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Dylan Leonard: Gebe alles, um für den Moment bereit zu sein
Beim 2:0-Testspielerfolg über den VfL Osnabrück am Samstag (10.1.) kam Dylan Leonard 45 Minuten lang zum Einsatz. Anschließend sprach der 18-jährige Australier über seine ersten Monate auf Schalke.
Dass der Samstag besonders werden für ihn werden würde, konnte Leonard im Vorfeld nicht erahnen. Schließlich hatte er sein Debüt für Königsblau im Testspiel beim FC Twente bereits im November gefeiert – nun sollte er seine ersten Minuten im Parkstadion, im Schatten der VELTINS-Arena, sammeln. Und das so kurzfristig, wie es kurzfristiger kaum geht, denn die Partie wurde erst wenige Stunden vor Anpfiff witterungsbedingt von Osnabrück nach Gelsenkirchen verlegt.
Also feierte der junge Australier spontan sein Heimdebüt, nach dem Seitenwechsel kam er im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Leonard kann auf der 6, aber auch als Innenverteidiger agieren. „Ich mache mir keine Gedanken, auf welcher Position ich eingesetzt werde. Ich will der Mannschaft einfach helfen, erfolgreich zu sein“, erklärte der Jungprofi hinterher.
Auch in Australien ist bekannt, wie groß dieser Club ist.
Aufregende und auch herausfordernde Monate liegen seit seinem Wechsel zum S04 im September hinter dem Talent, das erst seit Monatsbeginn offiziell spielberechtigt ist. Weil seinem vorherigen Club Western United FC aufgrund einer Insolvenz die Lizenz entzogen wurde, stand Leonard im Spätsommer plötzlich ohne Verein da. „Es gab einige Optionen, aber als ich vom Schalker Interesse hörte, habe ich mich direkt darauf fokussiert“, verriet der 18-Jährige. „Auch in Australien ist bekannt, wie groß dieser Club ist.“ Auch der Ex-Schalker Alexander Baumjohann, aktuell als Sportdirektor in Sydney tätig, hatte Einfluss auf die Entscheidung: „Ich habe im Vorfeld mit ihm gesprochen und er hat mir von Schalke erzählt. Auch das war ein Grund, mich für Königsblau zu entscheiden.“
Mit dem Glauben, unmittelbar spielberechtigt zu sein, zog Leonard von Australien nach Gelsenkirchen – und fand sich hier mit der schwierigen Situation konfrontiert, das restliche Jahr nur in Testspielen auflaufen zu dürfen. „Für mich war es wie ein Geduldstest, wie sehr ich diese Aufgabe annehmen will“, erklärte der Abwehrspieler. „Eine schwierige Zeit, aber ich habe auch viel Hilfe bekommen, um mich drauf fokussiert, das System zu verinnerlichen.“
Besagte Hilfe erhielt Leonard von Ayman Gulasi – das königsblaue Offensivtalent hat ebenfalls australische Wurzeln. „Ich hatte Glück, die Wahrscheinlichkeit ist hier in Deutschland ja nicht sonderlich hoch“, sagte Leonard und schmunzelte dabei. „Er kennt den Verein und all die Abläufe hier, auch abseits des Trainings konnte er mir in Gelsenkirchen viel zeigen und mich unterstützen.“
Nun also darf das Defensivtalent auch in Pflichtspielen für die Knappen auflaufen. Nach jeweils 45 Minuten bei Twente und gegen Osnabrück hat Leonard weitere große Ziele: „Mein Traum ist es, hier vor über 60.000 Fans in der VELTINS-Arena zu spielen. Dafür gebe ich alles, um für diesen Moment bereit zu sein.“ Bislang waren rund 20.000 Zuschauer das Höchste der Gefühle für den Australier, dessen Familie ihn auch schon im Ruhrgebiet besucht hat. Und bald wollen sie ihn im ausverkauften Schalker Wohnzimmer spielen sehen.