18. Mai: Klodt führt Schalke zur siebten Meisterschaft

Der 3:0-Erfolg der Knappen gegen den Hamburger SV im Finale um die Deutsche Meisterschaft 1958 ist in erster Linie mit seinem Namen verbunden: Berni Klodt. Der Kapitän, der schon vor dem Krieg mit Kuzorra und Szepan in einer Mannschaft spielt und als Bindeglied zur ruhmreichen Ära gilt, sorgt mit seinen zwei Toren nicht nur für die 2:0-Pausenführung, sondern ist als Führungsspieler ungemein wichtig für die junge Schalker Mannschaft.

1958: Schalke gewinnt Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den HSV

An Klodt und Verteidiger Günter Brocker können sich die Nachwuchskräfte orientieren. Sie geben dem Team – ohne die beiden Routiniers im Durchschnitt 24,4 Jahre alt – beim Endspiel im Niedersachsenstadion von Hannover die nötige Sicherheit. Und das daraus resultierende Selbstvertrauen wird noch größer, als Klodt bereits in der fünften Minute die Führung erzielt. Einen Flankenball von Günter Siebert wuchtet der Kapitän an Torwart Horst Schnoor vorbei zum 1:0 ins Netz.

Während die Schalker in der Folgezeit ihr Angriffsspiel bedacht aufbauen, versuchen die Hamburger ihr Glück mit Fernschüssen – jedoch ohne Erfolg. Zwingender sind die Aktionen der Westdeutschen: Siebert kommt nach gut 20 Minuten im Strafraum an den Ball, sein Schuss streift allerdings knapp am linken Torpfosten vorbei – genau wie bei Heiner Kördell einige Minuten später.

Nach einer knappen halben Stunde liegt der Ball dann zum zweiten Mal an diesem Tag im Kasten der Hanseaten: Der erst 21-jährige Willi Koslowski legt per Kurzpass für Klodt auf. Der Weltmeister von 1954 schießt das Leder aus 14 Metern flach und platziert zum 2:0 ins rechte Eck ein.

Jetzt müssen die Hamburger noch mehr riskieren. Goalgetter Uwe Seeler hat seine ersten Möglichkeiten – die beste zwei Minuten vor der Pause, als seine Direktabnahme das Außennetz trifft. Doch mit der Zeit erlahmt das Angriffsspiel des Favoriten. Trainer Edi Frühwirth hat sich etwas Besonderes für Uwe Seeler ausgedacht. Stopper Otto Laszig deckt nicht allein den jungen Nationalspieler der Hamburger, sondern wechselt sich mit Karl Borutta und Günter Karnhof ab: Raumdeckung statt Manndeckung.

Nach der Pause wirft das Team von Trainer Günter Mahlmann noch einmal alles nach vorn. Der Weltmeister von 1954, Jupp Posipal, dirigiert die Angriffsbemühungen. Allerdings muss der HSV-Kapitän mit der Zeit erkennen, dass sich die Athletik der Schalker Läuferreihe durchsetzen wird.

Zudem besitzen die Knappen im Angriff einen Berni Klodt, der alle Stürmer auf dem Feld in den Schatten stellt. Der „Kicker“ schwärmt: „Es gibt wohl wenige Fußballer, sogar in Europa, die so ungewöhnlich variantenreich alle Register des Fußballs zu ziehen vermögen: die absolute Balltechnik, der Antritt am Flügel, das Rochieren in die Mitte, das Ballschleppen nach Verbinderart, das Dasein, wenn Tore locken, das direkte Kombinieren, das Dribbeln und – das Toremachen. Klodt ist das Gegenstück zu Matthews.“

Das 3:0 (80.) ist Manfred Kreuz vorbehalten. Er setzt sich an der rechten Strafraumhälfte durch, dribbelt in die Mitte und knallt das Leder ins linke Eck. Die siebte Deutsche Meisterschaft der Schalker ist perfekt.

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