8. März: S04-Fans stimmen über Marinho-Transfer ab

Beim Bundesligaspiel zwischen den Knappen und Bayern München am 8. März 1975 bekommt die Schalker Vereinsfamilie exotischen Besuch. Francisco Marinho, Verteidiger mit Offensiv-Drang vom FC Botafogo Rio de Janeiro, sitzt auf der Tribüne des Parkstadions neben Präsident Günter Siebert, der den Brasilianer unbedingt verpflichten möchte. Um sein Ziel zu erreichen, greift der ehemalige Meisterspieler zu einer ungewöhnlichen Aktion und schießt damit ein legendäres Eigentor.

1975: Siebert schießt mit Abstimmung über Marinho-Transfer ein Eigentor

Gegen den Willen von Trainer Ivica Horvat („Ich habe gute Abwehrspieler, ich brauche Stürmer!“) lockt Siebert den extravaganten Fußballer, der bei der WM 1974 in Deutschland glänzte, nach Gelsenkirchen. Marinho soll1,4 Mio. DM Ablöse plus 240.000 DM Handgeld kosten. Vor der Partie gegen die Bayern werden die Anhänger dazu aufgefordert, über den Transfer abzustimmen. Die 70.000 Zuschauer erhalten Stimmkarten: „Marinho kaufen?“ und „Marinho-Zuschlag?“ lauten die beiden Fragen, bei denen entweder Ja oder Nein anzukreuzen ist.

Der Empfang für den Brasilianer, der mit einem weinroten Jeans-Anzug den Rasen betritt und dort den „Silbernen Otto“ der Jugendzeitschrift „Bravo“ überreicht bekommt, ist weniger herzlich. Die Schalke-Fans begegnen dem blonden Wuschelkopf mit den pelzgefütterten Handschuhen mit Skepsis.

Am nächsten Tag, als ausgezählt werden soll, sind die 30 Holz-Urnen mit den gesammelten Stimmzetteln leer. Es bleibt lediglich ein Rest von 450 in einem Pappkarton. „Die Müllabfuhr hat die Zettel auf die Kippe gebracht“, vermutet Siebert, der mit der winzigen Stichprobe zufrieden ist. Laut der verbliebenen Zettel votieren 75 Prozent für Marinho und 60 Prozent gegen einen Zuschlag.

Am 11. März folgt schließlich das Nein des Verwaltungsrats, der zum damaligen Zeitpunkt bei allen Ausgaben über 50.000 DM das letzte Wort hat. Dessen Vorsitzender Karl-Heinz Lange: „Die Förderung der Jugendarbeit muss Vorrang vor spektakulären Spielereinkäufen besitzen.“ Marinho trainiert noch einmal mit Schalke – und fliegt dann in seine südamerikanische Heimat.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Das könnte dich auch interessieren

kalenderblatt_aufstieg1984

20. Mai: S04 gelingt sofortiger Wiederaufstieg

Die Schmach ist getilgt. Nach dem bitteren Abstieg ein Jahr zuvor in der Relegation gegen Bayer 05 Uerdingen steigen die Schalker mit einem 2:0-Sieg bei Fortuna Köln vorzeitig in die Beletage des deutschen Fußballs auf. Der große Favorit ist seiner Rolle gerecht geworden.

kalenderblatt_vizemeisterschaft_2001

19. Mai: Last-Minute-Drama um die Meisterschaft

Nach einer hervorragenden Saison steht der FC Schalke 04 am 19. Mai 2001 kurz vor der Verwirklichung eines Traums: dem Gewinn der achten deutschen Meisterschaft. Am letzten Spieltag wird die Spielvereinigung Unterhaching im heimischen Parkstadion nach einem 0:2-Rückstand mit 5:3 besiegt. Doch "höhere Mächte" sorgen dafür, dass die Königsblauen sich mit dem Titel "Meister der Herzen" begnügen müssen.

kalenderblatt_klodt

18. Mai: Klodt führt Schalke zur siebten Meisterschaft

Der 3:0-Erfolg der Knappen gegen den Hamburger SV im Finale um die Deutsche Meisterschaft 1958 ist in erster Linie mit seinem Namen verbunden: Berni Klodt. Der Kapitän, der schon vor dem Krieg mit Kuzorra und Szepan in einer Mannschaft spielt und als Bindeglied zur ruhmreichen Ära gilt, sorgt mit seinen zwei Toren nicht nur für die 2:0-Pausenführung, sondern ist als Führungsspieler ungemein wichtig für die junge Schalker Mannschaft.

kalenderblatt_hannes

17. Mai: Geburtstag von Wilfried Hannes

Jürgen Wegmann und Wilfried Hannes: Sie sind die Schalker Hoffnungsträger für die Spielzeit 1986/1987. Während Wegmann vom Revier-Nachbarn BVB kommt, hat Hannes, der am 17. Mai 1957 in Düren geboren wird, vorher elf Jahre bei Borussia Mönchengladbach gespielt. Ein technisch beschlagener Abwehrspieler, der achtmal (1981-1982) das Trikot der Nationalmannschaft trägt.