1. FC Kaiserslautern: Euphorischer Start in die Rückrunde

Start nach Maß: Der 1. FC Kaiserslautern ist mit einem 3:1-Heimsieg gegen Hannover 96 aus der Winterpause zurückgekehrt. Nun gilt es unter Chef-Trainer Torsten Lieberknecht allerdings, vor allem auswärts ein anderes Gesicht zu zeigen, um den Kontakt zur Ligaspitze zu wahren. Hoffnung macht den Roten Teufeln die Rückkehr ihres Torjägers.

Torsten Lieberknecht, der Chef-Trainer des 1. FC Kaiserslautern, läuft freudig in dicker Winterjacke auf den Trainingsplatz.

Die Redewendung „der Betze bebt“ beschreibt seit jeher besonders begeisternde Heimspiele des 1. FC Kaiserslautern – beim Rückrundenauftakt gegen Hannover 96 wurde der Ausdruck einmal wieder zur gelebten Realität: Bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit stand es im Verfolgerduell 1:1, dann verwandelten Semih Sahin und Naatan Skyttä per Doppelschlag das Fritz-Walter-Stadion in ein Tollhaus. Innerhalb von nur 180 Sekundenbrachten sich die Roten Teufel mit dem 3:1-Sieg in der Tabelle vor die Niedersachsen und in Lauerstellung um die Aufstiegsplätze.

Torsten Lieberknecht zeigte sich im Anschluss sehr zufrieden: „Es war das erwartet schwere Spiel. Zum Schluss hin hat man gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten. Endlich mal gegen einen direkten Konkurrenten einen Dreier holen – das haben wir geschafft. Das war eine Wahnsinns-Leistung.“ Mit der Darbietung untermauerte der FCK seine Stärke vor eigenem Publikum: 30 Punkte weist er in der Gesamtabrechnung nun auf, 22 davon sammelte er zu Hause.

Marlon Ritter, der Kapitän der Pfälzer, nahm die Bilanz nach dem Ende der Hinrunde und einer 2:3-Pleite gegen den 1. FC Magdeburg jedoch auch zum Anlass, um mehr Konstanz einzufordern. Zudem legte er den Finger in die Wunde. „In der Rückrunde müssen besonders die Auswärtsspiele besser werden“, meinte er. Bei bloß zwei Siegen auf fremden Plätzen ein nachvollziehbarer Ansporn, will Kaiserslautern wie in der vergangenen Saison bis zum Schluss ein gewichtiges Wort in Sachen Bundesliga-Qualifikation mitreden. Aktuell trennen den viermaligen Deutschen Meister von Platz zwei und drei jeweils vier Zähler.

Und auch wenn im Lager der Roten Teufel niemand den Aufstieg als Ziel ausgerufen hat, verwehren würden sie sich auf dem Betzenberg defintiv nicht. FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen sagte vor dem Wiederbeginn im deutschen Unterhaus: „Wenn ich als Proficlub nicht in der höchsten Liga spiele, die es gibt, dann ist es doch mein Anspruch als Profi, als Trainer, als Mitarbeiter.“ Er bezeichnete die Hinserie daher passenderweise als „okay“, jedoch mit Potenzial nach oben.

Zwei neue Alternativen im Angriff, viele verlässliche Größen dahinter

Um das Potenzial in den verbleibenden 16 Partien bestmöglich auszuschöpfen, verpflichteten Hengen und Co. im Winter-Transferfenster mit Norman Bassette vom englischen Zweitligisten Coventry City per Leihe eine zusätzliche Option in der Sturmspitze. Der belgische U21-Nationalspieler kam gegen Hannover direkt von Beginn an zum Einsatz. Konkurrent Ivan Prtajin meldete sich nach einer einmonatigen Oberschenkelverletzung mit einem Treffer zudem eindrucksvoll zurück – mit insgesamt neun führt er die interne Torschützenliste gemeinsam mit Naatan Skyttä an. Der Finne stellt im offensiven Mittelfeld sowas wie den X-Faktor im Lauterer Spiel dar.

Hinter ihm sind unter anderem Marlon Ritter und Fabian Kunze verlässliche Größen. Über die Außen machen Paul Jolly und Mika Haas Dampf, in der Abwehrzentrale ist wiederum Luca Sirch gesetzt. Er sticht mit fünf Scorerpunkten als Verteidiger heraus. Zusätzliche Verstärkung für die Defensive präsentierte Kaiserslautern erst vor Kurzem: Atanas Chernev kommt bis Ende der Saison vom portugiesischen Erstligaverein CF Estrela Amadora.