10. April: Vor 27 Jahren starb Hermann Eppenhoff

Als Spieler und als Trainer Deutscher Meister werden: Dieses Kunststück gelingt nur wenigen. Hermann Eppenhoff, der am 10. April 1992 verstirbt, ist einer von ihnen.

1992: Hermann Eppenhoff verstirbt

Die Stunden vor seinem Herztod gehören wie sein ganzes Leben dem geliebten Fußball. Hermann Eppenhoff stirbt auf dem Rückweg vom Spiel des BVB gegen Bayern München. Noch einmal sieht er die Borussia, die er 1963 als Trainer zu ihrer dritten Deutschen Meisterschaft führte. Seine größten Erfolge als Spieler indes feiert er im Trikot der Knappen.

Ernst Kuzorra entdeckt den damals 17-jährigen Eppenhoff bei der SpVgg Röhlinghausen. Seine geschmeidigen und trickreichen Bewegungen begeistern den Clemens, der dafür sorgt, dass der Junge aus Wanne-Eickel zum Schalker Markt kommt. Ein Schritt, den beiden Seiten nicht bereuen sollen. Der Mittelstürmer, der ebenso Rechtsaußen spielt, ist Mitglied der Schalker Endspiel-Mannschaften, die 1939 (9:0 gegen Admira Wien) und 1942 (2:0 gegen Vienna Wien) die Victoria gewinnen. Zudem streift er sich in dieser Zeit dreimal das Trikot der Nationalmannschaft über.

Doch Eppenhoff macht sich nicht nur in den erfolgreichen Zeiten der königsblauen Kicker verdient um den Verein, er lässt Schalke auch in weniger glorreichen Tagen nicht im Stich. Zusammen mit Walter Zwickhofer bildet er das Führungs-Duo, um das nach dem zweiten Weltkrieg ein neues Team aufgebaut wird. Er ist Vorbild und Leitfigur für die neue Generation. Wie bedeutsam Eppenhoff für die junge Auswahl ist, wird vor allem im DFB-Pokalfinale 1955 deutlich.

In der Partie gegen den Karlsruher SC bekommt Eppenhoff beim Stand von 2:2 aus nächster Nähe einen Ball volley an den Kopf. Er geht zu Boden und wirkt angeschlagen. Damals gibt es noch nicht die Möglichkeit des Auswechselns, also spielt Eppenhoff weiter. Das Spiel geht mit 2:3 verloren. In der Kabine fragt er seine Kameraden, wie die Begegnung ausgegangen sei. Die sehen ihn fragend an. Er weiß es nicht. Er hat mit einer schweren Gehirnerschütterung bis zum Ende durchgehalten. Seine Begründung: „Ich wollte euch nicht im Stich lassen.“

Mit dieser moralischen Größe und Selbstdisziplin arbeitet er später auch als Trainer. Die Liste seiner Erfolge ist lang. Er gewinnt nicht nur mit Dortmund die Meisterschaft, sondern bringt den MSV Duisburg (1966) sowie den VfL Bochum (1968) ins DFB-Pokal-Finale. Darüber hinaus verhilft er dem VfB Stuttgart (1972-1974) zu Europapokalehren. Nach seinem Tod tragen nicht nur die Schalker Trauer.

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