1. Januar: Todestag von Ernst Kuzorra

Das Jahr 1990 beginnt für die Königsblauen mit einem großen Verlust. Am Neujahrsmorgen verabschiedet sich Schalkes größter Sohn für immer. Rund 1.000 Menschen erweisen Ernst Kuzorra die letzte Ehre. Seine Beisetzung bleibt jedoch nicht frei von Kuriositäten.

1990: Zwei Trauerzüge für eine Schalker Legende

„Ich konnte keinen Stein und keine Blechdose auf der Straße liegen lassen. Jeden Tag gab es nur Fußball, Fußball“ – kein Wunder also, dass Ernst Kuzorra, geboren am 16. Oktober 1905 in Gelsenkirchen, schon früh den Weg zum FC Schalke fand. Arbeitete er nach seiner Schulzeit zunächst auf der Zeche Consolidation, so konzentrierte er sich wenig später voll und ganz auf seine sportliche Leidenschaft. Die goldrichtige Entscheidung, prägte Kuzorra die erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte mit sechs Meistertiteln von 1934 bis 1942 doch entscheidend mit. Zusammen mit Fritz Szepan erhält er im November 1950 ein Abschiedsspiel gegen den brasilianischen Meister Belo Horizonte.

Endgültig Abschiednehmen von ihrem größten Sohn muss die Vereinsfamilie zu Jahresbeginn 1990. Alles, was auf Schalke Rang und Namen hat, erscheint zur Beerdigung auf dem Friedhof Rosenhügel und lauscht den würdigenden Worten von Pfarrer Hans-Joachim Dohm. Lediglich ein Mann fehlt: Präsident Günter Eichberg, der von einem Verkehrsstau aufgehalten wird. Als Eichberg drei Stunden nach der Beisetzung erscheint, findet – wie so häufig – Mannschaftsbetreuer Charly Neumann einen Ausweg aus dem Dilemma: Er organisiert kurzerhand eine Wiederholung des Trauerzuges samt Kranzniederlegung in einem kleinen Kreis, ehe Kuzorra endgültig seine letzte Ruhe findet.

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