8. Dezember: Schalke verliert erstes deutsches Pokalfinale

Die Knappen gehen als Favorit in Endspiel gegen den 1. FC Nürnberg, werden dieser Rolle aber bei widrigen Wetterbedingungen nicht gerecht. schalke04.de schaut in den Rückspiegel und blickt auf historische Ereignisse vom 8. Dezember aus mehr als 114 Jahren Vereinsgeschichte zurück.

Pokalfinale 1936

1935: S04 muss sich im Pokalendspiel Nürnberg geschlagen geben

Die Knappen gehen als Favorit in das erste Deutsche Pokalfinale am 8. Dezember 1935, das zwischen Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg ausgetragen wird. Das Team von Hans „Bumbas“ Schmidt hat im Sommer die zweite Deutsche Meisterschaft in Folge gewonnen, die Mittelfranken befinden sich hingegen im Umbruch. Doch der Außenseiter überrascht und gewinnt mit 2:0.

Von Beginn an kommen die Franken mit der widrigen Witterung (Schneetreiben und Nieselregen) in Düsseldorf besser zurecht. Immer wieder suchen die Nürnberger nach zügigen Kombinationen den schnellen und damit oft überraschenden Torabschluss. Ganz anders die Schalker: Sie tragen ihre Angriffe viel zu umständlich vor. Vor allem die Läuferreihe Tibulsky, Nattkämper und Gellesch ist nicht in der Lage, den Ball aus der eigenen Abwehr in den Sturm zu bringen. Szepan lässt sich zunehmend nach hinten fallen, um von dort aus das Spiel zu ordnen. Doch ohne die Unterstützung der Läuferreihe wirkt der große Stratege hilflos. Knappen-Keeper Hermann Mellage rettet oft vor dem Clubberer Willi Spies.

So müssen die Franken bis zur 46. Minute warten, ehe das 1:0 fällt. Max Eiberger nutzt ein Durcheinander im Strafraum und lupft den Ball über den Torwart hinweg. Erst eine Viertelstunde vor dem Ende wachen die Schalker auf. Alles, was man bei ihnen bisher vermisst hat, ist nun vorhanden: präzises Zusammenspiel, haargenaue Ballabgabe, Einsatzbereitschaft und Siegeswille. Das Publikum wittert eine Wende, spendet rauschenden Beifall. Ernst Kuzorra jagt den Ball über den Querbalken, Szepan und Ernst Kalwitzki scheitern am reaktionsschnellen Köhl. Doch lange währt die königsblaue Angriffswelle nicht an. Schnell verfallen die Knappen wieder in Umstandskrämerei.

Die endgültige Entscheidung fällt fünf Minuten vor dem Ende: Gußner kommt im Zusammenspiel mit Eiberger über rechts, den harten Flachschuss des Nürnberger Rechtsaußens kann Mellage nicht festhalten, die Kugel rutscht ihm aus den Händen. Friedel schießt das Leder zum 2:0 ins Tor.

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