Runder Geburtstag: Youri Mulder macht die 50 voll!

Im Sommer 1993 verpflichteten die Königsblauen einen niederländischen Stürmer vom FC Twente, der in den Folgejahren zum Publikumsliebling avancieren sollte. Dies lag allerdings nicht nur Youri Mulders kampfbetonter Spielweise und den drei Titeln, die er mit den Knappen errang. Die Fans liebten und lieben ihn noch immer wegen seiner natürlichen Art, die ihn so sympathisch machen. Lockere Sprüche, auch zu brisanten Themen, waren schon immer das Markenzeichen des Blondschopfes, der am Samstag (23.3.) seinen 50. Geburtstag feiert.

Mulder trug insgesamt 176 Mal das blau-weiße Trikot in der Bundesliga, dabei gelangen ihm 33 Treffer. Von Beginn an lebte der niederländische Auswahlkicker seinen Kollegen auf dem Spielfeld die nötige Aggressivität vor, die man braucht, um Spiele zu gewinnen. Gleich in seiner ersten Saison bestritt der Angreifer über 1000 Zweikämpfe. Und spätestens nach seinem Premierentor konnte er nichts mehr falsch machen: Es war der 1:0-Siegtreffer im Derby vor 70.000 Zuschauern im Parkstadion.

Unvergessen ist ebenso Mulders Spieleröffnung beim UEFA-Cup-Auftakt gegen Roda Kerkrade im September 1996. Gleich zu Beginn der Partie zeigte er mit einer entschlossenen Grätsche an der gegnerischen Eckfahne, wer Herr im Parkstadion ist. Die Schalker gewannen 3:0 – den zweiten Treffer steuerte Mulder bei – und legten damit das Fundament für den UEFA-Cup-Sieg.

Kreuzbandriss verhindert Einsatz im UEFA-Cup-Endspiel

Doch der Stürmer konnte nicht nur austeilen, er musste selbst viel einstecken. Am 5. April 1997 zog er sich im Bundesligaspiel gegen den Karlsruher SC einen Kreuzbandriss zu, der das vorzeitige Saisonende bedeutete. Kurz zuvor noch hatte Mulder den Knappen mit einem wichtigen Tor im UEFA-Cup-Viertelfinale beim FC Valencia und einer überragenden Vorstellung den Weg ins Semifinale geebnet.

Im Endspiel am 21. Mai 1997 blieb ihm aufgrund der Verletzung nur die undankbare Zuschauerrolle. Statt malochen auf dem Platz hieß es also Daumen drücken auf der Tribüne des Giuseppe-Meazza-Stadions. Daran, dass seine Mannschaft als Sieger vom Feld gehen würde, glaubte er damals ganz fest. „Inter Mailand hatte damals Ivan Zamorano und wie sie alle hießen. Wir haben uns gesagt: ‚Eigentlich müssten die stärker sein – aber wir haben mehr Lust zu spielen!‘“, so Mulder.

Auch in den Folgejahren musste der Angreifer wegen seines lädierten linken Knies immer wieder pausieren. Viele Profis hätten wohl die Schuhe an den Nagel gehängt. Mulder tat es nicht. Zu groß war die Sehnsucht nach dem Traumberuf. „Ich würde es auch riskieren, wenn mir in zehn Jahren der Rollstuhl drohen würde“, sagte er einmal. Die Fans liebten ihn dafür. Als Mulder einmal erstmals nach langer Leidenszeit wieder eingewechselt wurde, steigerten sich die Jubelchöre zum Orkan. „Vielleicht sollte ich an jedem Spieltag mein Comeback feiern“, flachste Mulder hinterher.

Ein Wunsch erfüllte sich für Mulder jedoch nicht. Musste er schon in den UEFA-Cup-Endspielen 1997 verletzt zuschauen, saß er im DFB-Pokal-Finale 2001 in Berlin zwar auf der Auswechselbank, die ersehnte Einwechslung blieb ihm jedoch verwehrt. Die Enttäuschung ließ sich Mulder bei der ausgelassenen Feier im Anschluss an den 2:0-Erfolg gegen Union Berlin nicht anmerken. Mitleidsposen waren nie sein Ding. So konnte er es verschmerzen, dass er zwölf Monate später beim Pokalsieg – dieses Mal wurde Bayer Leverkusen mit 4:2 bezwungen – ebenfalls nicht auf dem Feld stand.

Trainer und TV Experte

Nach der Saison 2001/2002 beendete Mulder im Alter von 33 Jahren seine aktive Laufbahn. Dem Fußball ist er aber bis heute treu geblieben. Der neunmalige niederländische Nationalspieler arbeitete zunächst vorwiegend als TV-Experte beim Sender NOS in seiner Heimat. Zudem machte er seine Trainerscheine und stieg in der Saison 2007/2008 beim FC Twente als Assistent von Fred Rutten ins Geschäft ein. Am 13. April 2008, der FC Schalke 04 hatte sich gerade von seinem Coach Mirko Slomka getrennt, kehrte Mulder nach Gelsenkirchen zurück. Gemeinsam mit Mike Büskens führte er die Knappen mit fünf Siegen aus sechs Spielen in der Endabrechnung noch auf Rang drei.

Nach dem Ende der Spielzeit rückten die beiden Eurofighter ins zweite Glied und unterstützten den neuen S04-Coach Fred Rutten als Co-Trainer. Nach dessen Beurlaubung am 26. März 2009 sprangen Mulder und Büskens bis zum Ende der Saison gemeinsam mit Oliver Reck erneut ein. Von 2011 bis 2015 war Mulder dann ein weiteres Mal Teil des Trainerteams des FC Twente. Anschließend fokussierte er sich vor allem auf seine Aufgaben als TV-Experte und Kommentator. Königsblau hat der langjährige Publikumsliebling dabei nie aus den Augen verloren. Denn für Mulder gilt: Einmal Schalker, immer Schalker!

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