Alles Gute zum Geburtstag, Günter Siebert

Unbestritten gehört er zu den schillerndsten Persönlichkeiten, die je auf Schalke gewirkt haben: Günter Siebert prägte den Verein als Meisterspieler und Präsident mehr als 30 Jahre lang. Am Dienstag (15.12.) feiert er seinen 85. Geburtstag.

Die Beziehung zwischen Günter Siebert und Schalke 04 war Liebe auf den zweiten Blick. 1951 heuerte der Stürmer zum ersten Mal bei den Knappen an, zog allerdings bereits zwei Jahre später wieder weiter. Erst nach gutem Zureden kehrte er 1955 ins Ruhrgebiet zurück – was sich später noch zweimal wiederholen sollte.

Seine zweite Phase als Spieler auf Schalke war im Gegensatz zur ersten äußerst erfolgreich. Als Wühler im Angriff war er Mitglied der Knappen-Mannschaft, die 1958 zum bislang letzten Mal Deutscher Meister wurde. Schon damals erwies sich Siebert als sehr geschäftstüchtig und baute in seiner Freizeit eine Kiosk-Kette in Gelsenkirchen auf. Später kamen Lebensmittelläden dazu, die er im Ruhrgebiet und später ebenso in Kassel betrieb.

Sein Geschäftssinn, gepaart mit einer ausgezeichneten Rhetorik, trugen 1967 entscheidende dazu bei, dass er Fritz Szepan als Präsidenten ablöste. Siebert war damals der jüngste Vereinsboss der Bundesliga, was ihn jedoch nicht daran hinderte, vielen Kollegen ein Schnippchen zu schlagen. Mit klugen Personalentscheidungen und einem ausgeprägten Gespür für Talente baute er ein Team auf, das 1972 für Furore sorgte. Stan Libuda, Klaus Fischer und Co. schwangen sich in der Liga zum Vize-Meister auf und gewannen zudem den DFB-Pokal.

Doch bevor die Knappen richtig durchstarten konnten, wurden sie von einer Dummheit eingeholt. Ihre Beteiligung am Bundesliga-Skandal geriet für die Mannschaft und den Verein zum Verhängnis. Spieler wurden gesperrt, Schalke verlor trotz Fertigstellung des Parkstadions seine hervorragende Ausgangslage. Im Sommer 1976 war Siebert dann erst einmal Geschichte. Er wollte unter Präsident Dr. Karl-Heinz Hütsch bezahlter Manager werden, doch der Anwalt sägte den ehemaligen Meisterspieler ab.

„Oskar“, wie er von seinen Weggefährten ob seiner sieben Kinder in Anlehnung an einen Comic-Strip genannt wurde, stand auf der Straße. Er nahm Aushilfsjobs an und kehrte im März 1978 triumphal zurück. Dank einer leidenschaftlichen Rede, in der er sich mal wieder als Mann des Volkes stilisierte, übernahm er erneut das Präsidenten-Amt.

Die Sorgen im und rund ums Parkstadion blieben. Siebert bekam die angespannte finanzielle Situation nicht in den Griff. Auch seine Spielerverpflichtungen brachten nicht den erhofften Schub. Im Dezember 1979 erklärte er seinen Rücktritt. Er baute sich mit „Oscar‘s Pub“ auf Gran Canaria eine neue Existenz auf.

Zwar kehrte er Anfang 1987 noch einmal für 20 Monate auf seinen Posten zurück, aber im September 1988 warf Günter Siebert endgültig das Handtuch und zog sich ganz auf die kanarische Insel zurück. Als Mitglied des Ehrenpräsidiums gehört er immer noch dem FC Schalke 04 an.

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