19. März: Geburtstag von Mike Büskens

Nur wenige Schalker werden während ihrer aktiven Zeit im S04-Trikot von den Fans so sehr geliebt wie Mike Büskens. "Darauf bin ich stolz, weil ich niemanden in den Hintern gekrochen bin", sagt der Linksfuß und aktuelle Co-Trainer im Portrait von Christoph Biermann im Buch zum Pokalsieg 2001.

1968: Mike Büskens wird geboren

Michael Büskens ist ein altmodischer Fußballspieler. Wie die Kicker von einst, die über viele Jahre hinweg beim gleichen Verein spielten, identifiziert er sich mit Schalke 04. Mehr als 300 Pflichtspiele macht er für den Club, an den er „eine starke emotionale Bindung“ hat. Das zeigt er auch aktuell. An Huub Stevens‘ Seite ist er bis zum Saisonende als Co-Trainer für den S04 aktiv.

Büskens ist schon als Spieler über Fußball so enthusiastisch wie ein Fan in der Kurve. „Wenn ich einmal gegen Real Madrid spielen dürfte, würde ich dafür zahlen“, sagt Büskens, der Mitglied eines Fanclubs von Real ist, einst. „Ich bin eben fußballverrückt“, führt er fort: „Titel zu gewinnen, dafür lohnt es sich, Fußball zu spielen, da schreibt man Historie.“

Dabei gehört er in der B- und A-Jugend von Fortuna Düsseldorf lediglich zum zweiten Team. „Wenn man da anfängt, macht man eigentlich alles, nur nicht über 350 Bundesligaspiele.“ Er hat es geschafft.

Unvergessen ist sein Anteil am Gewinn des UEFA-Cups 1997, als er zum harten Kern der legendären „Eurofighter“ gehört. In dieser Rolle erzielt er auch das wohl wichtigste Tor seiner Karriere beim Hinspiel der dritten Runde in Brügge. Die Knappen liegen 0:1 zurück und in der 50. Minute verschießt Olaf Thon zu allem Überfluss einen Elfmeter. Nach der direkt darauffolgenden Ecke kommt der Ball per Kopfballabwehr zu Büskens, der mit vollem Risiko volley abzieht und genau in den Winkel zum Ausgleich trifft. Das Tor feiert Büskens in seiner unnachahmlichen Art mit einer zehn Meter langen Rutschpartie auf dem verschneiten Boden Richtung Schalker Fanblock. Die Gastgeber gewinnen am Ende zwar noch mit 2:1, doch Schalke siegt im Rückspiel mit 2:0 und zieht ins Viertelfinale gegen Valencia ein.

Auch diese UEFA-Cup-Runde hält für Büskens ein ganz besonderes Erlebnis bereit. Nach dem Rückspiel in Valencia, wo durch ein 1:1 das Weiterkommen gesichert wird, feiert er auf dem Rasen des Mestalla-Stadions mit dem Gänsehaut-Chor der 5.000 mitgereisten Schalker Fans („Happy Birthday, lieber Buyo“) in seinen Geburtstag hinein.

Beim Wechsel nach Duisburg 1999 verdrückt er ein paar Tränen, die Rückkehr zwölf Monate spät ist weniger romantisch. „99,9 Prozent der Leute hatten mich nicht mehr auf dem Zettel“, im Team fängt er „nicht bei Null, sondern bei minus Fünf“ an. In der Hinrunde leidet Büskens still den Schmerz des Reservisten. „Da spielten die Jungs in Freiburg oder Hamburg, und ich hatte die Autotür offen, um Radio zu hören, während ich im Vorgarten Unkraut gejätet habe.“ Das schlimmste Erlebnis hat der Halb-Aussortierte im Westfalenstadion. „Das ist wirklich hart, wenn man so eine emotionale Bindung an den Club hat, die Dortmunder in deren Stadion mit 4:0 weghaut und selbst irgendwo im Oberrang zuschaut.“

In der Rückrunde der Spielzeit 2000/2001 steht Büskens endlich wieder auf dem Zaun vor der Nordkurve und jubelt mit den Fans jubeln. „Das ist jetzt keine blöde Phrase: Die Leute haben immer zu mir gestanden, auch wenn es nicht so gut lief“, sagt er. Deshalb will er sein Glück mit ihnen teilen. Denn es gibt eine deckungsgleiche Sehnsucht zwischen ihm und den Fans: „Die wollen aus denselben Gründen wie ich siegen – weil sie den Verein lieben und mit ihm lange nichts zu lachen hatten.“

Am enthusiastischsten fällt dieser Jubel wohl beim DFB-Pokal-Finale 2001 aus, als er nach dem Sieg gegen Union Berlin noch mehr als eine Stunde nach dem Abpfiff gemeinsam mit Olli Reck und den Schalker Fans im Olympiastadion feiert, als seine Mannschaftskollegen schon längst in der Kabine sind.

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