26. Januar: Die „Sünder“ kehren zurück

Das Leiden hat endlich ein Ende. Am 26. Januar 1974 sind mit Rolf Rüssmann, Aki Lütkebohmert und Klaus Fichtel die letzten Schalker wieder spielberechtigt, die 1971 in den Bundesliga-Skandal verwickelt sind. Der 2:1-Sieg gegen Kickers Offenbach auf dem gefürchteten Bieberer Berg ist der Startschuss einer Aufholjagd.

1974: Schalke-Trio ist wieder einsatzberechtigt

Günter Siebert überschlägt sich nach dem Schlusspfiff fast. Während der Schalke-Präsident frohlockt: „Eine neue Supermannschaft ist geboren!“, reagiert Trainer Ivica Horvat gemäßigter. „Ich bin zufrieden“, kommt lediglich über seine Lippen.

Und das darf der jugoslawische Coach auch sein. Die drei „Sünder“ bieten ein ansprechendes Comeback. Rolf Rüssmann hat den späteren Nationalspieler Erwin Kostedde gut im Griff, Klaus Fichtel ist sofort der gewohnt umsichtige Abwehr-Chef, und Herbert „Aki“ Lütkebohmert kurbelt wie in besten Zeiten das Mittelfeldspiel an. Durch die drei Rückkehrer kann Coach Horvat bis auf van Haaren erneut auf die Mannschaft zurückgreifen, die 1972 Zweiter in der Liga und Pokalsieger wurde.

Eine Entwicklung, die Siebert von großen Zielen träumen lässt. Vollmundig verspricht er: „In zwei Jahren sind wir Deutscher Meister.“ In der laufenden Saison will er sich mit einem fünften Rang begnügen.

Beide Vorgaben kann die Mannschaft, die vor der Winterpause noch auf Platz 15 liegt, nicht erfüllen. Nach elf Siegen bei nur zwei Niederlagen und einem zwischenzeitlichen Vorrücken auf Rang fünf folgt ein Rückschlag. Drei Pleiten gegen Köln, Duisburg und Kaiserslautern kosten die schon sicher geglaubte Qualifikation für den UEFA-Cup. Das Team wird in der Abschlusstabelle Siebter.

Doch damit nicht genug schlechte Nachrichten für die Schalker. Am 25. Mai 1974, eine Woche nach Meisterschafts-Abpfiff, erhebt die Staatanwaltschaft Essen Anklage gegen Schalker Bundesligaspieler und Funktionäre wegen Meineids. Erst Ende 1977 kann das höchst unerfreuliche Kapitel für den Verein endgültig ad acta gelegt werden.

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