FC Villarreal: Irre erfolgreich

Der FC Villarreal setzte vergangene Saison seinen Trainer vor die Tür – und holte ihn nach 50 Tagen zurück. Nicht die erste mutige Entscheidung des spanischen Erstligisten.

Als Präsident Fernando Roig Ende Januar die Nummer von Javi Calleja wählte, um den Mitte Dezember nach nur drei Siegen in 15 Ligapartien gefeuerten Coach von einer Rückkehr zu überzeugen, dürfte er gewusst haben, welch mediales Echo folgen würde. „Der Fußball wird immer irrer“, war einer der harmloseren Kommentare. Doch Roig blieb standhaft: „Ich mache gerne das Gegenteil von dem, was alle erwarten.“

Santi Cazorla ist Antreiber im Mittelfeld

Diesmal mit Erfolg, Calleja führte das Team vom Abstiegsplatz zum Klassenerhalt. Auch dank eines Spielmachers, dessen Karriere bereits beendet schien: Santi Cazorla. In Diensten des FC Arsenal hatte er sich bei einer Operation einen Krankenhauskeim eingefangen, der seine Achillessehne fraß. Neun weitere Eingriffe folgten, zwischenzeitlich stand eine Amputation des rechten Fußes im Raum. Als Villarreal ihn 2018 nach zwei Jahren ohne Einsatz verpflichtete, überwogen die Zweifel. Doch mit vier Ligatoren und zehn Vorlagen überzeugte der 34-Jährige sogar Spaniens Nationaltrainer Robert Moreno und feierte beim 4:1 auf den Färöer im Juni sein Comeback.

Ähnliche Erfolgsgeschichten wird Villarreal, das mit seinem Image als Dorfverein kokettiert, auch in Zukunft brauchen, um wieder mit den Schwergewichten der Primera Division mithalten zu können. Der Champions-League-Halbfinalist von 2006 ging mit den 28 Millionen Euro, die West Ham United für U21-Europameister Pablo Fornals zahlte, bislang allerdings vorsichtig um. Die Abwehrspieler Ruben Pena (SD Eibar) und Raul Albiol (SSC Neapel) kamen für 13 Millionen Euro, Linksverteidiger Alberto Moreno ablösefrei vom FC Liverpool. Für die Offensive braucht Calleja noch Verstärkungen, denn das „Submarino amarillo“ (gelbes U-Boot), wie der Verein wegen seiner Trikotfarbe genannt wird, soll nur eine Saison auf Tauchstation gewesen sein.

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