SpVgg Greuther Fürth: Mit Zuversicht in die Crunchtime

Die SpVgg Greuther Fürth fuhr vergangenes Wochenende den ersten Heimsieg seit mehr als drei Monaten ein und sendete im Kampf um den Klassenerhalt ein wichtiges Zeichen. Als Liga-Schlusslicht befinden sich die Franken nun umso mehr in Schlagdistanz zum rettenden Ufer. Einen großen Anteil daran hat der neue Chef-Trainer Heiko Vogel.

Heiko Vogel schaut während eines Heimspiels mit der SpVgg Greuther Fürth in die Kamera. Er trägt eine dunkle Brille und eine schwarze Jacke.

Sich zu belohnen war das Letzte, was Fürths Chef-Trainer Heiko Vogel seiner Mannschaft im Vorfeld der Partie gegen Arminia Bielefeld mit auf den Weg gab. Im Sportpark Ronhof sollte gegen den direkten Kontrahenten aus Ostwestfalen endlich die Durststrecke von vier sieglosen Begegnungen vor eigenem Publikum enden – mit Erfolg: Das Kleeblatt gewann 2:1 und landete an einem Spieltag, an dem kein anderes Team aus der unteren Tabellenhälfte gewinnen konnte, drei immens wichtige Punkte.

Für Vogel war der kämpferische Auftritt nicht nur ein Signal an die Konkurrenz, sondern auch an seine eigene Mannschaft. „Ich glaube schon, dass es mental Kräfte freisetzt, insofern, dass man ein Vertrauen spürt in die Arbeit. Siege sind Selbstbewusstsein“, sagte er. Zugleich schob er hinterher: „Aber es ist kein Grund für Euphorie.“ Zuversichtlicher kann ein Jeder, der es mit den Franken hält, dennoch werden: Seit dem Amtsantritt des 50-Jährigen im Dezember, der zur Premiere direkt mal das Derby gegen den 1. FC Nürnberg austragen durfte (2:2), holte Fürth immerhin neun Zähler.

Es wird kein Sprint, sondern ein Marathon.

Heiko Vogel

Mit Blick auf die Rückrundentabelle, in der die Spielvereinigung durch einen weiteren Sieg bei Holstein Kiel (2:1) und ein Unentschieden zu Hause gegen Eintracht Braunschweig (0:0) gar Platz 13 belegt, scheint der Klassenerhalt noch greifbarer. Zusammen mit Aufsteiger Dynamo Dresden (beide 22 Punkte) trennt das Kleeblatt nur zwei Punkte von einem Nichtabstiegsplatz. Noch vor dem Pflichtspielauftakt im Jahr 2026 beteuerte Heiko Vogel aber bereits: „Es wird kein Sprint, sondern ein Marathon.“

Am Ende des Dauerlaufs strebt der Schweizer Doublesieger von 2012 an, wie sein Vorgänger Thomas Kleine in der abgelaufenen Saison, wieder drei Konkurrenten hinter sich zu lassen. „Ich hoffe, dass die Zukunft in Fürth Zweite Liga heißt“, bekräftigte er noch einmal nach dem Bielefeld-Duell. Schließlich hieß so auch die Vergangenheit und Gegenwart im Ronhof. In der ewigen Zweitligatabelle grüßt der Verein von ganz oben und ist mit Ausnahme von zwei Spielzeiten in der Eliteklasse seit über 28 Jahren im deutschen Unterhaus heimisch.

Für den Ligaverbleib wurde in der Defensive nachgerüstet

Damit sich an diesem Status nichts ändert, legten die Verantwortlichen im Winter personell nach und verstärkten insbesondere die anfälligste Defensive der Runde. So kam vom 1. FC Kaiserslautern der erfahrene Innenverteidiger Jan Elvedi per Leihe. Aus dem Mittelfeld heraus stabilisieren zusätzlich Paul Will vom SV Darmstadt 98 und Doni Arifi aus Finnland (Kuopion Palloseura) die Hintermannschaft.

Vorne schmerzt derweil der Ausfall von Felix Klaus. Der Topscorer (sieben Tore, acht Vorlagen) fehlt Greuther Fürth aufgrund einer Muskelverletzung im Oberschenkel und wurde zuletzt von Offensivneuzugang Sayfallah Ltaief (Twente Enschede) ersetzt. Neben ihm sind hauptsächlich Noel Futkeu als gefährlichster Torschütze (zehn Treffer, vier Assists) sowie Branimir Hrgota (drei Treffer, sechs Assists) im Angriff die entscheidenden Stützen.