Projekt Mannschaftsbetreuer: Peter Peters in Marburg

Das Projekt Mannschaftsbetreuer zieht weiter seine Kreise: Am Donnerstag (19.5.) informierten die Königsblauen die S04-Mitglieder in und um Marburg. Zusätzlich durften sich die rund 60 anwesenden Schalker über den Besuch von Peter Peters und Ingo Anderbrügge freuen.

Der S04-Finanzvorstand stellte die positive wirtschaftliche Entwicklung des Vereins vor. Peters: „Wir sind kein Schuldenclub mehr. Mich ärgert dieser Begriff, weil der FC Schalke 04 ja tatsächlich Geld auf dem Konto hat.“ Die Strategie der wirtschaftlichen Konsolidierung bei maximalem sportlichen Erfolg sei in den letzten Jahren voll aufgegangen. So hat sich der FC Schalke 04 als einziger eingetragener Verein in der Spitzengruppe der Bundesliga behauptet. „Wir wollen aus fester Überzeugung nicht, dass uns irgendjemand Eigenkapital gibt. Ein eingetragener Verein will keine Anteile verkaufen, er will unabhängig sein. Dadurch hat man nur die Chance, sich Geld zu leihen.“

Die Mitglieder im Technologie- und Tagungszentrum in Marburg interessierten sich ebenso für die Zusammenarbeit der Gremien Vorstand und Aufsichtsrat. Satzungsgemäß muss jeder Vertrag, der länger als zwei Jahre dauert, vom Aufsichtsrat genehmigt werden. Peters: „Der Aufsichtsrat hat zwei Möglichkeiten: Er kann sagen ‚das interessiert mich nicht, die genehmigen wir alle‘. Dann sagen aber die Mitglieder: ‚Das gibt’s doch gar nicht, die genehmigen blind und lassen sich das nicht mal erklären‘. Wenn dann aber Clemens Tönnies anruft und sagt: ‚Erklär mir mal, was für einen Vertrag du da gerade gemacht hast‘, dann wird gesagt: ‚Er mischt sich ins Tagesgeschäft ein. Das ist doch gar nicht seine Aufgabe‘. Das ist ungerecht. Das ist bestimmt durch die Satzung.“

Der Finanzvorstand, der seit 1993 für die Königsblauen tätig ist, findet den Umgang mit Tönnies nicht fair. „Mich stören solche Pfiffe gegen ihn. Das sage ich ganz offen. Weil unsere Zusammenarbeit vertrauensvoll ist und er weiß, wie ein großes Unternehmen geführt wird. Weil er weiß, wo er kontrollieren muss und wo er vertrauen kann.“

Peters strich die Bedeutung der Einigkeit im Verein heraus: „Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir alle Fragen klar lösen. Ich finde, dass wir gut fahren mit den Dingen, wie wir sie haben, aber dass wir manchmal unser Vertrauen in Gremien stärken müssten.“ Sein eindeutiger Appell: „Wir dürfen uns nicht selber im Weg stehen!“

Neben den Fragen zur Vereinspolitik der Königsblauen stieß das Projekt Mannschaftsbetreuer auf großes Interesse. Die Königsblauen wollen damit auch alle rund 70.000 Vereinsmitglieder über das Vereinsgeschehen informieren, die nicht im Ruhrgebiet leben. Bis Ende des Jahres sollen 25 Mannschaftsbetreuer in ganz Deutschland aktiv sein. Die Resonanz in Marburg war ausgesprochen positiv. „Dass der Verein mit so einer Transparenz die Mitglieder anspricht, finde ich herausragend. Dafür können wir uns, meiner Auffassung nach, nur bedanken“, lobte beispielsweise Egon Vaupel, langjähriges S04-Mitglied und ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Marburg.

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