Ergebnis zweitrangig, Tore trotzdem wichtig

Es war eine Partie, um dem finanziell angeschlagenen Oberligisten FC Gütersloh zu helfen. Vor mehr als 4000 Zuschauern war das Benefizspiel am Donnerstag (31.8.) für die Knappen aber ebenfalls wertvoll. Und das nicht primär wegen der neun geschossenen Tore im Energieversum Stadion. Vielmehr war es Chef-Trainer Domenico Tedesco wichtig, dass einige Akteure, die zuletzt weniger Einsatzzeiten hatten, Spielpraxis sammeln und auf sich aufmerksam machen konnten.

Zudem machten Alessandro Schöpf und Breel Embolo wichtige Schritte auf dem Weg zu ihren Bundesliga-Comebacks. „Ich freue mich für die beiden Jungs“, sagt der Coach. „Beide mussten wegen Verletzungen längerfristig pausieren und sind einfach heiß auf Fußball.“ Embolo bewies gegen die Ostwestfalen, dass er das Tore schießen nicht verlernt hat. Denn der Angreifer netzte gleich zweimal ein. „Es war ein sehr schöner Tag für mich. Ich fühle mich gut. Ich denke, das hat man auch gesehen“, berichtet der Doppeltorschütze, der zuletzt bereits zweimal in der U23 am Ball war, um sich nach seinem Sprunggelenks- und Wadenbeinbruch Stück für Stück wieder heranzutasten.

Embolo: Ich muss weiter hart arbeiten


Tedesco erklärt, dass das Benefizspiel in Gütersloh für Embolo so etwas wie der Tag gewesen sei, auf den alle gewartet hätten. „Wir haben immer gesagt, dass wir Breel nach der langen Pause behutsam aufbauen“, erklärt Tedesco. „In Gütersloh hat er seine Aufgabe mit Bravour bestanden. Er war sehr fleißig, ist viel gelaufen und hatte auch nach Ballverlusten ein sehr gutes Umschaltspiel. Und die beiden Tore tun ihm als Stürmer sicherlich auch sehr gut.“

Ob der Schweizer Nationalspieler schon gegen den VfB Stuttgart wieder eine ernsthafte Option ist, werden die kommenden Tage zeigen. „Ich muss weiter hart arbeiten. Wann ich dann wieder spiele, entscheidet der Trainer“, so Embolo. Auch Schöpfs Belastungsprobe sei gelungen, meint Tedesco. „Dass er nach langer Zeit wieder zum Einsatz gekommen ist, freut mich. Wir kennen seine Qualitäten und werden davon in Zukunft sicherlich auch Gebrauch machen“, erklärt der Coach. „Aber wir müssen geduldig sein und dürfen nichts überstürzen.“

Neben den beiden Rückkehrern – für Schöpf war es der erste Einsatz nach seiner Kreuzbandverletzung, Embolo hatte während des Trainingslagers in Mittersill bereits rund 30 Minuten gegen Neftchi Baku mitgewirkt – freute sich Schalkes Chef-Trainer auch über den Auftritt der anderen Akteure. „Es war ein gutes Spiel. Ich bin nicht nur aufgrund des Ergebnisses, sondern vor allem wegen der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, sehr zufrieden. Wir sind die Partie von Anfang an sehr ernsthaft und seriös angegangen“, blickt der 31-Jährige zurück.

Tedesco: Jeder Spieler hat die Chance auf Einsätze

Gleich vier der insgesamt neun Treffer gingen auf das Konto von Max Meyer. „Das Spiel hat mir sehr gut getan. Ich gebe in jedem Training Vollgas und biete mich an. Auch wenn ich in den ersten Spielen nicht so viele Einsatzzeiten hatte, werde ich den Kopf nicht hängen lassen“, erklärt der U21-Europameister. „Der Trainer kann auf mich zählen, wenn er mich braucht.“ Tedesco hat Meyers Engagement zufrieden registriert. „Max war viel unterwegs. Neben seinen vier Toren war er auch sonst in der Offensive an vielen guten Aktionen beteiligt“, lobt der Fußballlehrer.

Auch Coke präsentierte sich spielfreudig und trug sich selbst zweimal in die Torschützenliste ein. „Das waren zwei schöne Treffer“, meint Tedesco. Es waren aber nicht nur die beiden Tore, die dem Coach gefallen haben. „Coke war gut in der Spieleröffnung, hatte viele Ballkontakte.“ Der Auftritt des Spaniers sowie der weiteren Akteure, die zuletzt nicht zum Zuge gekommen waren, sei für die Mannschaft sehr wertvoll, unterstreicht er. „Wir haben einen guten Konkurrenzkampf im Team. Zuletzt waren es Wimpernschläge, die bei der Aufstellung entschieden haben.“ Das bedeutet, dass kein Spieler abgeschrieben sei. Tedesco: „Die Aufstellung nach dem 2. Spieltag ist nicht in Stein gemeißelt. Das wäre sie aber auch nach dem 12. oder 27. Spieltag nicht. Jeder Einzelne in unserem Kader hat die Chance zu spielen.“

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