Happy Birthday, Martin Max - Eurofighter feiert seinen 50. Geburtstag

Den ersten Elfmeter überhaupt in seiner Profikarriere schoss Martin Max am 21. Mai 1997. Es war der dritte Schuss der Königsblauen im Elfmeterschießen gegen Inter Mailand. Der Stürmer verwandelte und spricht noch heute vom wichtigsten Tor in seinem Leben. Denn am Ende triumphierte Schalke vom Punkt und errang den UEFA-Cup. Am Dienstag (7.8.) feiert Martin Max seinen 50. Geburtstag - und denkt auch an diesem Tag noch immer gerne an die magische Nacht in San Siro zurück.

„Wir alle hatten 120 Minuten in den Beinen, aber als wir als Sieger feststanden, hatten wir das Gefühl, als ob wir fliegen könnten“, erinnert er sich. Magisch, so Max, sei auch die Zahl 50. Dann fügt das Geburtstagskind hinzu: „Ich fühle mich aber nicht wie 50.“ Wer den einstigen Stürmer dieser Tage beobachtet, wird das bestätigen können. Noch immer treibt er regelmäßig Sport, vorwiegend als Knipser in der Schalker Traditionself. Zudem gibt Max sein Wissen als Trainer der Knappen-Fußballschule an Kinder und Jugendliche weiter. Zuletzt war er in dieser Mission in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern unterwegs, wo parallel zum Trainingslager der Profis auch ein Camp der Knappen-Fußballschule stattgefunden hatte.

Schon als Kind ein Schalker

Der runde Geburtstag wird in wenigen Tagen groß gefeiert. Passend zur Jahreszahl erwartet Max 50 Gäste – darunter auch seinen Sohn Philipp, der dafür aus dem Süden einfliegt. „Das lässt er sich nicht nehmen“, sagt der Jubilar, der stolz auf den Werdegang seines Sohnes ist. Denn Max junior ist ebenfalls Fußballprofi geworden. Als linker Verteidiger des FC Augsburg liegt eine starke Saison hinter dem einstigen Kicker aus der Knappenschmiede.

Martin Max‘ größter Erfolg war zweifelsohne der UEFA-Cup-Sieg. Dass die Königsblauen als Außenseiter bis ins Finale vorstießen, war auch ihm zu verdanken. Er schoss nicht nur das immens wichtige 1:0-Siegtor gegen Trabzonspor und den 3:3 Ausgleich in der Türkei in der 2. Runde – sein 1:0 im Rückspiel gegen Brügge ebnete erst den Weg der Königsblauen ins Viertelfinale. Für Max ging mit dem Sieg im Giuseppe-Meazza-Stadion ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Schon als kleiner Junge war er Fan von Schalke 04. Doch erst ein Umweg brachte ihn 1995 schließlich zu seinem Lieblingsclub, dessen Spiele er als Kind und Jugendlicher begeistert im Parkstadion verfolgt hatte. Zunächst mit seinem Vater, später auf eigene Faust mit dem Moped.

Effektives Duo: Max und Mulder

Groß geworden bei Post Recklinghausen und dem FC 96 Recklinghausen, schnupperte der damals 20-Jährige bei Borussia Mönchengladbach 1989 zum ersten Mal Bundesliga-Luft. Für die Fohlen war Max in sechs Jahren lediglich 22 Mal erfolgreich und entschloss sich nach dem Gewinn des Pokalfinales 1995, bei dem er nur auf der Bank saß, zu einem Wechsel. Er hatte eingesehen, dass er an Martin Dahlin und Heiko Herrlich nicht vorbeikam.

Bei den Knappen schien es zu Beginn so, als ob er endlich das große Glück gefunden hätte. Der Junge aus dem Pott, der in seiner Jugend als Schlosser „auf Zeche“ gearbeitet hatte, bildete mit Youri Mulder ein effektives Duo. „Youri war ein toller Sturmpartner und vom Typ her überragend“, schwärmt Max noch heute. Die beiden schossen die Königsblauen 1996 in den UEFA-Pokal – es war die erste Europapokal-Teilnahme seit 19 Jahren.

Zweimal Bundesliga-Torschützenkönig

Nach diversen Verletzungen lief es für Max auf Schalke vor der Jahrtausendwende nicht mehr rund. Zu allem Überfluss hatten ihn die Fans als Sündenbock für die missratene Spielzeit 1998/1999 auserkoren. Gefrustet von dem eigenen sportlichen Schicksal und der teilweise derben Kritik der Anhänger verließ er 1999 den Verein und heuerte beim TSV 1860 München an. Dort fand er seinen Torriecher wieder und wurde prompt im Jahr 2000 mit 19 Treffern Torschützenkönig. Dieses Kunststück gelang ihm zwei Jahre später bei Hansa Rostock erneut, dieses Mal reichten 18 Buden.

Trotz der beiden Auszeichnungen und insgesamt 126 Bundesliga-Toren taucht in der Vita von Max lediglich ein Länderspiel auf. Im April 2002 wurde er in einem Freundschaftsspiel gegen Argentinien sieben Minuten vor dem Ende eingewechselt. „Leider hat es nicht gereicht, um für die WM nominiert zu werden“, sagt der einstige Torjäger.

Im Sommer 2004 hängte er seine Fußballschuhe an den berühmten Nagel. „Es geht nicht mehr. Meine Sprunggelenke spielen nicht mit. Ich kann keinen Leistungssport mehr betreiben“, bedauerte er seinerzeit. Damit endete die erstaunliche Karriere eines Mannes, der oft unterschätzt und übergangen wurde, der aber dank seines unglaublichen Tor-Instinktes einer der erfolgreichsten Goalgetter der vergangenen 20 Jahre ist.

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