S04 trauert um Horst Blechinger

Die Königsblauen trauern um ihren ehemaligen Spieler Horst Blechinger, der am 28. November in seinem Wohnort Gaimersheim im Landkreis Eichstätt im Alter von 77 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit verstarb. Der Ex-Profi hinterlässt eine Frau, drei Kinder, vier Enkel und zwei Urenkel.

Der Offensivmann, der 1966 über die Stationen ESV Ingolstadt und den TSV Schwaben Augsburg auf Schalke landete, absolvierte in seiner ersten Saison im blau-weißen Trikot 34 Bundesligaspiele. Damit war er neben Klaus Fichtel der einzige Knappe, der in allen Partien zum Einsatz kam. „Die Fans schätzten mich, weil ich immer alles gegeben habe. In der Glückauf-Kampfbahn zu spielen, das war der Wahnsinn“, erklärte Blechinger seinerzeit.

Im Folgejahr war er ebenfalls Stammkraft und bestritt 30 Begegnungen. Nach insgesamt 64 Spielen im Oberhaus für die Königsblauen, in denen er insgesamt sechs Treffer erzielte, zog es ihn weiter zum Süd-Regionalligisten Karlsruher SC, wo der Angreifer seine Profilaufbahn nach einer langwierigen Verletzung 1970 beenden musste.

Blechingers Markenzeichen war sein wallendes Haupthaar. Noch bis ins hohe Alter trug er eine schulterlange Mähne. Lediglich einmal änderte er in den vergangenen Jahrzehnten seine Frisur – und das nicht ganz freiwillig. Als der damals 25-Jährige beim ersten Training auf Schalke mit einer jugendlichen Lockenpracht erschien, sagte Trainer Fritz Langner: „Bei mir nicht. Diese Matte kommt ab.“ Widerwillig gehorchte Blechinger und trennte sich von seinen geliebten Haaren. Danach aber ließ er sie umso länger wachsen.

Rückblickend bezeichnete Blechinger die beiden Spielzeiten im Revier als die „beste Zeit“ seiner Karriere. „Ich habe mich dort sauwohl gefühlt. Weil ich aus Bayern kam, haben die mich dort nur Seppl gerufen …“, verriet er einige Jahre vor seinem Tode in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen. „Meine Mitspieler haben immer gesagt: Sprich doch mal hochdeutsch. Dann habe ich nur geantwortet: I versteh eich scho!“

Der FC Schalke 04 wird Horst Blechinger stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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