Die Druckmacher

Immer wieder laufen die Schalker die Hoffenheimer tief in ihrer Hälfte an, machen Druck, erobern Bälle. Die Gastgeber aus dem Kraichgau suchen verzweifelt nach Räumen, Lücken, nach Lösungen. Aber sie kommen mit dem aggressiven Pressing made in Gelsenkirchen an diesem Donnerstagmittag (10.5.) einfach nicht zurecht.

Der S04 gewinnt hochverdient mit 1:0. „Das war ein klasse Spiel von uns“, sagt Chef-Trainer Norbert Elgert. Und was vor allem hängen bleiben wird von diesem ersten Halbfinal-Aufeinandertreffen: eben jenes Angriffspressing, das der Fußballlehrer seiner Elf verordnet hat und das sie in diesem Duell glänzend wie stilprägend umsetzte. „Das sieht man selten über 90 Minuten“, lobt der Coach den Kraftakt seines Teams. „Wir haben es durchgehalten, dafür haben wir die ganze Saison lang gearbeitet und waren zum richtigen Zeitpunkt topfit.“ Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn nicht nur Elgert, sondern alle knapp 3500 Zuschauer in Sinsheim, darunter auch S04-Manager Christian Heidel, sahen ein, so Elgert, „brutal intensives Spiel“. Dementsprechend zufrieden zeigt der Coach sich mit der Intensität, der Mentalität und dem „Geist unserer Mannschaft“.

Man darf nicht vergessen: Hoffenheim ist eines der offensivstärksten Teams in Deutschland und weiß mit dem 27-mal erfolgreichen David Otto den besten Torschützen aller drei Bundesligen in vorderster Front. Gegen diesen Kontrahenten habe Schalke nicht nur intensiv, sondern eben auch schlau verteidigt: „Wir haben das hervorragend gemacht. Wenn Hoffenheim früh Bälle erobert, sind sie brandgefährlich. Wir hatten einen glasklaren Plan und der ist ziemlich gut aufgegangen.“ Die TSG hatte genau eine echte brenzlige Situation, doch Keeper Timon Weiner parierte in der 73. Minute gegen Tim Linsbichler.

Zu diesem Zeitpunkt führten die dominanten Königsblauen bereits durch Nassim Boujellabs Treffer nach einer Stunde mit 1:0. Sie hatten aber auch einiges an sehr aussichtsreichen Möglichkeiten liegengelassen. Das Chancenplus war enorm. Hoffenheim hätte sich über eine höhere Niederlage nicht beschweren dürfen. Dass es „nur“ 1:0 hieß, blieb das kleine, das einzige Manko an diesem tollen Tag, sagt der Trainer: „Wir hätten mindestens drei, vier Tore mehr schießen müssen. Uns hat die Kaltschnäuzigkeit gefehlt.“ Die beeindruckende Leistung allerdings, das betont Elgert, schmälere diese Tatsache in keinem Fall.

Für das Rückspiel am 15. Mai (18 Uhr) im Niederrhein Stadion in Oberhausen hat sich die U19 nun einen „minimalen Vorteil“ verschafft. Mit einer richtig guten Chancenverwertung hätten man das Halbfinale vielleicht schon entscheiden können, sagt Elgert. Nun wird es: „brutal schwer“, sagt der Coach. „Wir müssen die Leistung eher noch mal toppen, um ins Finale zu kommen – das wollen wir unbedingt. Das konnte man der Mannschaft anmerken.“

Rückspiel

FC Schalke 04 – TSG 1899 Hoffenheim
15. Mai 2018 | 18 Uhr

Stadion Niederrhein
Lindnerstraße 2-6
46149 Oberhausen

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