FCSA: Flüchtlingskindern in Mexiko eine Perspektive bieten

Das erste Modul der Young Coach-Ausbildung in Mexiko wurde vom 23. bis zum 27. Mai in der südlichen Grenzstadt Tapachula durchgeführt - 43 hochmotivierte junge Frauen und Männer nahmen teil. Sie sind Sozialarbeiter, Psychologen, Lehrer, Trainer, Studenten oder auch Freiwillige aus verschiedenen Landesteilen Mexikos.

Drei FCSA-Instruktorinnen und -Instruktoren sind zusammen mit der Stiftung Scort für das Ausbildungsmodul nach Tapachula gereist: darunter auch Kai Brock vom FC Schalke 04. In vier intensiven Tagen brachten sie den Young Coaches nicht nur die Grundlagen des Kinderfußballs bei. Brock zeigte gemeinsam mit seinen Trainer-Kollegen auch, wie sie den Kindern über Lernspiele soziale Inhalte wie die Integration von benachteiligten Kindern oder Gewaltprävention vermitteln können. So lernten die Young Coaches, den Fußball als pädagogisches Hilfsmittel einzusetzen und das Sozialverhalten der Kinder positiv zu beeinflussen.

Die extreme Gewalt und Armut, die politische Instabilität und fehlende Lebensperspektiven in El Salvador, Nicaragua und Guatemala zwingen Hunderttausende in die Flucht. Viele haben in ihrer Heimat und Angehörige verloren, wurden von Banden angegriffen, bedroht und erpresst. Ihre Kinder sind gefährdet, zwangsrekrutiert zu werden. Wieder andere werden wegen ihrer Homo- oder Transsexualität verfolgt.

Viele Schutzsuchende aus Mittelamerika fliehen zu Fuß in den Norden und passieren dabei eine der Südgrenzen Mexikos. Auch wenn die meisten in die USA gelangen möchten, bleiben doch sehr viele Familien mit ihren Kindern wegen des strapaziösen Weges im armen Süden Mexikos und siedeln sich dort an. Die lokale Bevölkerung begegnet ihnen mit gemischten Gefühlen, manche sind solidarisch, andere wollen die Fremden nicht im Land. Vielerorts führt der Flüchtlingsstrom zu Ressourcenknappheit, verringert die Spendenfreundlichkeit und steigert die sozialen Spannungen zwischen den mexikanischen Gastgemeinden und den Flüchtlingen.

Diesem wachsenden Konfliktpotenzial und der Fremdenfeindlichkeit will die Football Club Social Alliance entgegenwirken. In Zusammenarbeit mit den lokalen Hauptpartnern, dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und dem Refugee Education Trust (RET) bildet sie über 40 junge Frauen und Männer zu Kinderfußballtrainern und Mentoren aus. Diese Young Coaches haben die Aufgabe, über den Fußball Werte wie Akzeptanz, Offenheit und Toleranz zu vermitteln und dabei die Integration von Flüchtlingskindern sowie das friedliche Zusammenleben in den Gastgemeinden zu fördern.

Die Projekthauptpartner UNHCR und RET erweiterten die Ausbildung mit Workshops über den internationalen Kinderschutz und die lokale Flüchtlingssituation. Dadurch erhielten die Young Coaches ein tieferes Verständnis für die Schwierigkeiten und Bedürfnisse der Kinder und sind besser auf ihre Aufgabe vorbereitet, über den Fußball friedliche Begegnungsmöglichkeiten für mexikanische und Flüchtlingskinder zu schaffen. Zurück in ihren Gemeinden werden sie damit beginnen, das Erlernte in ihre bisherigen Tätigkeiten zu integrieren und den Kindern in einem spielerischen Umfeld helfen, Ängste abzubauen, einander zu vertrauen und Freundschaften zu schließen.

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