Clemens Tönnies: Fachliche Qualifikation und menschliche Komponente

Mit Jochen Schneider wurde am Dienstag (5.3.) der neue Sportvorstand des FC Schalke 04 offiziell vorgestellt. Clemens Tönnies, Vorsitzender des Aufsichtsrats, betont, dass der 48-Jährige die erste Wahl für die Nachfolge von Christian Heidel gewesen sei.

Nachdem Christian Heidel ihn über seinen Rücktritt informiert habe, habe der Aufsichtsratsvorsitzende mit Hilfe seines Netzwerkes Überlegungen angestellt, wer ebenso die fachliche Qualifikation wie die menschliche Komponente mitbringe, das Amt des Sportvorstands zu bekleiden. „Jochen Schneider ist mir sofort eingefallen“, erklärt Tönnies. Danach habe er die Kontaktaufnahme eingeleitet, es kam gemeinsam mit Alexander Jobst zu einem Gespräch in Rheda.

„Ich habe Jochen gefragt, ob das eine Aufgabe ist, die er meistern möchte – und er hat umgehend ‚ja‘ gesagt“, berichtet Tönnies vom ersten Aufeinandertreffen mit dem neuen Sportvorstand. Auch das Feedback von Huub Stevens, der bereits zweimal mit Schneider zusammengearbeitet hatte, sei eingeholt worden. Der Schalker Jahrhunderttrainer, der seit Juni 2018 im Aufsichtsrat sitzt, sprach sich deutlich für den 48-Jährigen aus. Nach einem zweiten Treffen sei es zur Übereinkunft gekommen. Nun freue sich Tönnies „auf eine gute gemeinsame Zeit“ auf Schalke.

Dank an Leipzig für Freigabe

In diesem Zusammenhang bedankt sich der Aufsichtsratsvorsitzende bei den Leipziger Verantwortlichen Oliver Mintzlaff (Vorstandsvorsitzender) und Ralf Rangnick (Trainer und Sportdirektor), die mit der Freigabe Schneiders, der bis dato Leiter Sport bei RasenBallsport Leipzig gewesen war, diesen Wechsel möglich gemacht hatten.

Die Personalplanungen sind mit der Verpflichtung Schneiders aber noch nicht abgeschlossen. Neben einem Sportdirektor soll auch ein Technischer Direktor dem neuen Sportvorstand zur Seite stehen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass solch ein großer Verein – auch hinsichtlich der Entwicklungen in der Liga und des gesamten Fußballs – auf mehrere Beine gestellt werden muss“, erklärt Tönnies diese Überlegungen. „Es gehört immer ein Kopf drüber, der sagt, wo es entlanggeht. Und dann braucht es ein gutes Team, um das zu bewerkstelligen.“

Wir müssen jetzt zusammenhalten und zusehen, dass wir sportlich wieder nach vorne kommen.

Clemens Tönnies

Doch nicht nur zum neuen Sportvorstand, sondern auch zur sportlichen Lage äußert sich Tönnies. „Wer jetzt nicht von Krise redet, verkennt die Situation“, gibt der 62-Jährige mit Blick auf die Tabelle unumwunden zu, betont aber zudem: „Mit fachlicher Qualifikation, gegenseitigem Vertrauen und dem Zusammenhalt des gesamten Vereins – der Fans, der Mitglieder, der Gremien, der sportlichen Abteilung – kommen wir da heraus. Wir müssen zusammenhalten und zusehen, dass wir sportlich wieder nach vorne kommen.“

Einen Umbruch strebe er trotz des Wechsels auf der Position des Sportvorstands nicht an, erklärt Tönnies. Er betont vielmehr: „Wir arbeiten daran, in der Tabelle wieder nach oben zu kommen und dauerhaft einen Platz einzunehmen, über den wir sagen: Da gehört der FC Schalke 04 hin.“

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