Weston McKennie über lange Spaziergänge und die Lust auf eine Grätsche

Erst schwitzen, dann abschalten und den Kopf freibekommen. So laufen derzeit die meisten Tage bei Weston McKennie ab. Im Interview mit schalke04.de spricht der Mittelfeldmann über das Training in Kleingruppen, Spaziergänge mit seinen Hunden und seine Familie, die in den USA lebt.

Weston McKennie

Weston, du hast vor fast zwei Monaten gegen die TSG 1899 Hoffenheim das letzte Schalker Tor in der Bundesliga erzielt. Wenige Tage nach dem Spiel wurde der Spielbetrieb unterbrochen. Wie bleibst du in dieser ungewissen Zeit fit im Kopf?
Das ist gar nicht so einfach. Aber es ist unsere Aufgabe, fokussiert zu bleiben – auch wenn wir nicht wissen, wann genau wieder Fußball gespielt werden kann. Ich bin auf jeden Fall bereit und habe das Ziel, die Saison erfolgreich abzuschließen.

Derzeit trainiert ihr in Kleingruppen. Welche Übung, die ihr sonst mit der ganzen Mannschaft trainiert, vermisst du am meisten?
Ganz klar die Zweikämpfe in einem klassischen Trainingsspiel. Vier gegen vier oder Sieben gegen sieben, da geht es sonst immer heiß her. Einfach mal wieder um den Ball fighten, eine Grätsche ansetzen, das fehlt mir schon sehr.

Wie vertreibst du dir aktuell die Zeit, wenn du nicht trainierst?
Ich trainiere derzeit sehr viel, auch zu Hause mit meinen eigenen Fitnessgeräten. Aber natürlich schalte ich zwischendurch auch immer wieder mal ab. Ich zocke gerne, unter anderem Fortnite und natürlich auch FIFA. Zudem gehe ich gerne mit meinen Hunden spazieren.

Einfach mal wieder um den Ball fighten, eine Grätsche ansetzen, das fehlt mir schon sehr.

Weston McKennie

Entspannen dich solche Spaziergänge?
Ja. Dabei bekomme ich den Kopf richtig frei. Wobei ich ehrlich bin, es sind nicht nur Spaziergänge (lacht). Wenn ich mit meinem Husky unterwegs bin, sitze ich auf dem Fahrrad. Das klappt ganz gut. So kommen wir beide auf unsere Kosten. Meine Akita ist da etwas chilliger. Sie läuft lieber in einem gemütlichen Tempo. Das sind dann tatsächlich Spaziergänge.

Deine Familie lebt in den USA. Wie geht es deinen Eltern?
Ihnen geht es gut, beide sind gesund. Wir telefonieren sehr häufig und tauschen uns aus. Ich möchte wissen, wie die Lage bei ihnen ist – und natürlich fragen sie auch mich, wie es in Gelsenkirchen läuft.

Freust du dich schon, wenn du das nächste Mal in die USA fliegen kannst?
Auf jeden Fall. Ich war jetzt fast ein Jahr lang nicht in der Heimat. Mein letzter Aufenthalt dort war im Sommer des vergangenen Jahres. Deshalb hoffe ich, dass ich meine Familie bald wiedersehen und auch in die Arme schließen kann. Zudem kann ich es kaum erwarten, auch ein paar alte Freunde zu treffen.

Gemeinsam mit einigen Mitspielern aus dem US-Team engagierst du dich für die Aktion „Feeding America“. Wie kam es dazu?
Wir alle waren uns einig, dass wir Menschen, denen es nicht so gut geht, helfen möchten. Niemand muss hungern. Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt, deshalb möchte ich etwas zurückgeben.

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