8. Mai: Norbert Nigbur wird 71 Jahre alt

Für die Schalker Fans ist er die absolute "Nummer eins" im Trikot der Königsblauen. Als die Anhänger 1999 aufgerufen werden, einen Schlussmann für die Jahrhundert-Elf zu bestimmen, fällt die Wahl eindeutig aus. Nicht Meistertorwart Hans Klodt (1227 Stimmen) oder UEFA-Cup-Held Jens Lehmann (3501) machen das Rennen. Mit 5350 Zuschriften hat Norbert Nigbur, der am 8. Mai 1948 in Gelsenkirchen-Heßler geboren wird, die Nase vorn.

1948: S04-Jahrhundert-Torwart Nigbur wird geboren

Mit unglaublichen Reflexen auf der Linie bringt Nigbur in den 1970er- und 1980er-Jahren die gegnerischen Angreifer zur Verzweiflung. Er ist der große Rückhalt der legendären Mannschaft, die 1972 den DFB-Pokal gewinnt und im gleichen Jahr nur knapp an der Deutschen Meisterschaft vorbeischrammt. Sein wohl spektakulärstes Spiel absolviert der Schlussmann im denkwürdigen Halbfinale des DFB-Pokals 1972 gegen den 1. FC Köln, in dem nicht weniger als 22 (!) Elfmeter geschossen werden.

Dass die Knappen am 10. Juni 1972 das Endspiel erreichen, haben sie zu einem großen Teil Norbert Nigbur zu verdanken. Sein gehaltener Strafstoß kurz vor Ende der Nachspielzeit gegen den Kölner Werner Biskup ermöglicht erst das Elfmeterschießen. Im Duell vom Punkt wird der Keeper dann an diesem Abend in der Glückauf-Kampfbahn zum Helden. Er pariert nicht nur zwei Schüsse, sondern tritt zudem selbst einmal an und verwandelt sicher. Drei Wochen später gewinnt Schalke mit einem 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern den Pott.

Trotz seiner Glanzleistungen im Verein kann er sich in der DFB-Elf nie richtig durchsetzen. Zwar wird Nigbur bereits in jungen Jahren in die Jugend-Nationalmannschaft berufen. Bei den Senioren kommt er an einem Mann nicht vorbei. Sepp Maier ist bei Bundestrainer Helmut Schön gesetzt. Und da die Katze von Anzing 13 Spielzeiten in Folge (1966-79) ohne eine gravierende Verletzung übersteht, absolviert Nigbur lediglich sechs Partien im Dress mit dem Adler auf der Brust. Allerdings wird er als Ersatzmann bei der WM 1974 Weltmeister. Als er zur Europameisterschaft 1980 das Erbe des verletzten Sepp Maier antreten soll, macht ihm eine Meniskusoperation einen Strich durch die Rechnung. Danach knüpft der Torhüter nicht mehr an seine gewohnte Form an und wird im Oktober 1982 nach schwächeren Leistungen aus dem Tor genommen und durch Walter Junghans ersetzt.

Nigbur bleibt bis auf drei Jahre, die er bei Hertha BSC Berlin verbringt, bei dem Verein, für den er schon in der Jugend die Fußball-Stiefel schnürt. Von 1966 bis 1983 hütet er in 393 Ligaspielen (38 davon im Unterhaus) das Tor der Knappen.

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