Walking Football geht in den Amateursport

Seit einem halben Jahr kicken Fans über 60 beim Walking Football das Runde gehend statt rennend ins Eckige. Nun will Schalke hilft! den älteren Amateursportlern etwas zurückgeben und Walking Football in den kleinen Vereinen Gelsenkirchens etablieren.

Walking Football

„Wat is‘ dat jetzt hier? Rennen wa jetzt wieder oder wat“, schallt es vom Spielfeldrand des Kunstrasenplatzes auf der Sportanlage am Schürenkamp. Der SV Westfalia Schalke 1922 trainiert am Donnerstag (17.8.) das erste Mal Fußball im Gehen. Unter ihnen Boris Liebing, Mitarbeiter CSR/Soziales und Sportabteilungen, der das Projekt auf Schalke betreut. Eurofighter Martin Max steht motivierend an der Seitenlinie und unterbricht hin und wieder, um die Spielzüge zu korrigieren.

Zuvor sprachen die beiden mit den 15 Interessierten des Sportvereins. Im Grunde sei alles ganz einfach, verspricht Liebing in der Fragerunde. „Der Ball wird nicht höher als bis zur Hüfte gespielt, es gibt keine Tacklings und natürlich wird nicht gerannt.“ Dabei sei der Wettstreit eher zweitrangig. Der Spaß sowie soziale Kontakte zu knüpfen und aufrecht zu erhalten, stünden im Vordergrund.

Seine Worte werden durch nickende Köpfe bestärkt. Und genau das ist es, was Schalke hilft! sich zum Ziel gesetzt hat: Den kleinen Vereinen etwas zurückgeben, sie animieren, Walking Football zu spielen und Gelsenkirchen als erste Stadt mit einer eigenen Liga hervorzubringen. „Die Leidenschaft Fußball lässt auch im Alter nicht nach. Es ist schön zu sehen, dass Walking Football immer weiterwächst und wir Teil dieser Entwicklung sein können“, betont Sebastian Buntkirchen, Geschäftsführer Schalke hilft!.

Fußball im Gehen als neue Sportart in Gelsenkirchen zu etablieren, sei auch der Ansporn von Westfalia Schalke, erklärt Ralf Robenek, Geschäftsführer des Sportvereins. „Wir wollen weiter am Ball bleiben, uns aber vor Verletzungen schützen.“ Es sei in der alten Liga schwierig, Gegner zu finden, dabei wollen die Alten Herren gerne weiterhin gemeinsam Spaß haben und fit bleiben. Westfalia Schalke ist mit diesen Wünschen nicht allein. Bereits fünf weitere Amateurfußballvereine haben ein Probetraining mit den Schalkern angefragt.

Vielleicht spielen sie bald gegen die Spieler am Schürenkamp, denen langsam die Schweißperlen vom Gesicht tropfen. „Komm, komm, komm. Wegrennen tuste mir eh nich“, scherzen sie. Vielleicht nicht im Spiel, aber mit Sicherheit als Teil einer motivierten Stadt, die auch im Alter keine ruhige Kugel schiebt.

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