Aufsichtsratskandidaten stellen sich vor

Der Wahlausschuss des FC Schalke 04 hat aus den Vereinsmitgliedern, die ihre Bewerbung frist- und formgerecht eingereicht hatten, vier Kandidaten zur Wahl zum Aufsichtsrat auf der Mitgliederversammlung am Sonntag, den 3. Juni 2018, zugelassen. Die Kandidaten werden in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt und beantworten mit ihrem Statement die Frage „Angenommen, ich werde in den Aufsichtsrat gewählt, welche Wünsche und Ziele verbinde ich mit diesem Amt?“.

Ilona Caroli

Geb.-Datum: 01.02.1944
Beruf: Geschäftsführerin a.D., Dezernentin a.D., im (Un-)Ruhestand
Mitglied seit: 2001

Fußball ist ein Kulturgut und der Garant dafür sind die Fans. Besonders trifft dies, betrachten wir die historische Entwicklung von Schalke 04, auf unseren Verein zu. Als Aufsichtsratsmitglied möchte ich diese Fankultur stärken und Möglichkeiten eröffnen, die Mitglieder noch mehr am demokratischen Willensprozess auf Schalke zu beteiligen.

Die immer schnellere, teilweise maßlose Entwicklung im Profifußball erfordert tragfähige, in die Zukunft weisende, Entscheidungen von den Mitgliedern des Aufsichtsrats. Strategisches Denken, der sorgfältige Umgang mit Ressourcen und Entwicklung von nachhaltigen Konzepten gehörten zu meinen beruflichen Aufgaben. Erweitern konnte ich diese durch jahrelange Mitarbeit in diversen Aufsichts- und Verwaltungsräten; vom Jahr 1998 bis 2014 als Verwaltungsratsvorsitzende eines Sozialverbandes mit sechs Einzelunternehmen. Mit der konzeptionellen Arbeit verbinde ich besonders die Weiterentwicklung unseres Juwels, der Knappenschmiede, ebenso die zügige Fortentwicklung des ambitionierten Bauprojektes „Berger Feld“ sowie den Ausbau der Digitalisierung.

Um den Vorstand begleiten, beraten und beaufsichtigen zu können, muss der Aufsichtsrat, ebenso wie die Mannschaft auf dem Platz, ein Team sein. Um die besten Entscheidungen für unseren Verein zu treffen, wird hart in der Sache, fair und intern gerungen. Es geht allein um Schalke 04 und nicht um die Befindlichkeit von Personen.

Moritz Dörnemann

Geb.-Datum: 31.01.1982
Mitglied seit: 2006
Beruf: Banker

Blau-weiß das Kinderzimmer, das Fahrrad, das Herz! Rechnen gelernt mit der Bundesligatabelle. Breuckmann, Töpperwien und andere im WDR, und immer wieder Achterbahn der Gefühle im Stadion. Schalke war meine Kindheit und ist auch heute ein Teil von mir.

Aus dem Urlaub kommend über die Autobahn, als Erstes immer die Flutlichtmasten an der Ausfahrt. Samstags, bei guten Windverhältnissen und offenem Fenster, der Jubel aus dem Parkstadion. Ich bin 36 Jahre, in Buer aufgewachsen und zur Schule gegangen. Gelsenkirchen ist meine Heimat.

Schalke 04 ist eine Gemeinschaft und viel mehr als nur ein Fußballverein. Schalke 04 ist Tradition, Schalke 04 gibt Halt und Hoffnung! Wir sind nach Mitgliedern einer der größten Fußballvereine der Welt; in der aktuellen Bundesligatabelle bestens positioniert.

Dennoch ist nicht alles „königsblau“. Unsere Personalkosten und Schulden haben eine besorgniserregende Höhe erreicht. Trotz zurzeit noch fehlender Einnahmen aus dem Internationalen Geschäft investieren wir aggressiv. Die Balance zwischen Investitionen und Entschuldung zu finden, ist ein Drahtseilakt. Unser Vorstand muss das Konzept zur Sicherung und Festigung der finanziellen Struktur weiter ernsthaft verfolgen. Der Aufsichtsrat hat mit wirtschaftlichem Sachverstand zu begleiten. Hier sehe ich meine Aufgabe.

Ich arbeite seit 13 Jahren bei einer Großbank in Frankfurt und berate Unternehmen in Finanzangelegenheiten. Als Aufsichtsrat möchte ich dafür Sorge tragen, dass Schalke 04 in den kommenden Jahren wirtschaftlich durchdachte Entscheidungen trifft, damit der Verein auch zukünftig uns Mitgliedern gehört … und zwar für immer.

Huub Stevens

Geb.-Datum: 29.11.1953
Mitglied seit: 1996
Beruf: Fußballlehrer

Wir alle, die wir den FC Schalke 04 – in welcher Funktion auch immer – unterstützten, haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: Der Verein muss mit einer weiterhin gesunden Vereinsstruktur für die Zukunft bestens gerüstet und in allen Bereich gut aufgestellt sein.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei: Schalke muss in allen Bereichen funktionieren, nicht nur auf dem Platz. Ich will dazu beitragen, dass die gesamte Organisation nach außen als Team und als Einheit auftritt: Jeder einzelne Mitarbeiter, jeder Funktionär – wir alle repräsentieren Schalke! Nur als Einheit werden wir erfolgreich sein. Das weiß ich aus meinen inzwischen fast 50 Jahren im Profifußball und genau dieses Wissen will ich hier einbringen.

Auf Schalke war auch immer schon die Art und Weise wichtig, WIE Fußball gespielt wird; Attribute wie Ehrgeiz und Leidenschaft sind seit jeher wesentliche Werte und Bestandteile der Philosophie unseres Kumpel- und Malocherclubs. Mit meiner Erfahrung und Fußballkompetenz will ich Schalke helfen, diese Leidenschaft und diesen Zusammenhalt auch in Zukunft zu kultivieren.

Dazu haben wir mit unserer exzellenten Knappenschmiede einen unschätzbaren Bonus. Auch im Scouting-Bereich müssen wir weiter kreativ arbeiten – wenn ich dafür mein großes internationales Netzwerk im Fußball-Business strategisch für den Verein nutzen kann, freue ich mich, Schalke weiter voran zu bringen.

Glück auf!

Thomas Wiese

Geb.-Datum: 31.10.1966
Mitglied seit: 2001
Beruf: Vorstandsvorsitzender

Ich möchte auch weiterhin die Zukunft von Schalke 04 als Verein mitgestalten. Der eingetragene Verein ist dabei für mich ein fester Pfeiler, den es noch weiter zu stärken gilt. Daran hat sich in meiner dreijährigen Tätigkeit im AR nichts geändert. Ganz im Gegenteil, bei den Summen, die heute teilweise für Spieler und dergleichen aufgerufen werden, kommt schnell der Ruf nach einer AG oder GmbH auf. Es muss alles dafür getan werden, um das zu verhindern. Der Verein braucht die dafür notwendigen Leitplanken, die in einer nachhaltigen Strategie festgehalten und auch nach außen hin kommuniziert werden. Es heißt oft, die gibt es, die haben wir, aber sie müssen auch nachzulesen sein, damit alle wissen, wovon wir reden. Ein solides Finanzmanagement ist dabei erforderlich, um den Verein unabhängiger vom sportlichen Erfolg in der Champions League zu machen. Nach wie vor bietet dafür unsere Knappenschmiede ein wichtiges Fundament. Das Projekt Berger Feld muss weiter vorangetrieben und umgesetzt werden. Auch unsere Wettbewerber rüsten hier weiter auf. Wir müssen die angefangene Expansion im Ausland weiter ausbauen, um für die Zukunft eine noch breitere Basis der Möglichkeiten, die sich daraus bieten, abschöpfen zu können.

Zusätzlich wird es wichtig werden, weitere potente Sponsoren für den Verein zu gewinnen, um auch für mehr finanziellen Spielraum zu sorgen. Eine größere Präsenz im Ausland ist auch aus Marketinggesichtspunkten erforderlich. Meine Erfahrungen aus meinen eigenen Betrieben zeigen, dass der weltweite Markt ( China, USA ) dafür immer noch hervorragende Voraussetzungen liefert.