Norbert Elgert beim Internationalen Trainer-Kongress: Wir Coaches coachen Menschen und lehren Fußball

Beim Internationalen Trainer-Kongress (ITK) des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) in Mainz kamen auch in diesem Jahr zahlreiche renommierte Trainerpersönlichkeiten und Nachwuchsexperten aus dem In- und Ausland zusammen. Im Rahmen des hochkarätig besetzten Programms sprach U19-Chef-Trainer Norbert Elgert am Mittwoch (29.7.) im Interview mit Sky-Moderator Michael Leopold über das Thema „Potenziale erkennen, entwickeln und nutzen“.

Norbert Elgert im Interview

Vor zahlreichen Trainerinnen und Trainern gewährte der langjährige Knappenschmiede-Coach Einblicke in seine tägliche Arbeit und seine Philosophie der Talententwicklung. Schnell wurde deutlich, dass für den 69-Jährigen nicht allein die fußballerische Ausbildung im Mittelpunkt steht. „Wir Coaches coachen Menschen und lehren Fußball“, brachte Elgert seine Überzeugung auf den Punkt. 

Entwicklung endet nicht auf dem Fußballplatz

Für Elgert bedeutet Nachwuchsförderung weit mehr als die Ausbildung guter Fußballer. Neben Technik, Spielverständnis oder Athletik gehe es vor allem darum, junge Menschen auf ihrem persönlichen Weg zu begleiten. Eigenschaften wie Widerstandsfähigkeit, Anstrengungsbereitschaft, Ehrgeiz und Verantwortungsbewusstsein seien entscheidende Faktoren – sowohl auf als auch neben dem Platz.

Talent stellt dich in die Tür zum Profifußball. Durch die Tür bringen dich Widerstandsfähigkeit, gutes Training, Anstrengungsbereitschaft, Einstellung und viele andere Dinge.

Norbert Elgert

„Talent stellt dich in die Tür zum Profifußball. Durch die Tür bringen dich Widerstandsfähigkeit, gutes Training, Anstrengungsbereitschaft, Einstellung und viele andere Dinge“, erklärte Erlgert. Ebenso wichtig sei die Bereitschaft, Feedback anzunehmen und kontinuierlich an sich zu arbeiten. 

Dabei betonte der Coach, dass der Erfolg seiner ehemaligen Schützlinge nicht ihm selbst zuzuschreiben sei. In seiner Zeit beim FC Schalke 04 begleitete er mehr als 150 Spieler auf ihrem Weg in den Profifußball. „Entscheidend war immer die Willensleistung der Jungs“, sagte er. Seine Aufgabe bestehe darin, Talente auf ihrem Entwicklungsweg zu begleiten und sie erst dann den nächsten Schritt gehen zu lassen, wenn sie dafür bereit seien. 

Trainer müssen sich ebenfalls weiterentwickeln

Neben den Spielern nahm Elgert auch die Trainer in die Pflicht. Wer junge Menschen erfolgreich begleiten wolle, müsse selbst lernbereit bleiben.

„Wir als Trainer müssen jeden Tag dazulernen. Wir müssen die neue Generation verstehen wollen. Nur so vertrauen uns die Jungs und nur so können wir sie erfolgreich coachen,“ erklärte er. Diese Offenheit gegenüber Veränderungen sei eine wichtige Voraussetzung, um junge Spieler bestmöglich auf ihrem Weg zu unterstützen.

Mehr als drei Jahrzehnte Königsblau

Mit großer Leidenschaft sprach Elgert auch über seine mittlerweile mehr als 30-jährige Tätigkeit beim FC Schalke 04. Die tägliche Arbeit empfinde er bis heute als Privileg. 

„Ich komme jeden Tag gerne zur Arbeit. Ich bin nicht nur Angestellter, sondern auch Fan“, so der U19-Chef-Trainer. 

Ein konkretes Datum für das Ende seiner Tätigkeit nannte Elgert nicht. Solange Familie, Spieler und Verein hinter ihm stünden, wolle er seine Erfahrung weiterhin einbringen. Auch unabhängig von seiner Rolle als Trainer könne er sich vorstellen, den Club künftig im Coaching- und Mentoring-Bereich zu unterstützen. 

Zum Abschluss richtete der Knappenschmiede-Coach den Blick auf die Entwicklung seines Herzensvereins. „Auf Schalke besteht derzeit eine Riesenchance. Es herrscht Ruhe. Mit viel Arbeit und Geduld kann sich unser Verein in den kommenden Jahren wieder nachhaltig in der Bundesliga stabilisieren.“ 

Der langanhaltende Applaus für U19-Chef-Trainer unterstrich den Eindruck, den Elgerts Ausführungen hinterließen. Mit seiner Erfahrung und seiner klaren Haltung machte der 69-Jährige einmal mehr deutlich, dass erfolgreiche Talententwicklung immer beim Menschen beginnt. 

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