Trotz Niederlage: Uth, Kabak und Wagner atmen auf

Das Ergebnis stand bei der 2:4-Niederlage gegen Viktoria Köln nicht wirklich im Fokus – die Comebacker Mark Uth und Ozan Kabak dafür umso mehr. Beide konnten nach langen Ausfallzeiten endlich wieder 90 Minuten voll durchspielen. Für Chef-Trainer David Wagner ist das doppelt wertvoll, besonders in Hinblick auf das nächste Bundesliga-Spiel beim SC Paderborn.

Man musste Mark Uth vor dem Test gegen Viktoria Köln in Bottrop eigentlich nur kurz ins Gesicht schauen und konnte in Sekundenschnelle erkennen: Der Junge freut sich diebisch auf seine Rückkehr auf den Platz. Schalkes Offensivkraft, der im Sommer 2018 aus Hoffenheim zu den Knappen wechselte, feierte ein erfolgreiches Comeback. Wie sehr Uth auf diesen Tag hin gefiebert hatte, zeigte, dass er seine Ausfallzeit genau datieren konnte: „Es waren genau fünf Monate und eine Woche.“ Dem ist eigentlich nichts hinzufügen, außer dass Uth vor Spielfreude nur so trotze.

Der 28-Jährige wirkte sehr präsent auf dem Feld und sorgte immer wieder für Offensivgefahr im Strafraum der Kölner, erzielte dabei in der 33. Minute den zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer. Das registrierte auch Coach David Wagner: „Mark Uth hatte ganz tolle Bewegungen in seinem Spiel, kann eigentlich locker vier Tore schießen.“ Auch Uth selbst zeigte sich – trotz der Niederlage – zufrieden mit seinem Auftritt: „Es hat sich richtig gut angefühlt, ich habe überhaupt keine Schmerzen mehr. Klar, hätten wir das ein oder andere Tor mehr machen müssen.“

Es hat sich richtig gut angefühlt. Ich habe überhaupt keine Schmerzen mehr.

Mark Uth

Nach so einer langen Pause, das letzte Spiel absolvierte er beim 1:0-Auswärtssieg am 31. März in Hannover, wäre es völlig normal, wenn der Kopf bei der ersten richtigen Rückkehr noch etwas blockieren würde – nicht so bei Uth. „Ich konnte die Verletzung komplett ausblenden“, erklärte er im Anschluss, „bin seit einigen Wochen richtig frei im Kopf. Ich habe einfach wieder richtig Bock, Fußball zu spielen und ich bin vollkommen fit“.

Neben Uth feierte auch Ozan Kabak seine Rückkehr auf den Platz. Es war nicht nur ein Comeback, sondern gleichzeitig auch sein Debüt für die Königsblauen. Nach seinem Wechsel im Sommer vom VfB Stuttgart verletzte sich der türkische Nationalspieler in der zweiten Trainingseinheit am Fuß. Die Verletzung war langwierig und zog sich durch die komplette Vorbereitung. Kabak ließ sich davon aber nicht unterkriegen. „Eigentlich habe ich jetzt nur drei Bundesliga-Spiele verpasst. Klar, fehlte mir in der Vorbereitung die Spielpraxis. Ich war aber nicht komplett raus, konnte kontinuierlich an meiner Genesung arbeiten“, erläuterte der 19-Jährige.

Rhythmus und Gefühl fehlt noch ein wenig

Sein letztes Pflichtspiel absolvierte der Innenverteidiger vor mehr als drei Monaten beim Relegationsrückspiel des VfB Stuttgart beim 1. FC Union Berlin. Seitdem hatte Kabak nicht mehr in einem Spiel auf dem Platz gestanden: „Natürlich war ich nicht glücklich darüber, dass ich mich kurz nach meinem Wechsel direkt verletzt habe und so lange raus war. Ich bin es gewohnt, viele Spiele zu machen. Das war schon hart für mich.“ Diese Zeit ist jetzt zum Glück endlich vorbei.

Beim Test gegen Viktoria Köln blieb der Fuß stabil, Kabak absolvierte ebenfalls die vollen 90 Minuten. Coach Wagner bewertete die Leistung des Innenverteidigers positiv, auch wenn vielleicht noch nicht alles zu 100 Prozent gepasst hat: „Ozan hat Präsenz und eine sehr gute Ruhe am Ball. Man hat in der ein oder anderen Situation noch gesehen, dass er drei Monate raus war. Aber das ist völlig normal, da geht es um Rhythmus und das Gefühl.“

Für Chef-Trainer David Wagner bieten sich mit Uth und Kabak jetzt weitere Möglichkeiten. Beide sind potenzielle Stammspieler und daher umso wertvoller für die weitere Saison: „Es ist enorm wichtig für uns, dass beide uns jetzt wieder voll zur Verfügung stehen. Sie bieten uns für die Zukunft mehr Alternativen, die uns in der Vorbereitung und zu Beginn noch gefehlt haben.“

Aus das war laut Wagner der Grund, warum die beiden nach ihrer Trainingsrückkehr nicht sofort ins kalte Wasser geschmissen wurden. Vielmehr wollte man sie langsam heranführen, um ihnen somit die volle Fitness zu garantieren. Das ist gelungen. Für das kommende Bundesliga-Spiel in Paderborn meldeten sowohl Uth als auch Kabak ihre Spielbereitschaft an, für David Wagner sicherlich alles andere als ein Problem. Ganz im Gegenteil.

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