Richard Weber: Woanders ist auch scheiße

Königsblauer mit Köpfchen: Richard Weber spielte zwölf Jahre in der Knappenschmiede sowie später in der U23 – und hat jetzt seinen Stammplatz in der Geschäftsstelle des S04. Fußballschuhe gehören trotzdem weiter zu seiner Arbeitskleidung. Im Interview spricht der 29-Jährige über seine neue Aufgabe und einen prominenten Trauzeugen.

Richard Weber, wie würden Sie Ihre Beziehung zum S04 beschreiben?
Als eine große Liebe mit Happy End (schmunzelt). Wenn du in Gelsenkirchen geboren wirst, im Stadtteil Schalke aufwächst und die ganze Familie königsblau ist, dann wirst du fast zwangsläufig leidenschaftlicher S04-Fan. Ich habe als Siebenjähriger in der Knappenschmiede angefangen und durfte alle Jugendmannschaften durchlaufen. Dass mir der Sprung zu den Profis nicht gelungen ist, war schade, aber ich habe nie damit gehadert. Gewechselt bin ich später erst, weil ich zu alt für die U23 wurde. Als ich vor zwei Jahren gefragt wurde, ob ich Schalke als erfahrener Spieler nach dem Regionalliga-Abstieg helfen würde, musste ich keine Sekunde überlegen.

Nun arbeiten Sie auch beim S04. Wie kam es dazu?
Als ich mich im vergangenen Sommer entschloss, zur SG Wattenscheid 09 zu wechseln, haben sich U23-Manager Gerald Asamoah und Peter Knäbel (Senior Direktor Knappenschmiede und Entwicklung/Anm. d. Red.) bemüht, mich weiter an den Verein zu binden. So ist der Kontakt zu Sebastian Buntkirchen und der Abteilung Corporate Social Responsibility beziehungsweise der Stiftung Schalke hilft! entstanden. Dort bin ich jetzt halbtags angestellt und habe beispielsweise zusammen mit Bastian Oczipka für Special Olympics NRW Menschen mit Behinderung trainiert. Das war eine tolle Erfahrung.

Bis Ende Oktober haben Sie in der Regionalliga bei der SG Wattenscheid 09 gespielt, die den Betrieb wegen der Insolvenz einstellen musste. Ein harter Schlag?
Das war natürlich traurig, aber die Entscheidung kam letztlich nicht mehr überraschend, weil die Insolvenzverwalter von Beginn an sehr ehrlich mit allen Beteiligten umgegangen sind. Die Verhältnisse waren ziemlich chaotisch, weil sich der Hauptsponsor kurz vor dem Saisonstart zurückgezogen hatte. Prämien und Gehälter bekamen wir monatelang nicht. Trotzdem haben wir bis zum Schluss gute Ergebnisse erzielt. Ich habe die Zeit dort sogar genossen, denn die Mannschaft, das Trainerteam und das gesamte Umfeld haben immer zusammengehalten. Für einige meiner Teamkollegen, die nur auf die Karte Fußball gesetzt haben, war es wesentlich schwieriger. Sie waren plötzlich arbeitslos.

Sie haben Sportmanagement studiert und sich so auf die Zeit nach dem Fußball vorbereitet.
Ich habe neben meiner Tätigkeit als Berufsfußballer an einer Fernuni studiert und kann nur jedem jungen Spieler raten, seine freie Zeit abseits des Fußballs sinnvoll zu nutzen, um parallel eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen. So fordert man nicht nur den Körper, sondern auch den Kopf – und der spielt ja beim Fußball keine unerhebliche Rolle.

Ich durfte in der Regionalliga vor
teilweise 20.000 Zuschauern auflaufen.

Richard Weber

Welchen Moment würden Sie als Höhepunkt Ihres Fußballerlebens bezeichnen?
Ich habe in 16 Jahren in Schalker Mannschaften viele tolle Augenblicke erlebt. Genau wie in meiner bisherigen Seniorenlaufbahn. Neben dem Aufstieg mit der U23 im vergangenen Sommer war die Zeit bei Rot-Weiss Essen außergewöhnlich. Ich durfte in der Regionalliga vor teilweise 20.000 Zuschauern auflaufen. Vor allem die DFB-Pokalspiele gegen Fortuna Düsseldorf und Arminia Bielefeld waren wertvolle Erfahrungen für mich. Jetzt werde ich nach 22 tollen Fußballjahren meinen Fokus auf die neue berufliche Herausforderung legen.

Sie sind dem Ruhrgebiet immer treu geblieben. Wollten Sie nie weg?
Nein. Erstens hat es sich nie angeboten, zweitens fühle ich mich hier zu Hause. Gelsenkirchen ist meine Heimat. Hier bin ich aufgewachsen, meine Familie und Freunde leben hier. Für Außenstehende ist das vielleicht nicht ganz nachvollziehbar, aber wie sagt man im Pott so schön: Woanders ist auch scheiße! (lacht)

Sie haben 2018 geheiratet und hatten prominente Unterstützung.
Das stimmt, Joel Matip war mein Trauzeuge. Wir haben mehr als zehn Jahre gemeinsam in der Knappenschmiede gespielt und sind lange zusammen zur Schule gegangen. Da ist eine enge Freundschaft entstanden, die zum Glück bis heute hält. Ich freue mich wahnsinnig für ihn, dass er so eine beeindruckende Karriere hingelegt hat. Wir sehen uns so oft wie möglich. Seitdem er beim FC Liverpool spielt, klappt das leider fast nur noch in der Winterpause, wenn ich ihn in England besuche.

Der Weg zum digitalen Kreisel

Voraussetzungen sind die S04-Mitgliedschaft sowie die kurze Anmeldung auf: store.schalke04.de

Der schnellste Weg führt dann über die Schalke 04 App und den Navigationspunkt „Schalker Kreisel“, wo Königsblaue eine kurze Beschreibung sowie die Links zu den Stores (App Store, Google Play Store) finden. Dort kann die App direkt aufs Smartphone oder Tablet heruntergeladen werden.

Der Login erfolgt mit Benutzernamen und Passwort. Beim Benutzernamen handelt es sich in der Regel um die E-Mail-Adresse, also dieselben Zugangsdaten, die auch für den Login auf store.schalke04.de verwendet werden. Sollte das Passwort nicht mehr auffindbar sein, hilft die Funktion „Passwort vergessen“, um sich ein neues zuzulegen.

Alternativ zur Schalke App können Fans die Schalker Kreisel App direkt im jeweiligen App Store ansteuern – einfach in der Suche „Schalker Kreisel“ eingeben.

Schalker Kreisel App

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