Weston McKennie: Zerbreche mir nicht den Kopf

In seiner ersten Saison im Profifußball kam Weston McKennie in 25 Pflichtspielen zum Einsatz. Im Interview mit schalke04.de spricht der US-amerikanische Nationalspieler über seine Ziele für die anstehende Spielzeit, den Kampf um die Plätze in der ersten Elf und den Traum vom ersten Tor.

Weston, hattest vor einem Jahr damit gerechnet, so häufig zum Einsatz zu kommen?
Ich hatte mirim Vorfeld keine bestimmte Anzahl an Spielen vorgenommen. Mein Ziel war es einfach, mich jeden Tag zu verbessern, jeden Tag zu lernen und hart zu arbeiten. Der Trainerstab, die Verantwortlichen, einfach der gesamte Verein haben mir dabei ihr Vertrauen geschenkt. Dafür, dass es am Ende 25 Spiele geworden sind, bin ich sehr dankbar.

Was war dein Highlight des Vorjahres?
Da gab es einige. Für uns als Mannschaft war das 4:4 im ersten Derby sicherlich ein Moment, den wir nie wieder vergessen werden. Für mich persönlich lief der Tag aber nicht ganz so gut. Ich hatte früh eine Gelbe Karte kassiert und wurde daher beim Stand von 0:4 ausgewechselt. Am Ende war ich aber trotzdem glücklich, dass wir dem Spiel noch eine positive Wendung geben konnten. Auch das Rückspiel war etwas ganz Besonderes: 2:0 im Derby vor den eigenen Fans zu gewinnen und danach zu feiern, das war großartig. Ich bin stolz, dass ich ein Teil dieses Teams sein darf und wir es als Mannschaft geschafft haben, Deutscher Vizemeister zu werden.

Mit Leon Goretzka und Max Meyer haben zwei Spieler, die auf deiner Position gespielt haben, den Verein verlassen. Neu dabei sind Suat Serdar und Omar Mascarell. Der Kampf um die Plätze in der ersten Elf bleibt also spannend. Wie schätzt du deine Chancen ein, beim Saisonstart auf dem Platz zu stehen?
Ganz ehrlich, da halte ich es wie im Vorjahr und zerbreche mir nicht den Kopf. Ich werde weiter hart arbeiten und mich im Training anbieten. Am Ende wird der Trainer entscheiden, wer spielt. Seine Entscheidungen haben wir alle zu akzeptieren. Aber klar, ich habe natürlich den Anspruch an mich selbst, so häufig wie möglich zu spielen.

Du giltst als einer der größten und auch kreativsten Spaßvögel im Team. Wir wollen uns gar nicht ausmalen, was passiert, wenn du deinen ersten Bundesligatreffer erzielst. Hast du schon einen Jubel im Kopf?
Sollte ich tatsächlich treffen, wird mir schon etwas einfallen. Wichtiger als der Jubel ist erst einmal das Tor (lacht). Darauf sollte ich mich konzentrieren. Ein Treffer im Schalke-Trikot wäre ein Traum.

Hat sich der sportliche Erfolg für dich in deiner Heimat bemerkbar gemacht? Kannst du noch unerkannt durch die Straßen in den USA gehen?
Fußball hat in den USA nicht einen ganz so großen Stellenwert wie in Deutschland. Deshalb werde ich nicht immer erkannt, wenn ich privat unterwegs bin. Das finde ich aber gar nicht schlimm. Wenn wir mit der Nationalmannschaft unterwegs sind, ist es natürlich etwas anderes.

Nach dem Verpassen der WM findet in der US-amerikanischen Nationalelf ein Neuaufbau mit jungen Spielern statt. Eure ersten Ergebnisse waren recht vielversprechend. Unter anderem gab es im Juni ein 1:1 gegen den späteren Weltmeister Frankreich!
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir 2022 wieder dabei sind. Wir sind eine hungrige Truppe, die sich untereinander sehr gut versteht. Viele unserer Spieler stehen bei großen Vereinen unter Vertrag und sammeln wichtige Erfahrungen. Mir persönlich werden gerade die Aufgaben in der Champions League helfen, um als Spieler und Persönlichkeit noch weiter zu wachsen.

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