21. März: Eichberg geht mit der Flinte zum Schiedsrichter

Diese Geschichte gehört zu den kuriosen Episoden der Präsidentschaft von Günter Eichberg. Am 21. März 1992 erhält Schiedsrichter Manfred Neuner für sein 100. Bundesligaspiel - Schalke gegen den MSV Duisburg - vom damaligen Vorsitzenden der Knappen ein Jagdgewehr überreicht. Ein Geschenk, das für einige Spekulationen sorgen soll.

1992: Geschenk an Schiri Neuner sorgt für Spekulationen

So berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ gut anderthalb Jahre danach über die vermeintlichen Hintergründe der mehr als großzügigen Aufmerksamkeit. Aufhänger für den Verdacht der Bestechung sei eine kryptische Äußerung von Schiedsrichter Neuner vor der Partie gewesen. Er soll zu Schalker Präsidiumsmitgliedern gesagt haben: „Ihr braucht euch heute keine Sorgen zu machen.“

Das Spiel geht 3:0 für die Schalker aus. Wobei es keinerlei Anhaltspunkte für eine aktive Beeinflussung des Spiels seitens des FIFA-Schiedsrichters (1985 bis 1991) gibt. Dennoch besitzen die Vorkommnisse einen faden Beigeschmack. Zwar beteuert der Mann in Schwarz, dass er das Gewehr „erst nach dem Spiel angenommen“ habe, doch der Preis des Geschenkes regt die Phantasie an.

Während der passionierte Jäger Manfred Neuner den Wert der Büchse auf 3.000 Mark beziffert, will „Der Spiegel“ wissen, dass sie 30.000 Mark wert ist. Kurze Zeit später beendet der Schiedsrichter seine Bundesliga-Laufbahn, obwohl die Altersgrenze noch nicht erreicht ist. „Ich bin freiwillig ausgeschieden, damit der Badische Fußballverband einen jungen Referee für die zweite Liga melden konnte“, begründet Neuner seinen Schritt im Jahr 1992.

Nach elf Jahren Erstklassigkeit verschwindet Neuner von der Bildfläche. Er pfeift danach lediglich bei ein paar Benefizspielen und frönt seinem großen Hobby, der Jagd. Ende 2001 stirbt der Leimener im Alter von 56 Jahren überraschend an einem Herzinfarkt.

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