Ehrenspielführer

Auf der Jahreshauptversammlung 2008 wurden neun Mannschaftskapitäne der Knappen zu Ehrenspielführern ernannt. schalke04.de stellt sie vor.

Thomas Student

Spielführer: 1916-1928

Geburtstag: 28.10.1897
Todestag: 11.02.1976
Spieljahre: 1916-1928
Erfolge: Aufstieg in die höchste Spielklasse 1926
Ruhrbezirksmeisterschaft 1927, 1928

Er ist Anführer des Teams, das nach dem Ersten Weltkrieg von einem kleinen Club zu einer regionalen Fußballgröße aufsteigt. Auf dem Platz ist Thomas Student zwölf Jahre lang mitreißender Kapitän. Wird nicht gespielt, kümmert er sich um die verwahrloste Sportanlage oder die Wiedereingliederung von Spielern in den Nachkriegswirren. Der Aufstieg in die höchste Liga 1926, die ersten Titel und Endrundenspiele um die Deutsche Meisterschaft: Ohne eine Integrationsfigur wie Student wären sie nicht möglich gewesen.


Ernst Kuzorra

Spielführer: 1928-1948

Spieljahre: 1923-1949
Todestag: 01.01.1990
Geburtstag: 16.10.1905
Erfolge: Deutscher Meister 1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942
Deutscher Pokalsieger 1937
Vize-Meister 1933, 1938, 1941

Als Kapitän der Kreiselelf ist er DER Spielführer der Vereinsgeschichte schlechthin. Ernst Kuzorra gibt nicht nur während der 90 Minuten die Marschrichtung vor, sondern auch danach. Er handelt die Prämien aus, sichtet und verpflichtet Talente und besitzt bei den Trainern bisweilen sogar ein Mitspracherecht bei der Taktik. Seine sportlichen Leistungen, sein Gerechtigkeitssinn und seine Identifikation mit dem Verein machen ihn schon zu Lebzeiten zu einer Legende. Kuzorra verkörpert den Mythos Schalke.


Hermann Eppenhoff

Spielführer: 1949-1955

Geburtstag: 19.05.1919
Todestag: 10.04.1992
Spieljahre: 1938-1955
Erfolge: Deutscher Meister 1939, 1940, 1942
Westdeutscher Meister (Oberliga) 1951

Als junger Mann ist er Torjäger der Meisterteams 1939, 1940 und 1942. Satte 42 Pflichtspieltore in der Saison 1940/1941 bleiben sieben Jahrzehnte Vereinsrekord. Hermann Eppenhoffs Rückkehr aus russischer Gefangenschaft signalisiert 1949 den Aufbruch zu neuen Ufern. Gerade nach Hause gekommen, hilft er mit, in der Relegation den Abstieg zu vermeiden. In den folgenden sechs Jahren orientiert sich eine neue junge Mannschaft an ihm, feiert wieder Erfolge und wird neuerlich zur festen Größe im deutschen Fußball.


Berni Klodt

Spielführer: 1955-1962

Geburtstag: 26.10.1926
Todestag: 23.05.1996
Spieljahre: 1942-1947; 1950-1962
Erfolge: Deutscher Meister 1958
Westdeutscher Meister (Oberliga) 1951, 1958

Er muss nie laut werden, um anerkannt zu sein: Seine Integrität macht Berni Klodt zu einem Führungsspieler, wie ihn sich jede Fußballmannschaft wünscht. Sportlich fügt er sich in sein Schicksal, bei der WM 1954 trotz guter Leistungen seinen Platz in der Elf an Helmut Rahn abgeben zu müssen. Eine Hauptrolle spielt Klodt hingegen beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1958. Mit zwei Toren ist er im Finale der Matchwinner – und ganz Deutschland gönnt dem fairen Sportsmann diesen Erfolg.


Manfred Kreuz

Spielführer: 1962-1968

Geburtstag: 07.03.1936
Spieljahre: 1956-1968
Erfolge: Deutscher Meister 1958

Auch mit Manfred Kreuz verbindet man die Deutsche Meisterschaft 1958. Doch der schussgewaltige Linksfuß darf auf eine weitere große Leistung stolz sein: Als die Knappen 1965 trotz zahlreicher Nationalspieler sportlich absteigen, verlassen viele große Namen den Verein – Kreuz bleibt und lässt das Team auch in den folgenden Jahren des Kampfes gegen den Abstieg nie im Stich. Zweitklassig werden die Knappen zu seiner aktiven Zeit nie. Weil sie sich auf Manfred Kreuz verlassen können.


Stan Libuda

Spielführer: 1969-1972

Geburtstag: 10.10.1943
Todestag: 25.08.1996
Spieljahre: 1962-1965; 1968-1972
Erfolge: Deutscher Pokalsieger 1972
Vize-Meister 1972

Wer ihn spielen sehen darf, bekommt bei den Erinnerungen daran noch heute glänzende Augen: „Li-bu-da, Li-bu-da!“ Die Anfeuerung für einen einzelnen Spieler gilt einer ganzen Elf. Denn mit seinen Dribblings spielt der Rechtsaußen an guten Tagen komplette Abwehrreihen schwindlig. Seine Spielkunst reißt ein ganzes Team mit und ebnet den Weg zum Pokalsieg 1972, dem ersten Titel nach 14 Jahren. Stan Libuda geht nicht mit Worten, sondern mit Taten auf dem Platz vorneweg. Sie machen ihn unsterblich.


Klaus Fischer

Spielführer: 1976-1980; 1981

Geburtstag: 27.12.1949
Spieljahre: 1970-1981
Erfolge: Deutscher Pokalsieger 1972
Vize-Meister 1972, 1977
Bundesliga-Torschützenkönig 1976

Klaus Fischer ist das Synonym für königsblaue Bundesligatore. 182-mal trifft der gebürtige Bayer in elf Jahren. 1976 wird der Mittelstürmer Torschützenkönig. Seine Fallrückzieher gehören zu den schönsten Treffern im Fußball überhaupt. Seine Verstrickung in den Bundesligaskandal von 1971 verhindert eine größere Karriere in der Nationalelf, für die er 45 Länderspiele (32 Tore) bestreitet. Seine zehnmonatige Pause nach einem Beinbruch im März 1980 leitet eine Talfahrt und schließlich den Abstieg ein.


Olaf Thon

Spielführer: 1995-1996; 1997-2000

Geburtstag: 01.05.1966
Spieljahre: 1983-1988; 1994-2002
Erfolge: UEFA-Cup-Sieger 1997
Deutscher Pokalsieger 2001, 2002
Vize-Meister 2001

Auf Kohle geboren und mit einer Technik sowie Spielwitz ausgestattet, die Fachleute in Verzückung versetzen: Schon mit 18 Jahren ist Olaf Thon Hauptdarsteller beim legendären 6:6 im DFB-Pokalspiel gegen die Bayern. Als er 1994 nach sechs Jahren in München nach Hause kommt, wird er zum spielerischen Dreh- und Angelpunkt einer Mannschaft, die all das verkörpert, was Schalker lieben. Olaf Thon führt die Eurofighter zum UEFA-Cup-Sieg 1997. Als Kapitän hält er in guten wie in weniger guten Zeiten den Kopf hin.


Tomasz Waldoch

Spielführer: 2000-2004

Geburtstag: 10.05.1971
Spieljahre: 1999-2006
Deutscher Pokalsieger: 2001, 2002
Vize-Meister: 2001, 2005

Sich selbst nie in den Mittelpunkt stellen, aber immer fürs Team da sein: Der polnische Nationalspieler Tomasz Waldoch ist als Kapitän der ruhende Pol der „Meister der Herzen“, denen die Meisterschaft genommen wird, die aber dafür zweimal den DFB-Pokal gewinnen. Wie wichtig der Innenverteidiger seinen Mitspielern ist, zeigt sich, als der verletzte Waldoch 2001 den Cup im Anzug als Erster in Empfang nehmen darf. Dass dieses Team große Sympathien in ganz Deutschland genießt, liegt an Spielern wie Waldoch.