3. Dezember: Die Fans schließen „Yyyves“ wieder in ihre Herzen

Schalke muss gegen Brügge bis in die Schlussminuten zittern, doch das Bollwerk hält – auch dank des überragenden Yves Eigenrauch, der es sich zuvor mit den Fans zu verscherzen drohte. schalke04.de schaut in den Rückspiegel und blickt auf historische Ereignisse vom 3. Dezember aus mehr als 114 Jahren Vereinsgeschichte zurück.

1996: Malocher Eigenrauch wird zum Helden gegen Brügge

Der Kapitän ist sich sicher: „Ich gehe davon aus, dass wir jetzt in den Geschichtsbüchern von Schalke auftauchen“, sagt Olaf Thon nach dem 2:0 im UEFA-Cup gegen den Club Brügge. Der Sieg im Rückspiel am 3. Dezember 1996 bedeutet den Einzug der Knappen ins Viertelfinale. Großen Anteil daran hat Defensiv-Mann „Yyyves“ Eigenrauch. 30 Minuten lang sieht es so aus, als müssten die Anhänger nicht mehr um das Weiterkommen bangen. Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel gehen die Schalker in der neunten Minute durch Martin Max in Front, der von einer herrlichen Vorarbeit von Marc Wilmots profitiert. Es ist allerdings der einzige Treffer der Sturm- und Drangperiode. Wilmots ist mit seinen kernigen Schüssen genauso erfolglos wie Mike Büskens oder Max bei weiteren Möglichkeiten. Somit muss in Durchgang zwei gezittert werden, was nicht nur auf den Nieselregen im Parkstadion zurückzuführen ist. Die Belgier lösen sich aus der königsblauen Umklammerung und legen den Vorwärtsgang ein. Das Spielgeschehen verlagert sich vor das Tor der Knappen, wo ein Mann über sich hinauswächst: Yves Eigenrauch. Gerade eine Verletzung auskuriert, ist es seine Heimpremiere nach der Trainerentlassung von Jörg Berger. Der Mindener zog den Zorn des Publikums auf sich, als er in einer hitzigen Diskussion, in dessen Verlauf er einige Beschimpfungen schlucken muss, sagte: „Wir sind den Fans keine Rechenschaft schuldig.“ Dieser Satz wird Eigenrauch übel genommen. Beim Auswärtsspiel in Freiburg wird er sogar von einigen Anhängern ausgepfiffen. Mitte der zweiten Halbzeit gegen Brügge ist klar: Der Herr Eigenrauch ist wieder „Yyyves“. Er bietet eine leidenschaftliche Vorstellung und krönt sie mit einer dreifachen Rettungstat Mitte der zweiten Hälfte. Der Abwehrmann klärt innerhalb von wenigen Sekunden dreimal per Flugkopfball. Die Menge tobte, während der Hauptdarsteller die Szene hinterher so kommentiert: „Es war mit eher peinlich. Mein erster Gedanke war, wie albern diese Situation gewirkt haben muss. Du springst dreimal genau gleich ab, das Ganze aus Kräftemangel ein bisschen ungelenk. Irgendwie echt albern.“ Aber effektiv und mitreißend. Das Abwehrbollwerk hält, Brügge erspielt sich keine einzige Torchance und Youri Mulder verjagt durch sein 2:0 per Kopf in der 90. Minute die letzten Zweifel.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren

kalenderblatt_homburg_schalke

23. April: Verbale Höchststrafe für Schalke-Profis

Die Geduld der Schalker Anhängerschaft ist am Ende. 1:8 in München verloren, nur 1:1 im eigenen Stadion gegen Waldhof Mannheim und dann das: Im Kellerduell des 29. Spieltages verliert die Mannschaft von Horst Franz am 23. April 1988 mit 1:3 beim FC Homburg. Die Fans sind bedient und quittieren die desolate Vorstellung mit einem Gesang, der seitdem als verbale Höchststrafe der eigenen Anhänger gilt.

kalenderblatt_schalke_teneriffa

22. April: Schalke ringt Teneriffa nieder und zieht ins Finale ein

Teneriffas Trainer Jupp Heynckes ist sich vor dem Halbfinal-Rückspiel im UEFA-Cup beim FC Schalke 04 noch sicher: "Wir haben schon immer groß aufgetrumpft, wenn es notwendig war. Wir haben vor, das Spiel zu gewinnen." Doch nach 120 Nerven aufreibenden Minuten machen die Knappen die 0:1-Hinspielniederlage wett und ziehen am 22. April 1997 mit einem 2:0-Sieg erstmals in ein Europapokal-Endspiel ein.

kalenderblatt_schweisfurth

21. April: Geburtstag von Meisterspieler Otto Schweisfurth

13 Jahre lang gehört Otto Schweisfurth, der am 21. April 1916 in Gelsenkirchen-Horst geboren wird, zur Stammformation der Mannschaft, die den legendären Schalker Kreisel zelebriert. Von 1935 bis 1948 bildet der "eisenharte Verteidiger" zusammen mit Hans Bornemann ein gefürchtetes Abwehr-Gespann. Schweisfurth gewinnt drei Deutsche Meisterschaften. Im Dezember 2001 verstirbt er im Alter von 85 Jahren.

kalenderblatt_toth

20. April: Vor 78 Jahren wurde Gyula Toth geboren

Als die Bundesliga 1963 ihren Spielbetrieb aufnimmt, sind ausländische Spieler noch eine Seltenheit. Der erste Fußballer auf Schalke ohne deutsche Staatsbürgerschaft ist Gyula Toth, der am 20. April 1941 in Ungarn geboren wird.