6. April: René Eijkelkamp feiert seinen 55. Geburtstag

René Eijkelkamp im Januar 1999: "Normalerweise fragen die Leute einen 35-Jährigen: Wann hörst du auf? Bei mir wollen sie, dass ich weitermache: Das genieße ich momentan einfach!" Was zu diesem Zeitpunkt niemand wahrhaben will: Eijkelkamp, der am 6. April 1964 im niederländischen Zwollerkerspel geboren wird, soll nur noch ein Spiel für die Königsblauen bestreiten.

1964: René Eijkelkamp wird geboren

Bereits im März ist es gewiss: René Eijkelkamp muss seine Fußballschuhe an den Nagel hängen. Nach fast vier Wochen Ruhepause und einer medikamentösen Behandlung hat sich der Zustand seiner lädierten linken Achillessehne nur minimal verbessert. „Die Schädigung der Sehne war nach 17 Jahren Profifußball zu intensiv, so dass die Behandlung trotz aller Hoffnungen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat“, stellt Schalkes damaliger Mannschaftsarzt Dr. Armin Langhorst die traurige Diagnose. „Renés Achillessehne ist nur noch zu 60 Prozent in einem halbwegs normalen Zustand. Die Gefahr ist groß, dass sie im Falle eines Risses nicht mehr zu befestigen wäre, zumal der Knochen sehr porös ist, und sich das Ödem in diesem Bereich nicht zurückgebildet hat.“

Verschleißerscheinungen bei einem Fußballer, der bei seiner Ankunft 1997 noch skeptisch empfangen wird, den die königsblaue Vereinsfamilie jedoch nach zwei Jahren eigentlich nicht mehr gehen lassen will. „Meine schönste Zeit als Profi hatte ich auf Schalke. Aber es hat keinen Sinn mehr. Ich will nicht nur auf dem Platz herumstehen und ein paar Bälle schlagen. Das ist was für alte Herren“, erklärt Eijkelkamp, der nicht nur mit dem Mund schlagfertig war.

Der schlaksige Stürmer, der nach dem UEFA-Cup-Sieg 1997 als Ersatz für den seinerzeit verletzten Youri Mulder geholt wird, begeistert auf dem Spielfeld durch ihm eigene Bewegungen. Reihenweise lässt er durch unorthodoxe Verrenkungen seine Gegenspieler ins Leere laufen und markierte wunderschöne Tore. In insgesamt 464 Erstligaspielen in Holland, Belgien und Deutschland erzielt Eijkelkamp 125 Treffer. Hinzu kommen sechs Länderspiele und 45 Europapokalspiele (elf Tore).

Der Publikumsliebling, der in 44 Spielen im königsblauen Trikot sechs Tore erzielt, kommt damals vom PSV Eindhoven (1995-1997) in den Ruhrpott, in den er täglich von seinem Bauernhof in einem Dorf bei Zwolle zum Training reist – zusammen mit seinem Bruder Harold, der ihn auf der eineinhalbstündigen Strecke begleitet. „Eigentlich hasse ich Kopfbälle. Aber seit ich mit meinem Bruder Harold einen eigenen Taxifahrer habe, der mich zwischen Schalke und Zwolle hin und her chauffiert, bin ich ausgeruht für solche Tore.“

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren