4. März: Schalke spielt im Landesmeister-Pokal gegen Atlético Madrid

Im Viertelfinale des Europapokals der Landesmeister 1958/1959 zieht Schalke 04 einen dicken Brocken. Atlético Madrid mit dem brasilianischen Weltmeister Vava gilt im Duell mit dem Deutschen Meister als klarer Favorit und wird dieser Rolle vor allem im Hinspiel am 4. März 1959 gerecht. Die Spanier gewinnen deutlich mit 3:0.

1959: Knappen verlieren vor 110.000 Zuschauern im Bernabéu

Davon, dass Real Madrid zwischen 1956 und 1960 fünfmal in Folge den Europapokal der Landesmeister gewinnt, profitiert 1958 Lokalrivale Atlético. Die Königlichen werden zwar erneut spanischer Meister, sind aber im Europapokal als Titelverteidiger gesetzt, sodass der spanische Verband einen zweiten Vertreter ins Rennen schicken darf.

Für Abwehrspieler Manfred Kreuz gibt es zwischen den spanischen Mannschaften ohnehin keinen Unterschied: „Atlético war damals genauso oder zumindest fast so genauso stark wie Real Madrid.“ Davon können sich die Knappen am 4. März 1959 überzeugen. Für diese Partie zieht Atlético ins Bernabéu-Stadion des Nachbarn Real um. 110.000 Zuschauer verfolgen das Spiel (Bild aus dem Rückspiel in Gelsenkirchen).

Allerdings treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich nicht gerade Bestform befinden. Die Spanier rangieren in der Meisterschaft lediglich auf Platz vier. „Wir befinden uns in einer Formkrise“, stapelt Madrids tschechischer Coach Ferdinand Daucik tief. Die Mannschaft seines Amtskollegen Edi Frühwirth hat sogar dreimal in Folge verloren. Entsprechend bescheiden sind die Hoffnungen des österreichischen Coaches: „Mit einer knappen Niederlage von ein, zwei Toren wäre ich schon zufrieden.“ Doch es soll für die Königsblauen schlimmer kommen.

Eine Halbzeit lang hält sich das Team von Edi Frühwirth achtbar gegen den Favoriten, dann bringt Mittelstürmer Vava die Hausherren nach einer sehenswerten Kombination mit 1:0 in Führung (48.). Anschließend sieht es jedoch nicht danach aus, als sollte Atlético ein deutlicher Sieg gelingen. In der 60. Minute geht Collar plötzlich nach einem Duell mit Kalli Borutta zu Boden. „Eine Schauspieleinlage“, beschweren sich Schalker nach dem Abpfiff, doch der italienische Schiedsrichter Moriconi stellt den Rechtsverteidiger wegen rohen Spiels vom Platz.

In Überzahl bekommen die Spanier Oberwasser, erhöhen zunächst durch Rechtsaußen Miguel – nach Vorlage von Collar – auf 2:0 (73.) und legen kurz vor Schluss durch Youngster Peiro nach, als Schalkes Keeper Manfred Orzessek einen Flachschuss von Vava nicht festhalten kann. Der Schlussmann fühlt sich beim 3:0 regelwidrig behindert: „Der Schiri hatte wohl Angst vor den 100.000 Zuschauern.“

Zwei Wochen später wollen die Knappen in der Glückauf-Kampfbahn zumindest einen ernsthaften Versuch unternehmen, das Unmögliche möglich zu machen. Doch zu mehr als einem frühen 1:0 durch Hans Nowak reicht es im Rückspiel am 18. März nicht. Und Vava erzielt mit einem fulminanten Weitschuss aus 35 Metern in der Nachspielzeit noch den Ausgleich.

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