4. Mai: Vor 115 Jahren wird Westfalia Schalke gegründet

Sieben Meisterschaften, fünf Pokalsiege, der UEFA-Cup-Erfolg 1997, mehr als 150.000 Vereinsmitglieder: Allein das Zahlenwerk des FC Schalke 04 ist beeindruckend. Zählt man die VELTINS-Arena und die starke emotionale Verbundenheit zwischen den königsblauen Fans und "ihrem" Verein dazu, erhält man einen der schillerndsten Fußball-Vereine in Europa. Schalke ist Kult, für viele sogar Mythos. Eine "Glaubensgemeinschaft", die der Legende nach am 4. Mai 1904 von acht Arbeitersöhnen ins Leben gerufen wurde.

1904: Der Mythos Schalke wird geboren

In einem Hinterhof nahe der Gewerkenstraße am Schalker Markt nimmt die Geschichte ihren Anfang. Ein Haufen 14- bis 15-jähriger Jungen, gerade aus der Schule entlassen und in der Siedlung zu Hause, hält dort regelmäßig seine Versammlungen ab. Sonntags zieht es sie zur Bismarcker Rampe, wo SuS Schalke 96, der alteingesessene Verein des Stadtteils, Fußball spielt. Der Sport fasziniert sie, sie wollen ihn ebenfalls betreiben. Nur besser.

Die Lösung: Die Gruppe gründet einen eigenen Verein. Der Name: Westfalia Schalke. Der erste Spielplatz: eine unebene Wiese am zerfallenen Herrschaftssitz „Haus Goor“. Die Vereinsfarben: Rot und Gelb – ein Holland-Import. In diesen Farben tritt eine niederländische Mannschaft an, die damals in Gelsenkirchen zu Gast ist.

Willy Gies, Josef Ferse, Viktor Krogull, Johann Kessel, Heinrich Kullmann, Adolf Oetzelmann, Josef Seimetz und Willy van den Berg heißen die acht Arbeitersöhne, die damals trotz ihres großen Enthusiasmus nicht ahnen können, dass sie an jenem Tag die Grundlage für einen Verein schaffen, der später als FC Schalke 04 (ab 1924) für Furore sorgt. Zumindest Willy Gies, Lehrling in der Herdfabrik „Küppersbusch“ und nicht zuletzt wegen seiner Begeisterungsfähigkeit Anführer der Jungenschar, soll bei einem Sonntagsspaziergang schon eine Vision gehabt haben: „Auch bei unserem Verein werden einmal 90.000 Zuschauer sein!“ Diese Zahl wird aus England von einem Pokalendspiel gemeldet.

In den 1898 gegründeten Westdeutschen Spielverband (WSV) wird der neue Club jedoch nicht aufgenommen. Er ist in den Anfangsjahren einer von den vielen „wilden Vereinen“, die überall wie Pilze aus dem Boden schießen. Warum der Verband trotz mehrfacher Anfrage die Aufnahme verweigert, ist bis heute unklar. Vielleicht liegt es an einer grundsätzlichen Ablehnung von Clubs aus dem Arbeitermilieu, vielleicht wollen die Verbandsoberen auch einfach nur abwarten, ob die Neugründung bestand hat. Mit 16 Mitgliedern endet das Gründungsjahr von Westfalia Schalke.

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