FC Bologna: Schock im Trainingslager

Pasta-Profis auf Abwegen: In der Sommerpause probieren sich die Spieler des FC Bologna an neuen Rezepten. Während die Clubführung nach passenden Zutaten für eine erfolgreiche Spielzeit sucht, muss der gesamte Verein plötzlich eine schlimme Diagnose verdauen.

Sinisa Mihajlovic

Wie man souverän mit der Kugel umgeht, zeigten die Norditaliener bereits Mitte Juli im ersten Trainingslager in Kastelruth auf und neben dem Platz: Statt klassischer Tortellini drehten und kneteten die „Rossoblu“ (Rotblauen) beim Knödel-Contest am abwechslungsreichen Abendessen. Das Ergebnis mundete, doch gänzlich gelöst verlief dieses Unterfangen nicht.

Jobgarantie für Sinisa Mihajlovic

Das Team war ohne seinen serbischen Trainer Sinisa Mihajlovic ins Trainingslager gereist. Was zunächst als Grippe kommuniziert wurde, traf Club und Umfeld wenige Stunden später niederschmetternd: Unter Tränen machte Mihajlovic seine Leukämie-Erkrankung auf einer Pressekonferenz öffentlich – und erfuhr sogleich breite Unterstützung. Sportkoordinator Walter Sabatini sprach eine Jobgarantie aus, während seine Spieler das Training unterbrachen, um an einem Tablet den Worten ihres Coachs zu lauschen.

Die schlechten Nachrichten überschatten die Vorbereitung des Vorjahreszehnten, der sich eigentlich schon für eine erfolgreiche Spielzeit gerüstet hat. Vier Jahre nach der Rückkehr in die Erstklassigkeit ist durch Zugänge wie Roberto Soriano, Nicola Sansone (beide vom FC Villarreal) oder Riccardo Orsolini (Juventus Turin) der Weg in den Europapokal keine Utopie mehr; wenngleich der Angriff auf den italienischen Meistertitel, den Bologna insgesamt sechsmal und zuletzt vor 55 Jahren einfuhr, noch verfrüht erscheint.

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