Schalke hilft! zertifiziert mit FCSA Young Coaches in Mexiko

Vom 6. bis 10. Februar 2020 reisten Trainer des FC Schalke 04, SV Werder Bremen, Bayer 04 Leverkusen und FK Austria Wien im Rahmen der Football Club Social Alliance für das dritte und somit letzte Modul der Young Coach-Ausbildung in Mexiko nach Tapachula, einer Grenzstadt im Süden des Landes.

Extreme Gewalt und Armut, politische Instabilität und fehlende Lebensperspektiven in El Salvador, Honduras, Venezuela, Guatemala und Nicaragua zwingen Hunderttausende in die Flucht. Viele fliehen zu Fuß in den Norden und passieren dabei die Südgrenze Mexikos. Allein in den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Asylsuchenden im Land vervielfacht: von knapp 3500 Personen im Jahr 2015 zu über 70.000 im Jahr 2019.

Aufgrund der beschwerlichen Reise bleiben vor allem Familien mit ihren Kindern im Süden Mexikos – einer der ärmsten Regionen des Landes. Angesichts der bereits bestehenden Ressourcenknappheit erzeugt die hohe Zahl an Geflüchteten bei den Einheimischen gemischte Gefühle. Mit zunehmender Zahl an Neuankömmlingen steigen auch die sozialen Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen an.

Diesem wachsenden Konfliktpotenzial und der Fremdenfeindlichkeit will die FCSA entgegenwirken. In Zusammenarbeit mit den lokalen Hauptpartnern, dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und dem Refugee Education Trust (RET), wurden 41 junge Erwachsene zu zertifizierten Young Coaches und Führungspersönlichkeiten ausgebildet.

Während sich die ersten beiden Module auf die Grundlagen des Kinderfußballs und auf das Erarbeiten relevanter Lernspiele konzentrierten, lag der Fokus des dritten Moduls klar auf der Förderung der Führungs- und Sozialkompetenzen der Young Coaches. Gemeinsam mit den Instruktoren und dem Scort-Team erarbeiteten sie in Workshops, wie sie klare Ziele setzen und anpacken, finanzielle und materielle Unterstützung für ihre Aktivitäten beantragen oder besorgte Eltern von ihren Aktivitäten überzeugen können.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR führte zudem Workshops zu den Themen Kinderschutz, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt sowie Schutz vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch durch. So können die Young Coaches nun besser auf potenzielle Probleme in ihrem eigenem und dem Umfeld der Kinder reagieren und ihnen pädagogisch angemessene Unterstützung anbieten.

Auch fußballerisch wurde nochmals ein grosser Schritt nach vorne gemacht: Neben der Durchführung eines Turniers mit 100 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren, vertieften die Young Coaches ihr Wissen im Bereich des Behindertenfußball. Dies konnten sie im Abschlussfestival dann direkt anwenden: Über 30 Kinder mit Hör-, Seh- und/oder einer geistigen Beeinträchtigung nahmen am Festival teil und konnten von den Young Coaches spielerisch so einiges lernen.

Tom Albrecht, Trainer in der Schalker Knappenschmiede über seine Erfahrungen in Mexiko: „Man merkt ganz klar, dass viele der Young Coaches in ihrer Arbeit mit der FCSA sehr gute und positive Erfahrungen gesammelt haben. Auch im dritten Modul haben sie nochmal sehr viel dazugelernt, sei es in den UNHCR Workshops, in fußballspezifischen Einheiten oder bezüglich der Inklusion von Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Einschränkung. Ich denke, es ist nicht relevant, in welcher Organisation die Young Coaches genau arbeiten; wir alle sind immer auf Leute angewiesen, die bereit sind, sich den Kindern – und in dieser Situation hier den Flüchtlingen – zu widmen, kreativ zu sein, sich einzubringen, Zeit zu opfern und sich auch mit schwierigen Problemen, wie sexueller Belästigung, auseinanderzusetzen. Und unsere Young Coaches werden dies nun tun.“

Am Ende erhielten 41 junge Frauen und Männer das FCSA-Zertifikat. Sie nutzen nun den Fußball, um wichtige Werte wie Toleranz und Akzeptanz zu vermitteln und die Integration von Flüchtlingskindern zu fördern. Momentan profitieren so über 7700 Kinder von den Aktivitäten der Young Coaches und deren Peers. Das Young Coach-Ausbildungsprogramm in Mexiko wurde von den FCSA-Clubs und Scort in enger Zusammenarbeit mit den Hauptpartnern UNHCR und RET durchgeführt und von der Fondation Botnar unterstützt.

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