldmann über die Schwerpunkte in Mittersill, das verlorene Endspiel gegen Spanien, sein erstes Jahr im S04-Trikot und die anstehende Spielzeit.

Suat, das Trainingslager in Mittersill ist fast vorbei. Wie bist du mit eurer Arbeit zufrieden?
Ich finde, dass die gesamte Mannschaft gut mitgezogen hat und wir alle konzentriert zu Werke gegangen sind. Gerade die Einheit am Mittwoch war sehr intensiv. Zum Abschluss haben wir noch die beiden Testspiele gegen Alanyaspor und den FC Villarreal vor der Brust. In diesen Partien wollen wir möglichst viele Trainingsinhalte schon umsetzen.

Welche Schwerpunkte hat David Wagner in den bisherigen Einheiten gesetzt?
Wir haben sehr viel am Umschaltspiel und auch am Pressing gearbeitet. Wenn wir den Ball erobern, wollen wir schnell nach vorne spielen. Dabei dürfen wir aber nicht zu überhastet agieren. Wenn es nicht anders geht, muss ein Ball auch mal hintenrum gespielt werden, um das Geschehen auf dem Platz zu beruhigen.

Wir haben sehr viel am Umschaltspiel und auch am Pressing gearbeitet.

Suat Serdar

Du bist nach der Junioren-Europameisterschaft etwas später als viele deiner Mitspieler ins Training eingestiegen. Hast du den Rückstand schon aufholen können?
Ich komme mehr und mehr in meinen Rhythmus. Nach den Trainingseinheiten, wenn die meisten meiner Mitspieler schon vom Platz gehen, absolviere ich noch zusätzliche Läufe. Ich spüre, wie mich das nach vorne bringt.

War das Finale gegen Spanien das bislang größte Spiel in deiner Karriere?
Es war sicherlich ein großes Spiel, aber vielleicht nicht das allergrößte. Ich tue mich schwer, beim Rückblick auf meine bisherige Laufbahn eine konkrete Wertung vorzunehmen. Schließlich habe ich im vergangenen Jahr auch einige bedeutende Partien in der Champions League spielen dürfen.

Was überwiegt: Die Enttäuschung, dass ihr das Endspiel verloren habt? Oder der Stolz, dass ihr die Silbermedaille gewonnen habt und euch für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizieren konntet?
Ich denke, wir können als Mannschaft stolz auf unsere Leistung sein. Natürlich hätten wir das Finale gerne gewonnen, alles andere wäre gelogen. Aber das Olympia-Ticket ist auch eine große Geschichte. Ich hoffe, dass ich im kommenden Sommer nominiert werde. Vom Alter her passt es, ich bin spielberechtigt.

Glaubst du, dass dich die Junioren-Europameisterschaft als Spieler noch weiter hat reifen lassen?
Auf jeden Fall. An so einem Turnier teilnehmen zu dürfen, das ist etwas ganz Besonderes. Es war ein tolles Erlebnis, das mich sicherlich noch einmal vorangebracht hat.

Wie bewertest du deine erste Saison im Schalke-Trikot?
Im Vorfeld hatte ich mir natürlich erhofft, dass wir einen anderen Tabellenplatz belegen. Für mich persönlich war das Jahr nicht ganz einfach. Ich bin noch jung, war das erste Mal weiter weg von der Familie, habe das erste Mal allein gewohnt. Dazu lief es sportlich nicht für uns als Mannschaft. Zum Glück haben wir am Ende das Schlimmste abgewendet.

Was hast du dir für die anstehende Spielzeit vorgenommen?
Die Frage dürfte sich von selbst beantworten. Wir wollen besser abschneiden als im Vorjahr.

Für mich persönlich war das abgelaufene Jahr nicht ganz einfach.

Suat Serdar

In den Testspielen gegen Norwich City, den FC Twente und den FC Bologna habt ihr bislang keinen Sieg einfahren können. Wie viel Aussagekraft haben diese Ergebnisse?
Natürlich wäre der eine oder andere Sieg schön gewesen. Aber wichtiger sind die Erkenntnisse, die solche Partien liefern. Zudem darf man nicht vergessen, dass einige Spieler, neben mir zum Beispiel auch Weston McKennie und Alexander Nübel, erst später in die Vorbereitung eingestiegen sind und deshalb noch nicht so viele Spielminuten bekommen haben. Ich würde die Ergebnisse deshalb nicht überbewerten.

Ernst wird es am Samstag in einer Woche im DFB-Pokal beim Regionalligisten SV Drochtersen-Assel. Worauf kommt es in solchen Duellen an?
Wir sind der Favorit, dieser Rolle wollen und müssen wir gerecht werden. Ich finde, dass die erste Runde im DFB-Pokal immer die schwierigste ist, weil jeder erwartet, dass du gewinnst. Wir müssen konzentriert, aggressiv und zielstrebig auftreten. Und schnell ein Tor erzielen.

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