FC Schalke 04 trauert um Michael Opitz

Zwölf Jahre lang ackert Michael Opitz für Königsblau, wobei er in der historischen Rückschau wie auch nach der Karriere für die meisten Beobachter unter dem Radar geflogen ist. Am 20. Januar ist der Mittelfeldspieler im Alter von 63 Jahren verstorben.

Schwarz-weiß-Porträt von Michael Opitz aus der Saison 1984/1985, aufgenommen auf dem Rasen des Parkstadions.

1962 im sauerländischen Finnentrop geboren, startet sein Schalker Weg 1976 im Nachwuchs, 1980 wird er Deutscher Vizemeister mit der A-Jugend nach einer 1:2-Finalniederlage gegen den SV Waldhof Mannheim. Da hat er sein Bundesliga-Debüt bereits gegeben: am 26. April 1980 als 17-Jähriger im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (0:4). Sein erstes Ligator erzielt er im selben Kalenderjahr. Es ist der Treffer zum 2:0-Endstand gegen Nationaltorhüter Toni Schumacher vom 1. FC Köln beim überraschenden 2:0-Auswärtssieg am 13. Dezember.

Wer den Profi mit Spitznamen „Öse“ später im Parkstadion sucht, erkennt ihn an 04 Attributen: Mittelscheitel, Schnurrbart, unermüdlicher Einsatz und Spielwitz. Höchst selten tritt er außerhalb des Rasens ins Rampenlicht. Als wohl prominentester Auftritt haften bleibt das Wiederholungsspiel im DFB-Pokalhalbfinale 1984. In der Fortsetzung des legendären 6:6-Duells gegen Bayern München gelingt Opitz im Olympiastadion der zwischenzeitliche 2:2-Ausgleich. Am Ende unterliegen die Knappen als Zweitligist dem großen Favoriten mit 2:3.

Michael Opitz flüchtet vor platzstürmenden S04-Fans nach seiner letzten Partie für Schalke, dem 1:4 gegen Werder Bremen am 34. Spieltag 1987/1988. Im Hintergrund sind viele Anhänger auf dem Rasen zu sehen, auch die Bremer Spieler zieht es Richtung Kabine.

Insgesamt kommt der Dauerbrenner für Schalke 04 auf 246 Pflichtspiele (14 Tore), davon 158 in der Bundesliga. Beim DFB durchläuft er verschiedene Jugendjahrgänge und kommt zu zwei U21-Länderspielen. Als Königsblau in der Saison 1987/1988 absteigt, wird der Vertrag nicht mehr verlängert. Die 1:4-Heimniederlage gegen Werder Bremen am 34. Spieltag samt Schlussspurts gegen Platzstürmer soll seine Abschiedsvorstellung sein, ehe er noch zwei Jahre mit den Sportfreunden Siegen in Oberliga und Verbandsliga Westfalen aufläuft.

In den S04-Geschichtsbüchern hält Opitz zusammen mit Thomas Kruse bis heute einen denkwürdigen Rekord: Der Mittelfeldmann stieg dreimal ab – aber auch zweimal wieder auf.

Der FC Schalke 04 wird Michael Opitz stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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