3:1 gegen Hebei - S04-Tore fallen in den letzten fünf Minuten

Es war das zweite Testspiel der China-Reise und nicht minder spektakulär als das 3:3 zum Auftakt gegen den FC Southampton Der FC Schalke 04 schlug am Mittwoch (11.7) Hebei China Fortune FC mit 3:1 und reist damit ungeschlagen zurück nach Deutschland. Die Knappen taten sich gegen ihren chinesischen Partnerverein allerdings lange Zeit schwer und drehten das Spiel erst in den letzten fünf Minuten.

Chef-Trainer Domenico Tedesco nahm insgesamt sieben Veränderungen vor. So durften sich die Neuzugänge Suat Serdar, Steven Skrzybski und Omar Mascarell in Langfang über ihr Startelf-Debüt im neuen Umbro-Dress freuen. Im Duell mit dem englischen Premier-League-Club FC Southampton waren sie noch von der Bank gekommen.

Von Anfang an spielte auch wieder Niklas Wiemann aus der Knappenschmiede. Der vierte mitgereiste Neuzugang Mark Uth nahm zunächst Platz auf der Bank. Ralf Fährmann und Thilo Kehrer, der wegen einer Sehnenreizung im linken Fuß zuletzt mit dem Mannschaftstraining aussetzen musste, gehörten nicht zum Kader.

Schalke erwischt guten Start

Taktisch begann Schalke wieder mit der gewohnten Dreierkette. Die Königsblauen kamen gut ins Spiel und erarbeiteten sich in den ersten zehn Minuten über ihre drei offensiven Kräfte Bernard Tekpetey, Yevhen Konoplyanka und Steven Skrzybski gleich mehrere Chancen (4., 8., 9., 11.). Die Chinesen fanden zu Beginn keinen Weg durch das verdichtete Zentrum und ließen sich durch aufmerksame und konsequent angreifende Schalker immer wieder den Ball abluchsen. Aktivposten auf Seiten der Königsblauen war Tekpetey, der an fast allen Offensivaktionen beteiligt war und auch die größte Chance der ersten Hälfte hatte: Nach einer Ecke des chinesischen Erstligisten klärte Benjamin Stambouli. Steven Skrzybski leitete den weiten Befreiungsschlag auf den durchgestarteten Ghanaer weiter, der nach einem Haken aus 14 Metern abzog (21.) Keeper Yang Cheng war aber hellwach und klärte zur Ecke.

Auf der Gegenseite zeigte Hebei immer wieder gute Ansätze nach vorne. Richtig gefährlich wurde es aber kaum. Und wenn doch, dann zumeist nach kleineren Fehlern beim S04. So auch in der 32. Minute, als Niklas Wiemann einen Fehlpass spielte, sodass Zhang Chengdong unbedrängt auf der rechten Außenbahn durchstarten konnte. Sein Querpass landete links am Fünfer bei Ezequiel Lavezzi, der wiederum auf Zhao Yuhao querlegen wollte. Doch Alexander Nübel konnte gerade noch mit dem Fuß abfälschen, sodass der Ball sein Ziel verfehlte und unberührt durch den Fünfmeterraum kullerte. Vor der Pause setzte die Elf von Domenico Tedesco dann noch zwei Ausrufezeichen: Zuerst jagte Franco Di Santo eine starke Hereingabe von Konoplyanka per Volleyabnahme übers Tor (36.), ehe Naldo nach einer Ecke den zweiten Ball nicht über die Linie gestochert bekam (39.).

Kompletter Teamwechsel zur zweiten Halbzeit

In der Halbzeitpause wurde bei den Schalkern – auch aufgrund der unverändert hohen Luftfeuchtigkeit – wieder munter durchgewechselt. Domenico Tedesco brachte wie schon gegen Southampton elf Neue auf den Platz. Unter ihnen auch Nassim Boujellab und Ahmed Kutucu aus der Knappenschmiede. Die Chinesen hingegen kamen unverändert aus der Kabine.

Schalke wirkte zunächst offensiver ausgerichtet als noch in Durchgang eins, die konkreten Bemühungen flachten aber schnell ab. Stattdessen erstarkte mit zunehmender Spieldauer immer mehr der chinesische Erstligist. Erst drosch Gervinho den Ball ans linke Außennetz (56.), dann nickte Dong Xuesheng nach gewonnenem Kopfballduell gegen Sascha Riether den Ball vor den Außenpfosten (63.). Ansonsten wäre aber auch Michael Langer zur Stelle gewesen, der in der Halbzeitpause für Alexander Nübel eingewechselt worden war.

Knappe fünf Minuten später wurde der sich schon länger abzeichnende Gegentreffer dann Realität. Nach einer Ecke faustete Langer den Ball unglücklich gegen den Hinterkopf von Mark Uth. Von da fiel der Ball vor die Füße von Dong Xuesheng, der aus kurzer Distanz nur noch zum 1:0 einschieben musste (67.).

Furiose Schlussphase

Schalke bemühte sich zwar in der Folge sichtlich um eine Reaktion. Sowohl ein direkter Freistoß von Johannes Geis (70.) als auch ein Flugkopfball von Mark Uth (75.) verfehlten ihr Ziel jedoch knapp. Gegen Ende schien den Königsblauen schon allmählich die Kraft auszugehen, als Cedric Teuchert vier Minuten vor Schluss noch den Ausgleich schaffte. Nach einer schönen Kombination der eingewechselten U19-Spieler Benjamin Goller und Ahmed Kutucu flutschte der Querpass in die Mitte durch die Beine von Verteidiger Lang Zheng. Teuchert schaltete am schnellsten und schob ein.

Goller war es auch, der sich keine 60 Sekunden später wieder auf links durchsetzte und in die Mitte legte. Uth löste sich den nötigen Meter vom Verteidiger und traf zum 2:1. Hebei war komplett überrumpelt worden, die Schalker hatten das Spiel in weniger als einer Minute gedreht. Und es kam noch dicker: Nach einer Hereingabe von Uth – wieder über links – fälschte Jin Yangyang den Ball zum Endstand ins eigene Netz ab (90.+1).

Am Donnerstag (12.7.) treten die Königsblauen die Heimreise an. Die Mannschaft von Domenico Tedesco wird nach der China-Tour ein paar Tage frei bekommen, bevor es am Montag (16.7.) mit dem Training in Gelsenkirchen weiter geht. Das nächste Testspiel folgt am Samstag (21.7.) um 17 Uhr bei Schwarz-Weiß Essen.

Statistik

Hebei: Cheng – Mingjian (82. Yangyang), Zhunyi, Hang (82. Zheng), Zhipeng – Yuhao, Hernanes (82. Rentian) – Zhang, Lavezzi, Gervinho (82. Wenjie) – Xuesheng
Schalke: Nübel (46. Langer) – Stambouli (46. Riether), Naldo (46. McKennie), Wiemann (46. Kübler) – Tekpetey (46. Teuchert), Serdar (46. Geis), Bentaleb (46. Mascarell), Baba (46. Boujellab/79. Goller) — Skrzybski (46. Caligiuri), Di Santo (46. Uth), Konoplyanka (46. Kutucu)
Tore: 1:0 Xuesheng (66.), 1:1 Teuchert (86.), 1:2 Uth (87.), 1:3 Eigentor Yangyang (90.+1)
Schiedsrichter: Ming (China)
Zuschauer: 2.000

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