14. Mai: Sieg gegen Neunkirchen sichert den Klassenerhalt

Vor der Saison 1965/1966 sieht es gar nicht gut aus für den FC Schalke 04. In der Vorsaison sportlich abgestiegen, haben die Knappen von der Aufstockung der Bundesliga auf 18 Vereine profitiert. Viele Leistungsträger verlassen aber den Verein, der "richtige" Abstieg scheint vorprogrammiert. Doch dem unerfahrenen Team um die Routiniers Manfred Kreuz und Günter Hermann gelingt der Klassenerhalt. Am 14. Mai 1966 sorgt ein 2:0 über Borussia Neunkirchen für Gänsehautgefühle in der Glückauf-Kampfbahn.

1966: S04 hält mit 2:0-Erfolg gegen Abstiegskonkurrenten die Klasse

Trainer Fritz Langner ist zu Beginn der Spielzeit nicht zu beneiden. Der Fast-Abstieg 1965 zieht eine regelgerechte Spieler-Flucht nach sich. Gyula Toth geht zum 1. FC Nürnberg, Hans Nowak zu Bayern München, Waldemar Gerhardt zur Fortuna nach Düsseldorf, Willi Koslowski zum Nachbarn Rot-Weiss Essen, das große Talent Reinhard Libuda heuert beim BVB an, Willi Schulz folgt dem Ruf Uwe Seelers zum Hamburger SV. Unerfahrene Spieler wie Klaus Fichtel oder Amateurnationalspieler Gerd Neuser sollen den Club retten.

Mit einer 0:1-Niederlage startet das Team in die Saison. Erst am achten Spieltag gibt es den ersten Sieg (2:1 gegen den HSV) für Königsblau. Es wird eine Spielzeit voller Bibbern und Zittern. Die Entscheidung fällt am drittletzten Spieltag. In der ausverkauften Glückauf-Kampfbahn empfängt Schalke den direkten Abstiegskonkurrenten Borussia Neunkirchen.

Als Manfred Kreuz fünf Minuten vor Schluss mit dem 2:0 die Entscheidung herbeiführt, singen 36.000 Anhänger bis zum Schlusspfiff das Vereinslied, das noch kilometerweit zu hören ist. Die Strophe, in der von den „Tausend Freunden, die zusammenstehn“ die Rede ist, nimmt an diesem Nachmittag Gestalt an.

„Da ist man nicht mehr der harte Fußballer. Da kriegt man Tränen in den Augen, auch auf dem Platz“, so Kapitän Kreuz. Für Klaus Fichtel, 23-facher Nationalspieler und WM-Teilnehmer, ist das Spiel gegen Neunkirchen noch heute das bewegendste Erlebnis, das ihm in seiner Laufbahn widerfahren ist: „Wildfremde Menschen lagen sich in den Armen. Es war ein Jubel und eine Begeisterung, als wären wir zum achten Mal Deutscher Meister geworden.“

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