6. Mai: Fenne wird als Präsident bestätigt

Bis zu diesem Dienstag ist Dr. Hans-Joachim Fenne lediglich kommissarischer Nachfolger von Günter Siebert an der Vereinsspitze. Der Verwaltungsrat hat Siebert wegen "Engpässen des Vereins gegenüber Kreditinstituten" sowie Satzungsverstößen des Präsidenten im Dezember 1979 seines Amtes enthoben und an seiner Stelle den Gladbecker Unternehmensberater eingesetzt. Dieser Entscheidung schließt sich die Mitgliederversammlung am 6. Mai 1980 mehrheitlich an.

1980: Fenne führt Schalke als Präsident – mit überschaubarem Erfolg

Von den 660 anwesenden Stimmberechtigten votieren nur drei gegen Fenne, sieben enthalten sich. Damit bleibt Fenne Präsident. Eine Aufgabe, die mit vielen Schwierigkeiten behaftet ist. Den Verein drücken Verbindlichkeiten in Höhe von fast vier Millionen Mark, der Deutsche Fußball-Bund will Schalke die Lizenz verweigern.

Um den Verein zu konsolidieren, wählt der Vereinsboss einen strikten Sparkurs. Als erster wird Rüdiger Abramczik verkauft. Der Nationalspieler wechselt in der Sommerpause vor der Saison 1980/1981 für 1,1 Millionen Mark zu Borussia Dortmund. Weitere Stars folgen kurz vor dem Ende der ersten Serie: Rolf Rüssmann geht für 800.000 Mark ebenfalls nach Dortmund, Wolfram Wuttke für 950.000 Mark nach Mönchengladbach. Auf der anderen Seite lockt Fenne Rudi Assauer nach Schalke. Im Mai 1981 verlässt der ehemalige Bundesligaspieler (Borussia Dortmund und Werder Bremen) die Weser, um den Traditionsverein zu sanieren. Doch er kommt zu spät, um den ersten Abstieg aus der Bundesliga zu verhindern. Der personelle Aderlass im Winter ist zu groß. Im Juni verabschieden sich die Knappen aus der höchsten deutschen Spielklasse, der sie seit 1926 angehören.

Es folgt eine sportliche Achterbahnfahrt: Zweimal steigen die Knappen auf (1982 und 1984), zwischendurch geht es noch einmal runter (1983). In der Saison 1984/1985 scheint sich der Verein unter Fenne gefangen zu haben. Schalke landet als Aufsteiger in der Bundesliga auf einem guten achten Platz. Mit Olaf Thon reift ein Jahrhunderttalent heran und mit Klaus Täuber, der 18 Saisontore erzielt, hat der Verein wieder einen echten Goalgetter.

Doch schon im Herbst 1985 verschlechtert sich das Verhältnis zwischen dem Präsidenten und dem Manager. Fenne überlegt sogar, Assauer durch Rolf Rüssmann zu ersetzen, der Verwaltungsrat allerdings lehnt diesen Schritt ab. Die nächste Konfrontation bahnt sich im Sommer 1986 an. Vereinsboss Fenne attestiert Trainer Didi Ferner „zu wenig Charisma“ und tauscht ihn gegen Rolf Schafstall aus. Hinter dem Rücken von Manager Rudi Assauer.

Im Dezember ist dann für beide Schluss auf Schalke. Erst setzt Fenne den Manager vor die Tür, ein paar Tage später tritt er „aus sachlichen und persönlichen Gründen“ zurück. Er hinterlässt einen Verein, der sich in einer ähnlich misslichen Lage wie zu Beginn seiner Amtszeit befindet. Schalke 04 hat vier Millionen Mark Schulden und kämpft um den Klassenerhalt.

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